Deutschland, Feuer

Feuerwehren: Brauchen mehr Technik fĂŒr Waldbrand-EinsĂ€tze

Veröffentlicht: 12.07.2026 um 07:35 Uhr, dpa.de

In Spanien starben viele Menschen bei einem Waldbrand. In NĂŒrnberg kĂ€mpften EinsatzkrĂ€fte ebenfalls gegen Flammen. Wie gut sich Feuerwehren gerĂŒstet sehen.

Die Gefahr von WaldbrÀnden nimmt in Deutschland wieder zu. (Symbolbild) - Bild: str/dpa
Die Gefahr von WaldbrÀnden nimmt in Deutschland wieder zu. (Symbolbild) - Bild: str/dpa

Die Gefahr von WaldbrÀnden steigt erneut: Feuerwehren in Deutschland dringen auf mehr Investitionen in Fahrzeuge und Technik, um noch besser gegen Feuer in WÀldern und im GelÀnde gewappnet zu sein. «Wir laufen noch immer hinterher. Insbesondere Spezialfahrzeuge könnten wir mehr gebrauchen», sagte der PrÀsident des Deutschen Feuerwehrverbands, Karl-Heinz Banse, der Deutschen Presse-Agentur. «In den letzten Jahren hat sich allerdings schon einiges getan, es ist sehr viel beschafft worden.»

Die Gefahr fĂŒr WaldbrĂ€nde in Deutschland steigt derzeit wegen der anhaltenden Trockenheit an. Wie in den Karten des Deutschen Wetterdienstes zu sehen ist, dĂŒrfte am Mittwoch fast im ganzen Land die Warnstufe 4 herrschen, teilweise sogar die höchste Stufe 5. 

Bei der jĂŒngsten Hitzewelle Ende Juni brannte es gleich in mehreren BundeslĂ€ndern. Zuletzt gab es im spanischen Andalusien viele Tote bei einem Waldbrand. In NĂŒrnberg kĂ€mpften in der Nacht zum Samstag Hunderte EinsatzkrĂ€fte nahe dem MessegelĂ€nde stundenlang gegen Flammen.

Mehr Löschflugzeuge anschaffen?

«Der Klimawandel ist vorhergesagt worden, aber man kann natĂŒrlich nicht von heute auf morgen alles um- und nachrĂŒsten», sagte Banse. «Noch stĂ€rker werden könnten wir bei der BrandbekĂ€mpfung aus der Luft.» 

Nach frĂŒheren Angaben der EU-Kommission sind diesen Sommer in besonders gefĂ€hrdeten Regionen wie Griechenland, Italien und Spanien zusĂ€tzlich Hunderte Feuerwehrleute stationiert worden. Außerdem stĂŒnden 22 Flugzeuge sowie 5 Helikopter aus der EU-Flotte zur UnterstĂŒtzung bereit. 

Banse sprach sich dafĂŒr aus, kĂŒnftig auch Flugzeuge in der Mitte Europas zu stationieren fĂŒr mögliche BrĂ€nde in Deutschland, Polen oder Tschechien. In Deutschland habe zum Beispiel der Landkreis Harz in Sachsen-Anhalt ein Löschflugzeug gemietet, sagte er. UnterstĂŒtzung aus der Luft leisteten in der Vergangenheit auch die Bundespolizei und Bundeswehr.

GefĂ€hrliche EinsĂ€tze auf frĂŒheren TruppenĂŒbungsplĂ€tzen

Als schwierig gestalteten sich in der Vergangenheit LöscheinsĂ€tze auf frĂŒheren TruppenĂŒbungsplĂ€tzen. «Aus dieser Erfahrung heraus wird verstĂ€rkt auf Löschroboter gesetzt und es wurden splittergeschĂŒtzte Fahrzeuge angeschafft fĂŒr EinsĂ€tze in den munitionsbelasteten Bereichen», sagte der Verbandschef. «Mit Löschrobotern ist eine ganze Menge machbar, zumal es in Deutschland Firmen gibt, die damit MarktfĂŒhrer in der Welt sind.»

BrĂ€nde in Europa haben im vergangenen Jahr auf einer FlĂ€che von mehr als einer Million Hektar gewĂŒtet, so viel wie nie zuvor. In Deutschland verbrannte laut Bundesinformationszentrum Landwirtschaft eine FlĂ€che von insgesamt 2.626 Hektar, das entspricht der GrĂ¶ĂŸe der Insel Norderney. Der Klimawandel erhöht die Wahrscheinlichkeit fĂŒr BrĂ€nde etwa im Mittelmeerraum, weil er zu langen Perioden mit Trockenheit und Hitze fĂŒhrt.

Der konkrete Auslöser fĂŒr einen Brand sind hĂ€ufig Zigaretten, Grillen oder das Abstellen von Autos auf trockenem Boden. Der Landesbetrieb Hessenforst stellt klar: «Rund 90 Prozent der WaldbrĂ€nde in Deutschland sind auf menschliches Fehlverhalten zurĂŒckzufĂŒhren.»

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