Griechenland, Social-Media-Verbot

Griechenland verbietet Social Media für U-15-Jährige ab 2027

Veröffentlicht am: 12.10.2026 um 14:02 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Griechenland will den Zugang zu sozialen Netzwerken für unter 15-Jährige ab dem 1. Januar 2027 sperren. Die Regierung begründet den Schritt mit Risiken durch übermäßige Nutzung und verweist auf EU-Sanktionsregeln für Plattformen.

In Griechenland sollen Kinder bis 15 Jahren vor Social Media geschützt werden. (Symbolbild) - Bild: Jan Woitas/dpa
In Griechenland sollen Kinder bis 15 Jahren vor Social Media geschützt werden. (Symbolbild) - Bild: Jan Woitas/dpa

Regierung plant Altersgrenze ab 2027

  • Das Verbot soll am 1. Januar 2027 in Griechenland in Kraft treten.
  • Staatsminister Akis Skertsos stellte die Maßnahme in Athen gemeinsam mit weiteren Ministern vor.
  • Eine Befragung von 2.500 Schülern ergab Hinweise auf übermäßige Nutzung und Konzentrationsprobleme.

Griechenland will Kindern und Jugendlichen unter 15 Jahren ab Anfang 2027 den Zugang zu sozialen Medien untersagen.

Maßnahme betrifft große Plattformen

Betroffen wären unter anderem TikTok, Facebook und Instagram. Staatsminister Akis Skertsos kündigte die Regelung bei einer Pressekonferenz in Athen an.

Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis hatte bereits im April auf TikTok erklärt, dass ein solches Verbot kommen werde. Skertsos begründete den Schritt mit der Notwendigkeit, sich mit dem Problem einer möglichen digitalen Abhängigkeit zu beschäftigen.

Schüler berichten von Belastungen

Gesundheitsminister Adonis Georgiadis verwies auf eine Befragung von 2.500 Schülerinnen und Schülern. Ein Viertel der Befragten habe angegeben, soziale Medien übermäßig zu nutzen.

Jeder Fünfte habe zudem berichtet, ohne Zugang zum Mobiltelefon nervös oder unsicher zu werden und Konzentrationsprobleme zu bekommen.

EU-Regeln sollen Durchsetzung stützen

Bei Verstößen der Plattformen sollen nach Angaben von Digitalminister Dimitris Papastergiou die europäischen Kontroll- und Sanktionsmechanismen greifen. Der Digital Services Act ermöglicht bei bestimmten Verstößen Geldbußen von bis zu sechs Prozent des weltweiten Jahresumsatzes.

EU berät über eigene Altersvorgaben

Die EU-Kommission hatte im September den EU Kids Act zum Schutz Minderjähriger im Internet vorgelegt. Der Vorschlag sieht unter anderem ein Social-Media-Verbot für unter 13-Jährige und eigene Konten grundsätzlich erst ab 15 Jahren vor.

Über den Vorschlag beraten derzeit das Europäische Parlament und die Mitgliedstaaten. Griechenland will seine nationale Regelung bereits zum Jahresbeginn 2027 starten.

Griechenland setzt auf nationale Altersgrenze

Das geplante Verbot ordnet Griechenland in eine wachsende europäische Debatte über den Schutz Minderjähriger vor problematischer Nutzung sozialer Netzwerke ein. Athen geht dabei über den im EU Kids Act vorgesehenen Schwellenwert hinaus: Die griechische Regelung soll bereits für alle unter 15-Jährigen gelten, während der EU-Vorschlag ein Verbot sozialer Medien für unter 13-Jährige und eigene Konten grundsätzlich erst ab 15 Jahren vorsieht.

Für die praktische Umsetzung wird entscheidend sein, wie Plattformen das Alter ihrer Nutzer feststellen und wie Ausnahmen oder bestehende Konten behandelt werden. Die Zuständigkeit liegt nicht allein bei Familien oder Schulen: Nach den Angaben zur Maßnahme sollen bei Verstößen europäische Kontroll- und Sanktionsmechanismen greifen. Der Digital Services Act schafft dafür einen gemeinsamen Rechtsrahmen und sieht bei bestimmten Verstößen hohe Geldbußen vor.

Folgen für Jugendliche und Plattformen

Für Familien in Griechenland bedeutet der geplante Termin 1. Januar 2027 eine konkrete Umstellung. Jugendliche unter 15 Jahren könnten ihre bisherige Nutzung großer Plattformen wie TikTok, Facebook oder Instagram verlieren. Zugleich dürfte die Regelung die Diskussion über digitale Bildung, elterliche Verantwortung und den Umgang mit psychischer Belastung durch soziale Medien verschärfen.

Politisch ist das Vorhaben auch deshalb relevant, weil nationale Verbote mit einer noch nicht abgeschlossenen europäischen Regulierung zusammentreffen. Eine EU-weite Lösung könnte einheitlichere Vorgaben schaffen; bis dahin bleibt Griechenland auf eine nationale Umsetzung angewiesen. Die von der Regierung angeführte Schülerbefragung verweist auf ein verbreitetes Nutzungsproblem, beantwortet aber nicht allein, welche Maßnahmen langfristig wirksam sind.

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