Herbststurm, Sturmflut

Herbststurm: 10.000 Haushalte in Freiburg ohne Strom

Veröffentlicht am: 25.10.2026 um 13:23 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Sturmböen haben in mehreren Bundesländern Bäume umgerissen, Menschen verletzt und den Bahnverkehr beeinträchtigt. An der Nordseeküste wird in der Nacht zum Montag weiterhin vor erhöhtem Hochwasser gewarnt.

Sturmfolgen an mehreren Einsatzorten

  • In Freiburg und Umgebung waren am Sonntagvormittag rund 10.000 Haushalte stundenlang ohne Strom.
  • In Nastätten wurden nach dem Umstürzen eines Gestells bei einem Oktobermarkt zwei Menschen schwer verletzt.
  • Am Montagmorgen soll das Wasser in Hamburg am Pegel St. Pauli rund 2 Meter über dem mittleren Hochwasser liegen.
  • Das sind die schönes Seiten des Herbststurm - Bild: Volker Bartels/dpa
  • Der eine oder andere Regenschirm überstand das Wochenende nicht. - Bild: Thomas Warnack/dpa
  • Eine Sturmflut wird an der Nordseeküste erwartet. - Bild: Bodo Marks/dpa
  • Am Freitag war auch der Hauptbahnhof von Karlsruhe vom Wetter betroffen. - Bild: Uli Deck/dpa
  • In mehreren Bundesländern musste die Feuerwehr ausrücken. - Bild: Gianni Gattus/dpa
  • In Freiburg fiel der Strom aus. - Bild: Valentin Gensch/dpa
Das sind die schönes Seiten des Herbststurm - Bild: Volker Bartels/dpa Der eine oder andere Regenschirm überstand das Wochenende nicht. - Bild: Thomas Warnack/dpa Eine Sturmflut wird an der Nordseeküste erwartet. - Bild: Bodo Marks/dpa Am Freitag war auch der Hauptbahnhof von Karlsruhe vom Wetter betroffen.  - Bild: Uli Deck/dpa In mehreren Bundesländern musste die Feuerwehr ausrücken. - Bild: Gianni Gattus/dpa In Freiburg fiel der Strom aus. - Bild: Valentin Gensch/dpa

Sturm zieht über Deutschland und hinterlässt Schäden

Die ersten Herbststürme sind über Deutschland gezogen und haben vielerorts Schäden hinterlassen. Mehrere Menschen wurden verletzt, während Feuerwehren bundesweit zu Hunderten Einsätzen ausrückten.

Stromausfall legt Teile Freiburgs lahm

In Freiburg und Umgebung waren am Sonntagvormittag rund 10.000 Haushalte stundenlang ohne Strom. Starke Winde wehten laut Stadtverwaltung ein Blechdach in ein Umspannwerk, wodurch ein Kurzschluss entstand.

Im Universitätsklinikum Freiburg konnten deshalb zeitweilig nur lebensbedrohliche Notfälle in der Notaufnahme versorgt werden. Auch andernorts meldeten Polizei und Einsatzkräfte Sachschäden an Autos und Gebäuden sowie umgestürzte Bäume.

Zwei Schwerverletzte in Nastätten

Schwere Folgen hatte der Sturm im Norden von Rheinland-Pfalz. In Nastätten warf eine Böe am Freitagnachmittag ein Gestell um, während in der Nähe ein Oktobermarkt stattfand; zwei Menschen wurden schwer verletzt.

In Seligenstadt traf ein abgerissener Ast einen Radfahrer, den die Feuerwehr befreien musste. Im saarländischen Lebach wurde ein Fußgänger von einem Werbeschild leicht verletzt.

Behinderungen bei Bahn und Flugverkehr

Der Syltshuttle wurde wegen Windstärke 12 eingestellt. In Nordrhein-Westfalen war die Strecke zwischen Recklinghausen und Münster betroffen, Züge wurden umgeleitet und verlängerten die Fahrzeit um etwa 15 Minuten.

Auch bei Landstuhl gab es Einschränkungen. Züge nach Paris fuhren deshalb nicht über Saarbrücken, sondern über Straßburg.

Sturm sorgt auch im Ausland für Ausfälle

Der Sturm mit dem Namen „Boelo“ führte auch in Großbritannien, den Niederlanden und Skandinavien zu Beeinträchtigungen. In England waren Zehntausende Haushalte ohne Strom, in Schottland weitere 6.000; außerdem wurden Veranstaltungen abgesagt und Überschwemmungen gemeldet.

Am Flughafen Amsterdam-Schiphol wurden Dutzende Flüge gestrichen oder verspätet abgefertigt. In Skandinavien fielen Fähren und Zugverbindungen aus, während umgestürzte Bäume Straßen blockierten.

Nordseeküste erwartet erhöhte Wasserstände

Das stürmische Wetter sollte am Sonntagnachmittag in weiten Teilen Deutschlands nachlassen. An den Küsten blieb der Wind jedoch bis in die Nacht zum Dienstag frisch bis stürmisch.

Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie warnte vor einer Sturmflut an der deutschen Nordseeküste. In der Nacht zum Montag soll das Hochwasser an der ostfriesischen Küste und im Elbegebiet 1,5 bis 2 Meter, an der nordfriesischen Küste 2 bis 2,5 Meter über dem mittleren Hochwasser liegen.

Milderes Wetter im Süden

In der Südhälfte soll anschließend milderes Wetter Einzug halten. Für Dienstag werden örtlich bis zu 21 Grad Celsius erwartet, vor allem in Baden-Württemberg und am Alpenrand kann es sonnig und meist trocken werden.

Im Norden bleibt es dagegen eher wechselhaft.

Herbststürme entstehen, wenn starke Luftdruckgegensätze zwischen Tiefdruckgebieten im Norden und höherem Druck in südlicheren Regionen große Windgeschwindigkeiten erzeugen. Trifft die Strömung auf bereits belaubte Bäume oder beschädigte Bauteile, können vergleichsweise kurze Böen erhebliche Schäden verursachen.

Für Deutschland lag der Schwerpunkt der Folgen am Wochenende regional unterschiedlich: Im Südwesten führte der Wind in Freiburg zu einem großflächigen Stromausfall, während in Rheinland-Pfalz Menschen bei einem Marktgeschehen schwer verletzt wurden. Verkehrsbehinderungen auf der Schiene zeigen, dass die Auswirkungen nicht auf Sachschäden begrenzt bleiben.

Gefahr an der Küste bleibt bestehen

Auch wenn der Wind im Binnenland nachlassen sollte, bleibt die Nordseeküste wegen des angekündigten erhöhten Wasserstands besonders aufmerksam. Sturmfluten entstehen, wenn anhaltender Wind Wasser gegen die Küste drückt und gleichzeitig das Hochwasser ansteigt. Für Anwohner, Reisende und Einsatzkräfte bedeutet das, Warnungen zu beachten, gefährdete Küstenbereiche zu meiden und mit weiteren Einschränkungen zu rechnen.

Die Wetterlage soll sich anschließend regional beruhigen. Während die Südhälfte auf milderes und örtlich sonniges Wetter zusteuert, bleibt es im Norden wechselhafter. Damit endet die akute Sturmphase voraussichtlich nicht überall gleichzeitig.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

Frankfurter Rundschau: „Unwetter-Chaos in Deutschland: Bundesamt löst Sturmflut-Warnung aus – Situation im Norden besorgt“ (25.10.2026)

Der Beitrag hebt wie die dpa-Meldung die Sturmflutwarnung an der Nordseeküste hervor und richtet den Schwerpunkt auf die Lage im Norden. Zusätzlich ordnet er die Wetterlage als Unwettergeschehen in Deutschland ein.

tagesschau.de: „Verletzte und Schäden nach ‚Sturmtief‘ Luise“ (24.10.2026)

Der Artikel bestätigt die Schäden und Verletzten nach dem ersten kräftigen Herbststurm und betont besonders die Folgen im Westen und Südwesten. Im Vergleich zur dpa-Meldung liegt der Akzent stärker auf der regionalen Schadensbilanz.

Übereinstimmend steht die Kombination aus Sturmschäden, Verkehrsfolgen und weiterer Gefahr an der Küste im Mittelpunkt. Unterschiede ergeben sich vor allem bei der regionalen Gewichtung; offen bleibt, wie stark die angekündigte Sturmflut die Küste tatsächlich belastet.

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