Zahl der Toten auf indonesischem Vulkan steigt
05.12.2023 - 09:09:33 | dpa.deDie Zahl der Todesopfer nach dem plötzlichen Ausbruch des Vulkans Marapi auf der Insel Sumatra steigt. Am Dienstag seien zwei weitere tote Bergsteiger gefunden worden, sagte der Chef der örtlichen Rettungsdienste, Abdul Malik, der Deutschen Presse-Agentur. Damit liegt die Zahl der bestĂ€tigten Opfer nun bei 13. Zehn Menschen werden noch auf dem Berg vermisst. Jedoch kommt der Feuerberg - so auch die wörtliche Ăbersetzung des Wortes Marapi - nicht zur Ruhe.
Allein seit Dienstagmorgen seien fĂŒnf weitere AusbrĂŒche verzeichnet worden, erklĂ€rte Malik. Zusammen mit regnerischen Wetterbedingungen behindere dies die Suche der Einsatzteams: Fallende Asche schrĂ€nke die VisibilitĂ€t ein. Auf Videos der indonesischen Nachrichtenagentur Antara war zu sehen, wie Retter in leuchtend orange-roten Schutzwesten mit Schutzmasken und Helmen das Geröll auf den HĂ€ngen unterhalb des Kraters durchkĂ€mmten.
Regen aus Asche und Geröll
Die Teams konzentrierten sich vor allem auf ein felsiges Gebiet, in dem viele der Bergsteiger gecampt haben sollen. «Das ist ein besonders beliebter Ort», sagte Malik. «Wir erwarten aber nicht, noch Ăberlebende zu finden.»
Die Sicherheit des Teams stehe jetzt an erster Stelle. «Seit gestern Abend hat es unaufhörlich geregnet, was die Wege rutschig macht und das Evakuierungsteam behindert.» Wegen der NiederschlÀge sei es auch kaum möglich, Suchdrohnen einzusetzen.
Der knapp 3000 Meter hohe Marapi - nicht zu verwechseln mit dem fast gleichnamigen Vulkan Merapi auf der Insel Java - war am frĂŒhen Sonntagnachmittag (Ortszeit) ausgebrochen und hatte eine rund drei Kilometer hohe Wolke aus Asche und Geröll in den Himmel geschleudert. In vielen Regionen rund um den Vulkan ging ein Ascheregen nieder. Die Toten wiesen Berichten zufolge zumeist schwere Verbrennungen auf. Einige Ăberlebende hatten nach eigenen Angaben hinter Felsen Schutz gesucht, als Asche und Geröll vom Himmel fielen.
Wanderer ignorierten Warnungen
Die Behörden forderten die Bevölkerung auf, im Freien Schutzmasken, HĂŒte und Brillen zu tragen, um sich vor Asche und vulkanischen Gesteinsteilen zu schĂŒtzen. Seit Sonntag haben Experten Dutzende weitere, kleinere AusbrĂŒche verzeichnet. Die AktivitĂ€t des Vulkans hat nach Angaben des Zentrums fĂŒr Vulkanologie und geologische Gefahrenabwehr (PVMBG) seit Januar zugenommen. Dann war der Marapi aber scheinbar wieder zur Ruhe gekommen - bis Sonntag.
Die meisten betroffenen Wanderer sollen Berichten zufolge höher geklettert sein, als offiziell erlaubt war. Die Behörden hatten empfohlen, den Krater in einem Radius von drei Kilometern zu meiden. «Niemand sollte sich dem Krater nÀhern», zitierten lokale Medien PVMBG-Chef Hendra Gunawan. «Eine Eruption kann jederzeit passieren. Das ist das Problem.»
Der Marapi ist einer der aktivsten Vulkane auf Sumatra. Die sechstgröĂte Insel der Erde gilt als tropisches Naturparadies mit RegenwĂ€ldern, Vulkanen und Korallenriffen. In den Dschungeln leben Orang-Utans und Elefanten. Immer wieder kommt es jedoch zu Naturkatastrophen.
In Indonesien sind VulkanausbrĂŒche und Erdbeben keine Seltenheit. Der weltgröĂte Inselstaat liegt am sogenannten Pazifischen Feuerring. Dabei handelt es sich um eine hufeisenförmige Zone entlang der KĂŒsten des Pazifischen Ozeans, in der etwa die HĂ€lfte aller aktiven Vulkane liegt. Allein in Indonesien gibt es etwa 130 aktive Feuerberge.
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