Westaustralien: Mehr als 50 Grindwale verendet
26.07.2023 - 04:53:58 | dpa.deNach der Massenstrandung von Grindwalen an einem Strand in Westaustralien sind mehr als 50 Tiere verendet. In einem Rennen gegen die Zeit versuchten EinsatzkrĂ€fte, 46 noch lebende MeeressĂ€uger zurĂŒck ins Meer zu transportieren, wie die örtliche Naturschutzbehörde «Parks and Wildlife Services» mitteilte.
Die Wale hatten sich am Dienstag 100 Meter vor der KĂŒste stundenlang zunĂ€chst eng zusammengeschart - ein extrem ungewöhnliches Verhalten. SpĂ€ter begannen die meisten Tiere der Herde, am Cheynes Beach östlich der Stadt Albany zu stranden.
Zahlreiche Gefahren bei Rettungsversuchen
Die Behörde forderte Schaulustige auf, sich den Tieren nicht zu nĂ€hern: «Aus SicherheitsgrĂŒnden wird die Ăffentlichkeit dringend gebeten, dem Strand fernzubleiben.» Bei den Rettungsversuchen lauerten zahlreiche Gefahren, «darunter groĂe, in Not geratene und möglicherweise kranke Wale, Haie, Wellengang, schwere Maschinen und Schiffe». Auch seien bereits genĂŒgend freiwillige Helfer registriert.
Nach Angaben des australischen Senders ABC waren 70 offizielle EinsatzkrĂ€fte und 50 Helfer an der Aktion beteiligt. «Die Leute versuchen sicherzustellen, dass die Tiere nass bleiben», sagte Jeremy Friend, Sprecher von «Parks and Wildlife». VeterinĂ€re sollen zunĂ€chst ihren Zustand prĂŒfen, bevor versucht wird, sie in tiefere GewĂ€sser zu bringen. MĂ€nnliche Grindwale können bis zu acht Meter lang werden und erreichen ein Gewicht von drei Tonnen.
Schlechtes Wetter und eiskalte Wassertemperaturen erschwerten die Arbeiten. Den noch lebenden Walen bleibe nicht viel Zeit, zitierte die australische ABC die Meeresforscherin Vanessa Pirotta. «In dem Moment, in dem ein Grindwal oder jede Art von Wal an Land kommt, beginnt die Uhr im Hinblick auf sein Ăberleben zu ticken.» Zudem bestehe das Risiko, dass Wale spĂ€ter erneut strandeten.
Am Mittwoch reiste Fischereiminister Reece Whitby zu dem Strand, um sich ein Bild von der Lage zu machen. «Es ist eine schreckliche Sache, aber auch sehr berĂŒhrend zu sehen, mit wie viel Menschlichkeit die Leute versuchen, die Wale ĂŒber Wasser halten», sagte er.
Spekulationen um Killerwale
Warum die Tiere sich so sonderbar umeinander geschart hatten, blieb zunĂ€chst ein RĂ€tsel. Augenzeugen spekulierten, dass eventuell Killerwale - Orcas - in der Region aufgetaucht sein könnten und die Grindwale sich zur Verteidigung formiert hĂ€tten. Grindwale - auch Pilotwale genannt - bauen extrem enge Bindungen untereinander auf. Zu bestimmten Jahreszeiten sind sie in groĂen VerbĂ€nden unterwegs, was das Risiko einer Massenstrandung erhöht.
Im vergangenen Jahr waren 230 Grindwale auf der australischen Insel Tasmanien gestrandet. 200 von ihnen verendeten. 2018 starben im westaustralischen Hamelin Bay 100 Ozeanriesen nach einer Massenstrandung.
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