Deutschland, Tschechien

Steuerbetrug mit Luxusautos: Festnahmen bei EU-weiter Razzia

04.03.2026 - 14:28:02 | dpa.de

Großaktion gegen Steuerbetrug: In neun EU-LĂ€ndern durchsuchen Beamte Objekte. Die Köpfe des weit verzweigten Netzwerks sollten in Deutschland sitzen.

  • Bewaffnete EinsatzkrĂ€fte waren in Iserlohn vor Ort. - Foto: Alex Talash/dpa
  • Sportwagen, Kunst und andere GegenstĂ€nde beschlagnahmten die EinsatzkrĂ€fte in Berlin und mehreren EU-LĂ€ndern. - Foto: Carsten Koall/dpa
Bewaffnete EinsatzkrÀfte waren in Iserlohn vor Ort. - Foto: Alex Talash/dpa Sportwagen, Kunst und andere GegenstÀnde beschlagnahmten die EinsatzkrÀfte in Berlin und mehreren EU-LÀndern.  - Foto: Carsten Koall/dpa

Bei EU-weiten Razzien wegen mutmaßlichen Steuerbetrugs in Millionenhöhe bei AutoverkĂ€ufen hat es mehr als 150 Durchsuchungen in Deutschland und acht weiteren LĂ€ndern gegeben. Neun VerdĂ€chtige - vier in Deutschland und fĂŒnf in Tschechien - seien festgenommen worden, teilte die EuropĂ€ische Staatsanwaltschaft (Eppo) in Luxemburg mit. Der Steuerschaden werde auf 103 Millionen Euro geschĂ€tzt. 

Die EinsatzkrĂ€fte beschlagnahmten laut Mitteilung Luxuswagen, Bargeld, Kunstwerke und weitere Vermögenswerte im Wert von mehr als 13,5 Millionen Euro. Auch in Österreich, Bulgarien, Kroatien, Tschechien, Ungarn, Italien und Polen sowie in der Slowakei habe es Durchsuchungen gegeben. Die Aktionen seien von den Eppo-Außenstellen in Berlin und Köln sowie Prag geleitet worden, hieß es. Mehr als 1.100 Ermittlerinnen und Ermittler waren demnach beteiligt.

Vorwurf: Durch ausgeklĂŒgeltes System Staat um Steuern betrogen

HauptverdĂ€chtige sind laut der europĂ€ischen Behörde die EigentĂŒmer einer Gruppe von AutohĂ€usern in Berlin und dem nordrhein-westfĂ€lischen Iserlohn. Dort wurden mehrere Objekte durchsucht. Die EigentĂŒmer sollen die Köpfe eines ĂŒber mehrere EU-LĂ€nder verzweigten kriminellen Netzwerks sein.

Die VerdĂ€chtigen sollen durch ein ausgeklĂŒgeltes System, ein sogenanntes Umsatzsteuerkarussell, die Staaten um Steuern betrogen haben. Dabei sollen sie ĂŒber Briefkastenfirmen unrechtmĂ€ĂŸig die Zahlung der Umsatzsteuer vermieden und sich an anderer Stelle Steuern erstattet lassen haben. Die vorgeworfenen Straftaten erstrecken sich laut Eppo ĂŒber den Zeitraum von 2017 bis 2025.

Die EuropĂ€ische Staatsanwaltschaft ist die unabhĂ€ngige Staatsanwaltschaft der EuropĂ€ischen Union. Sie ist verantwortlich fĂŒr die Verfolgung von Straftaten gegen die finanziellen Interessen der EU und befasst sich unter anderem mit FĂ€llen von Steuerbetrug, GeldwĂ€sche, Zollbetrug oder Veruntreuung von EU-Mitteln.

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