Großer Kokainfund: 2,1 Tonnen auf Segeljacht vor Spaniens Küste sichergestellt
Veröffentlicht am: 21.09.2026 um 15:22 Uhr | dpa, AD HOC NEWSVor der Küste Galiciens ist eine Segeljacht mit 2,1 Tonnen Kokain an Bord von den spanischen Behörden gestoppt und in den Hafen von Vigo gebracht worden.
Beschlagnahme auf hoher See und Festnahmen
Die spanische Steuer- und Zollbehörde AEAT teilte mit, dass die Jacht rund 650 Kilometer vor der Nordwestküste des Landes aufgebracht wurde. Die vier Besatzungsmitglieder mit Staatsangehörigkeiten aus Argentinien, Uruguay, Kolumbien und Albanien seien festgenommen worden. Zudem sei ein weiteres mutmaßliches Bandenmitglied in Girona festgesetzt worden.
Verdächtige Jacht seit Juli im Fokus
Nach Angaben der Behörde handelt es sich um eine rund 14 Meter lange Jacht, die unter polnischer Flagge fährt. Das Boot sei den Ermittlern bereits seit längerem als verdächtig aufgefallen. Seit dem Auslaufen aus dem Hafen der Ortschaft Roses an der spanischen Mittelmeerküste im Juli sei die Jacht beschattet worden.
Spezialisierte Schmugglergruppe im Visier
Die AEAT geht davon aus, dass hinter dem Einsatz der Jacht eine kriminelle Gruppe steht, die sich auf den Drogenschmuggel mit Segelbooten spezialisiert hat. Diese Gruppe soll ihre Dienste kriminellen Organisationen in Osteuropa und auf dem Balkan angeboten haben. Die jetzt gesicherte Ladung Kokain wird dieser Struktur zugerechnet.
Internationale Zusammenarbeit der Behörden
An der Operation waren neben der spanischen Zollbehörde auch der französische Zoll, die polnische und die britische Polizei sowie die US-Antidrogenbehörde DEA beteiligt. Die Jacht wurde nach der Sicherstellung der Drogen in den Hafen von Vigo geschleppt, wo weitere Ermittlungen zur Herkunft der Ladung und zur Beteiligung weiterer Personen laufen.
Kokainroute über den Atlantik im Fokus
Woher genau das Kokain stammt und wann sowie wo es auf das Schiff geladen wurde, ist nach Behördenangaben noch offen. Die Operation wird als Teil des Kampfes gegen den Drogenhandel auf der sogenannten Kokainroute über den Atlantik beschrieben. Diese Route ist dafür bekannt, dass Segelboote aus Südamerika im offenen Meer Drogen umladen, um sie anschließend möglichst unauffällig nach Europa zu schmuggeln.
Spanien als Schlüsselstaat im Kampf gegen Kokain-Schmuggel
Die Sicherstellung von 2,1 Tonnen Kokain auf einer Segeljacht vor Galicien unterstreicht die zentrale Rolle Spaniens im europäischen Kampf gegen den internationalen Kokainhandel. Die Küstenregionen am Atlantik und am Mittelmeer gelten seit Jahren als wichtige Einfallstore für Drogenlieferungen aus Südamerika nach Europa. Die nun bekannt gewordene Operation reiht sich in eine Serie großer Beschlagnahmen ein, bei denen regelmäßig Tonnenmengen Kokain entdeckt werden.
Professionalisierte Schmuggelnetze und maritime Routen
Die spanische Steuer- und Zollbehörde beschreibt eine Gruppe, die sich gezielt auf den Drogenschmuggel mit Segelbooten spezialisiert hat und ihre Dienste Organisationen in Osteuropa und auf dem Balkan anbietet. Damit setzt sich ein Trend fort, bei dem kriminelle Netzwerke zunehmend maritime Spezialrouten nutzen, um große Drogenladungen im Atlantik zu übernehmen und anschließend relativ unauffällig nach Europa zu bringen. Die beschattete Jacht, die im Juli aus Roses auslief und nun mit einer tonnenschweren Ladung Kokain gestoppt wurde, zeigt, wie langfristig solche Operationen geplant und überwacht werden.
Internationale Kooperation und Auswirkungen auf Europa
Bedeutend ist die breite internationale Beteiligung: Neben den spanischen Behörden wirkten französischer Zoll, polnische und britische Polizei sowie die US-Antidrogenbehörde DEA mit. Dies verweist auf den transnationalen Charakter der beteiligten Netzwerke und die Notwendigkeit enger Zusammenarbeit, um Lieferketten über mehrere Kontinente hinweg zu zerschlagen. Für Europa bedeutet ein Fund dieser Größenordnung, dass vermutlich hunderttausende Einzelportionen Kokain vom Markt genommen werden. Zugleich zeigt der Fall, dass die sogenannten Atlantikrouten trotz massiver Kontrollen weiterhin intensiv genutzt werden und die Sicherheitsbehörden dauerhaft gefordert bleiben, ihre Überwachungskapazitäten auf See und in den Häfen zu stärken.
