Polizei, Kopf

Polizei nimmt Kopf eines PĂ€dokriminellen-Rings fest

18.06.2025 - 12:17:59 | dpa.de

Es sind unvorstellbare Taten, die Ermittler aufgedeckt haben. Der mutmaßliche Kopf eines Rings von PĂ€dokriminellen soll Kinder virtuell sexuell missbraucht und ein Kind zum Suizid gedrĂ€ngt haben.

«Die Taten ĂŒbersteigen menschliche Vorstellungen», sagte Generalstaatsanwalt Jörg Fröhlich. - Foto: Georg Wendt/dpa

Die Polizei Hamburg hat einen 20-jĂ€hrigen mutmaßlichen PĂ€dokriminellen wegen Mordverdachts an einem Kind festgenommen. Er soll Kopf einer Gruppe im Internet sein, die zahlreiche Kinder virtuell sexuell missbraucht haben soll, wie die Polizei mitteilte. Unter anderem soll der 20-JĂ€hrige ĂŒber das Internet einen 13-jĂ€hrigen US-Amerikaner in den Suizid getrieben haben. Die Taten wurden demnach in Zusammenarbeit mit dem FBI aufgedeckt. Laut Staatsanwaltschaft hat der mutmaßliche TĂ€ter die deutsche und die iranische StaatsbĂŒrgerschaft. 

Der Beschuldigte ist den Angaben zufolge dringend verdÀchtig, im Alter von 16 bis 19 Jahren mehr als 120 Straftaten begangen zu haben. Darunter seien insbesondere Straftaten, die sich gegen das Leben, die körperliche Unversehrtheit und die sexuelle Selbstbestimmung von insgesamt acht kindlichen und jugendlichen GeschÀdigten gerichtet hÀtten. 

«Das sind AbgrĂŒnde, die nur schwer auszuhalten sind», sagte Hamburgs PolizeiprĂ€sident Falk Schnabel. Die Taten zeigten ein unvorstellbares Maß an Verrohung und Unmenschlichkeit. 

20-JĂ€hriger wurde in Wohnung der Eltern festgenommen

Bei dem Beschuldigten handelt es sich um einen 20-JĂ€hrigen, der am Dienstag in der Wohnung seiner Eltern in Hamburg festgenommen wurde. Er habe die VorwĂŒrfe vor dem Haftrichter pauschal bestritten. Er soll im Internet unter dem Namen «White Tiger» bekannt sein und zu der berĂŒchtigten internationalen PĂ€dokriminellen-Gruppe «764» im Internet gehören.

Der TÀter habe sich gezielt verzweifelte Kinder ausgesucht, unter anderem in Foren zum Thema Suizid. Er habe sich ihnen langsam angenÀhert und sie emotional abhÀngig gemacht und sie dann dazu gebracht, sich selbst zu verletzen - bis hin zum Suizid. Die Dateien wurden als TrophÀen gespeichert und als Druckmittel gegen die Kinder eingesetzt, wie Generalstaatsanwalt Jörg Fröhlich sagte. 

«Die Taten ĂŒbersteigen menschliche Vorstellungen»

Das Besondere an dem Fall sei, dass sich alle Taten im virtuellen Raum abgespielt hÀtten. Insgesamt haben Polizei und Staatsanwaltschaft acht geschÀdigte Kinder im Alter von 11 bis 15 Jahren ermittelt. Sie stammen aus Deutschland, England, Kanada, USA, zwei aus Hamburg und eines aus Niedersachsen. Ein 13-jÀhriger US-Amerikaner wurde demnach in den Suizid getrieben, eine 14-jÀhrige Kanadierin habe versucht, sich umzubringen.

«Die Taten ĂŒbersteigen menschliche Vorstellungen», sagte Fröhlich. Die Beamten hĂ€tten unzĂ€hlige Videos mit Enthauptungen, Folterungen von Kleinkindern und getöteten Tieren gesichtet. Ein MĂ€dchen habe sich vaginal verletzen mĂŒssen. «Wir hoffen, dass sich die Festnahme in der Szene herumsprechen wird, und es dann eine interne Abschreckung geben wird», sagte Fröhlich.

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