Bilanz: Erneut hunderte Tote im zivilen Luftverkehr
02.01.2026 - 14:28:58 | dpa.de
Im vergangenen Jahr sind bei UnglĂŒcken im weltweiten zivilen Luftverkehr 418 Menschen ums Leben gekommen. Unter den Opfern waren neben 352 Passagieren sowie 33 Crewmitgliedern auch 33 Menschen am Boden, wie aus einer Bilanz des Aviation Safety Network hervorgeht, ĂŒber die der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) berichtet. Im Jahr 2024 hatte es nach einem drastischen Anstieg 334 Todesopfer gegeben.
Trotz der kurzfristig erhöhten Opferzahlen sinke im langfristigen Vergleich die Zahl der VerunglĂŒckten im VerhĂ€ltnis zur Passagierzahl tendenziell weiter, stellt der Verband fest. Die statistische Wahrscheinlichkeit, durch einen Flugzeugabsturz ums Leben zu kommen, lag demnach im vergangenen Jahr bei 1 zu 11.459.330. Noch in den 1970er-Jahren war das Risiko mit 1 zu 264.000 wesentlich ungĂŒnstiger.Â
Zahl der Passagiere hat sich mehr als verzehnfacht
In einzelnen Jahren kamen damals bei einem sehr viel kleineren Verkehrsaufkommen mehr als 2.000 Menschen bei FlugzeugabstĂŒrzen ums Leben. Nach Prognosen der UN-Luftfahrtorganisation ICAO waren 2025 rund 4,7 Milliarden Passagiere unterwegs - mehr als zehnmal so viel wie in den 1970er-Jahren mit rund 440 Millionen Passagieren.
In die Statistik flieĂen UnfĂ€lle von Flugzeugen mit einer KapazitĂ€t von mindestens 14 Sitzen ein. Daten zu UnglĂŒcken mit kleineren Maschinen lagen zunĂ€chst nicht vor. Auch UnfĂ€lle von MilitĂ€rflugzeugen werden nicht erfasst.
Kein UnglĂŒck in Deutschland
Von den zehn erfassten UnglĂŒcken mit Passagier- und Frachtmaschinen fand keines in Deutschland statt. Das schwerste UnglĂŒck ereignete sich am 12. Juni 2025, als eine Boeing 787 Dreamliner der Air India unmittelbar nach dem Start im indischen Ahmedabad zerschellte. 229 FluggĂ€ste und 12 Crewmitglieder kamen ums Leben, wĂ€hrend ein Passagier wie durch ein Wunder ĂŒberlebte. Am Boden starben 19 Unbeteiligte. Die Ermittlungen zur Ursache des plötzlichen Schubverlustes an beiden Triebwerken dauern noch an.Â
Nach einer Auswertung des Hamburger FlugsicherheitsbĂŒros Jacdec in Zusammenarbeit mit dem Luftfahrtmagazin «Aero International» waren im vergangenen Jahr die arabischen Airlines Etihad, Emirates und Qatar besonders sicher unterwegs. Unter den 25 weltgröĂten Gesellschaften verbesserte sich die Lufthansa um einen Platz auf den zwölften Rang.Â
In die Bewertung flieĂen die Unfall- und Zwischenfalldaten aus der Jacdec-Datenbank mit gut 34.000 EintrĂ€gen ein. UnfĂ€lle werden nach ihrer Schwere gewichtet; ihr Einfluss auf den Risikoindex nimmt mit zunehmendem zeitlichem Abstand ab und entfĂ€llt nach 30 Jahren vollstĂ€ndig. ZusĂ€tzlich werden Faktoren wie die QualitĂ€t der staatlichen Luftaufsicht, Infrastruktur, WitterungseinflĂŒsse, Flottenalter, Routenstruktur sowie das sozioökonomische Umfeld der jeweiligen HeimatlĂ€nder berĂŒcksichtigt.
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