Deutschland, Tier

TierschĂŒtzer: FreigĂ€nger-Katzen sollten kastriert werden

Veröffentlicht am: 08.08.2026 um 00:10 Uhr | dpa.de

Es gibt keine einheitliche Regelung zur Kastration von FreigĂ€nger-Katzen. Weshalb sie nach Ansicht von TierĂ€rzten und TierschĂŒtzern dringend nötig ist und welche Probleme sie lösen könnte.

TierĂ€rzte fordern eine Kastrationspflicht von Katzen, die frei herumlaufen dĂŒrfen. (Symbolbild) - Bild: Julian Stratenschulte/dpa
TierĂ€rzte fordern eine Kastrationspflicht von Katzen, die frei herumlaufen dĂŒrfen. (Symbolbild) - Bild: Julian Stratenschulte/dpa

TierschĂŒtzer sprechen sich fĂŒr eine bundesweite Pflicht zum Kastrieren aller Katzen aus, die frei herumlaufen dĂŒrfen. Damit soll eine unkontrollierte Vermehrung verhindert werden. 

Die Bundesregierung mĂŒsse endlich eine bundesweite Kastrationspflicht fĂŒr FreigĂ€nger-Katzen einfĂŒhren, sagte der PrĂ€sident des Tierschutzbundes, Thomas Schröder, der «Rheinischen Post» (Samstag). Dies sei «der wirksamste Hebel, um das Leid der Millionen Straßenkatzen in Deutschland langfristig einzudĂ€mmen».

Die BundestierĂ€rztekammer sieht ebenfalls Handlungsbedarf. «Freilebende Katzenpopulationen sind in Deutschland seit vielen Jahren ein erhebliches Tierschutz-Problem», sagte Kammer-PrĂ€sident Holger Vogel der Zeitung. «Ein wesentlicher Faktor ist dabei der stetige Nachwuchs durch unkastrierte FreigĂ€nger-Katzen aus Privathaushalten.» Deswegen reiche es nicht aus, nur die Straßenkatzen zu kastrieren. 

Wie der Deutsche Tierschutzbund auf seiner Homepage schreibt, gilt bundesweit in mehr als 3.300 Gemeinden und StĂ€dten eine Katzenschutz- oder Kastrationsverordnung. Der grĂ¶ĂŸte Anteil entfalle auf Schleswig-Holstein mit seiner flĂ€chendeckend im gesamten Bundesland geltenden Verordnung. An diesem Samstag wird der internationale Tag der Katze begangen.

TierÀrzte beklagen Flickenteppich hierzulande

Ob Katzen kastriert werden mĂŒssen, regeln in Deutschland entweder LĂ€nder oder Kommunen. «In der Praxis entsteht dadurch jedoch ein Flickenteppich unterschiedlicher Regelungen», sagte Vogel. Diese Lösung fĂŒhre nur bedingt zum Erfolg. «Eine bundesweit einheitliche Regelung wĂ€re deshalb der konsequentere und auch leichter vermittelbare Weg.» 

Diese mĂŒsse «zwingend mit einer Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht verbunden werden. Nur so lassen sich Tiere eindeutig ihren Halterinnen und Haltern zuordnen und entsprechende Vorgaben auch wirksam umsetzen».

Schleswig-Holstein hatte zum 1. Juli eine Katzenschutzverordnung eingefĂŒhrt. Demnach mĂŒssen Katzenhalter kĂŒnftig ihre Tiere kastrieren, kennzeichnen und registrieren lassen, wenn sie ihnen freien Auslauf gewĂ€hren. Wohnungskatzen, die das Haus nicht verlassen, bleiben von der Regelung ausgenommen. 

Wovor TierschĂŒtzer warnen

Dem Tierschutzbund ist eine Kastrationspflicht fĂŒr FreigĂ€nger-Katzen vor allem deshalb wichtig, um die Zahl der Straßenkatzen in Deutschland zu reduzieren. «Solange unkastrierte FreigĂ€nger-Katzen Nachwuchs zeugen, werden immer neue Tiere auf der Straße geboren, die unter Hunger, Krankheiten, Parasiten und Verletzungen leiden oder bereits als Kitten sterben», sagte Schröder.

Die Tierrechtsorganisation Peta schreibt dazu auf ihrer Webseite: «In nur sieben Jahren können eine unkastrierte Katze und ihr Nachwuchs theoretisch bis zu 370.000 Nachkommen zeugen.»

de | unterhaltung | 69926707 |