Geiseldrama in Niederlanden: Opfer veröffentlichen ErklÀrung
01.04.2024 - 13:18:07 | dpa.de
Bis vier Uhr in der FrĂŒh dauert die Party im niederlĂ€ndischen Ede. Die vier Mitarbeiter der Kneipe «Petticoat» rĂ€umen noch auf, als plötzlich ein Mann vor ihnen steht - bewaffnet mit Messern. Die Polizei ist schnell zur Stelle. Schwer bewaffnete EinsatzkrĂ€fte riegeln das Zentrum ab. Es folgen sieben bange Stunden. Dann werden die Geiseln freigelassen, der 28-jĂ€hrige mutmaĂliche TĂ€ter stellt sich. Am Dienstag soll er dem Haftrichter vorgefĂŒhrt werden.
Doch auch Tage nach dem Drama von Ede am Karsamstag gibt es viele Fragen: Was war das Motiv des Geiselnehmers? Warum kam er ausgerechnet in die populÀre Kneipe in der Kleinstadt etwa 30 Autominuten von der deutschen Grenze entfernt?
Mann wegen Bedrohung vorbestraft
Bekannt ist: Der Mann stammt aus Ede und ist wegen Bedrohung vorbestraft. Das teilte die Staatsanwaltschaft mit. Weitere Einzelheiten dazu gibt es vorerst nicht. Die Mitarbeiter der Kneipe kannten ihn aber nicht. So schreiben sie es in einer veröffentlichten ErklĂ€rung. Sie rufen auch dazu auf, keine GerĂŒchte ĂŒber die Tat in den sozialen Medien zu verbreiten. «Das fĂŒhrte bei Opfern, den betroffenen Familien und Freunden zu groĂer Unsicherheit und Angst.» Die Ermittlungen mĂŒssten nun «die Wahrheit ans Licht bringen».
Das Geiseldrama begann gegen fĂŒnf Uhr frĂŒh am Samstag. Der Mann bedrohte die vier Mitarbeiter mit Messern, wie die OberstaatsanwĂ€ltin Marthyne Kunst spĂ€ter den Tathergang schilderte. Er hatte einen schwarzen Rucksack dabei und drohte mit Sprengstoff. Doch ein Sprengstoffroboter gab spĂ€ter Entwarnung.
Lange war die Lage unklar - bis gegen Mittag die ersten Geiseln freigelassen wurden. SchlieĂlich gab auch der Geiselnehmer auf. Auf Videos war zu sehen, wie der maskierte Mann mit erhobenen HĂ€nden das GebĂ€ude verlĂ€sst und abgefĂŒhrt wird.
Kein terroristischer Hintergrund
Einen terroristischen Hintergrund schlieĂen die Ermittler aus. Aber das Motiv des Mannes ist unklar. «Dazu werden wir nun ausfĂŒhrliche Ermittlungen anstellen, ebenso wie zur psychischen Verfassung des TatverdĂ€chtigen», sagte die OberstaatsanwĂ€ltin.
Die Polizei konnte das Geschehen am Tatort teilweise live ĂŒber eine Video-App verfolgen. Bilder der Sicherheitskamera in der Kneipe waren auf das Handy des Kneipenbesitzers ĂŒbertragen worden. Er hatte auch sehr frĂŒh auf seinem Handy gesehen, dass die Mitarbeiter bedroht wurden und sofort die Polizei informiert.
«Wir waren innerhalb von zwei Minuten vor Ort, die Lage schien sehr ernst zu sein», sagte Anne Jan Oosterheert, Einsatzleiter der Polizei. «Es war die Rede von Sprengstoff, und es waren Messer gesehen worden.» Das Gebiet wurde abgeriegelt. Hunderte Menschen mussten ihre Wohnungen verlassen, ScharfschĂŒtzen nahmen auf den DĂ€chern ihren Platz ein.
BĂŒrgermeister RenĂ© Verhulst sprach von einer «schrecklichen Situation» fĂŒr die Geiseln. «Es war, als ob wir in einem schlechten Film gelandet waren.»
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