Erdbeben in Venezuela: Zahl der Toten steigt auf 2.295
Veröffentlicht: 01.07.2026 um 20:55 Uhr, dpa.deNach den schweren Erdbeben in Venezuela ist die Zahl der Toten auf mindestens 2.295 gestiegen. Das teilte der PrĂ€sident der Nationalversammlung, Jorge RodrĂguez, mit. Nach Behördenangaben wurden zudem 11.267 Menschen verletzt. Rund 26.400 Menschen seien direkt von der Katastrophe betroffen, darunter Verletzte, psychisch Belastete sowie Menschen, deren Wohnungen zerstört oder schwer beschĂ€digt wurden.
Die Rettungsarbeiten gehen indes weiter. Nach Angaben von RodrĂguez wurden bislang 6.461 Menschen lebend aus den TrĂŒmmern gerettet. Mehr als 26.000 EinsatzkrĂ€fte sowie ĂŒber 17.000 Freiwillige seien derzeit in den betroffenen Gebieten im Einsatz. Die Suche nach Ăberlebenden werde fortgesetzt, auch wenn die Chancen nach einer Woche zunehmend sinken.
Seit dem Doppelbeben der StÀrke 7,2 und 7,5 am 24. Juni wurden nach offiziellen Angaben 782 Nachbeben registriert. Deren HÀufigkeit und StÀrke nehme zwar ab, die Gefahr eines weiteren starken Bebens sei jedoch noch nicht vollstÀndig verschwunden.
PAHO: Höheres Risiko von KrankheitsausbrĂŒchen
Die Panamerikanische Gesundheitsorganisation (PAHO) warnte angesichts der Lage vor einer VerschĂ€rfung der Gesundheitskrise. Wegen ĂŒberlasteter KrankenhĂ€user, beschĂ€digter Wasser- und SanitĂ€rsysteme sowie unterbrochener Impfprogramme steige das Risiko von KrankheitsausbrĂŒchen, teilte die PAHO mit.
Nach Angaben der Organisation benötigen Hunderttausende Menschen weiterhin medizinische Hilfe. Die PAHO rief deshalb zu internationaler UnterstĂŒtzung in Höhe von 24 Millionen US-Dollar auf. Mit dem Geld sollen in den kommenden sechs Monaten unter anderem Medikamente und Impfstoffe beschafft sowie die Gesundheitsversorgung in den am stĂ€rksten betroffenen Regionen stabilisiert werden.
SiebentÀgige Staatstrauer
Die geschĂ€ftsfĂŒhrende PrĂ€sidentin Delcy RodrĂguez ordnete wegen der Opfer eine siebentĂ€gige Staatstrauer an und sprach den Angehörigen ihr Beileid aus. Zugleich reiĂt die Kritik an ihrem Krisenmanagement nicht ab. Sie war zuletzt bei einem öffentlichen Auftritt ausgebuht worden und geriet wegen ihres Auftretens wĂ€hrend der Katastrophe in sozialen Netzwerken zunehmend unter Druck.
