Jugend, Kinder

Gruppe soll MÀdchen gequÀlt und mit Messer bedroht haben

10.08.2023 - 18:25:06 | dpa.de

FĂŒnf Jugendliche sollen in MĂŒnchen auf zwei MĂ€dchen losgegangen sein, sie geqĂ€ult und beraubt haben. Videos davon kursieren nun im Netz. Erst vor kurzem hatte eine Ă€hnliche Tat Schlagzeilen gemacht.

Eine Gruppe von Jugendlichen soll zwei MĂ€dchen in MĂŒnchen mit einem Messer bedroht haben. - Foto: Friso Gentsch/dpa/Symbolbild

Eine Gruppe Jugendlicher soll in MĂŒnchen zwei MĂ€dchen ĂŒber einen lĂ€ngeren Zeitraum mit SchlĂ€gen und Tritten attackiert und mit einem Messer bedroht haben. Die VorfĂ€lle aus dem Juni dieses Jahres wurden nach Polizeiangaben gefilmt und auf Social-Media-Plattformen hochgeladen.

Wie die Polizei mitteilte, hatte die Gruppe von fĂŒnf Jugendlichen zunĂ€chst eine 15-JĂ€hrige abgepasst und Geld von ihr gefordert, das sie einem MĂ€dchen aus der Gruppe angeblich schuldete. Als sie sich geweigert habe, das Geld herauszugeben, sei sie geschlagen und getreten worden. Außerdem hĂ€tten die Jugendlichen ihr teure Kopfhörer weggenommen.

MĂ€dchen mit Messer bedroht

Daraufhin gingen alle sechs Jugendlichen in einen Park, wo sie auf eine 12 Jahre alte Bekannte der 15-JÀhrigen trafen, die von der Gruppe dann ebenfalls geschlagen wurde, wie die Polizei mitteilte. Die Jugendlichen - vier Jungen und ein MÀdchen - hÀtten zudem Tausend Euro von dem Kind gefordert und beide MÀdchen mit einem Messer bedroht.

Als die Gruppe mit ihren mutmaßlichen Opfern weiterziehen wollte, konnten die MĂ€dchen den Angaben zufolge leicht verletzt entkommen, informierten ihre Eltern und diese wiederum die Polizei.

Ein 17-JĂ€hriger und eine 15-JĂ€hrige aus der Gruppe befanden sich nach dem Vorfall in Untersuchungshaft.

Polizei: Inhalte nicht weiter im Netz teilen

Die Polizei rief auch dazu auf, Videos von dem Vorfall nicht weiter ĂŒber die sozialen Netzwerke zu verbreiten, sondern an die Polizei weiter zu leiten. «Wir verstehen, dass ihr mit dem Teilen solcher Inhalte helfen möchtet, TatverdĂ€chtige zu identifizieren. Allerdings werden dadurch die Persönlichkeitsrechte der Beteiligten verletzt», twitterte das PolizeiprĂ€sidium MĂŒnchen. «Wir wollen eine digitale Hetzjagd auf TĂ€ter und eine Bloßstellung der Opfer verhindern.»

Erst Anfang des Monats hatte der Fall eines MĂ€dchens in MĂŒnchen Schlagzeilen gemacht, das von sieben MitschĂŒlerinnen und MitschĂŒlern in einem Hinterhof in MĂŒnchen geschlagen und beleidigt worden sein soll.

Die sieben VerdĂ€chtigen sollen das Kind etwa zwei Stunden lang gequĂ€lt haben. Vor allem zwei 13 und 14 Jahre alte MĂ€dchen waren demnach an den Angriffen beteiligt. Sie hĂ€tten der ZwölfjĂ€hrigen unter anderem Ohrfeigen gegeben und sie verbal angegriffen. Zudem werde ermittelt, ob an ihr auch Zigaretten ausgedrĂŒckt wurden.

Bayern will hÀrter gegen JugendkriminalitÀt vorgehen

Schon bevor der neue Fall bekannt wurde, hatte Bayerns Justizminister Georg Eisenreich (CSU) ein hĂ€rteres Vorgehen gegen JugendkriminalitĂ€t angekĂŒndigt. Er stellt am Freitag zusammen mit der Staatsanwaltschaft MĂŒnchen I entsprechende Maßnahmen vor, die sich vor allem an IntensivtĂ€ter richten sollen.

Laut Sicherheitsbericht des PolizeiprĂ€sidiums MĂŒnchen ist die Zahl der TatverdĂ€chtigen unter 21 Jahren im vergangenen Jahr in der bayerischen Landeshauptstadt im Vergleich zum Vorjahr um 6,1 Prozent auf 8533 gestiegen. Sie liegt allerdings immer noch um 4,3 Prozent unter der Zahl aus dem Vor-Corona-Jahr 2019 (8912 TatverdĂ€chtige).

«Der Großteil schwerer und wiederholter Taten wird vorwiegend durch eine kleine Gruppe von IntensivtĂ€tern verĂŒbt», sagte Eisenreich. «Diese haben Polizei und Justiz eng im Blick.»

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