Tote, Erdbeben

Fast 700 Tote nach Erdbeben in Myanmar bestÀtigt

29.03.2025 - 05:45:58 | dpa.de

Im vom BĂŒrgerkrieg geplagten Myanmar ist die Lage nach dem heftigen Erdbeben unĂŒbersichtlich. Die genaue Zahl der Opfer ist noch unklar. Experten befĂŒrchten Schlimmes.

  • In Bangkok wurden nach dem Erdbeben immer noch Menschen vermisst. - Foto: Wason Wanichakorn/AP/dpa
  • Hunderte Menschen in Myanmar wurden bei dem Erdbeben verletzt. - Foto: Uncredited/The Myanmar Military True News Information Team/AP/dpa
In Bangkok wurden nach dem Erdbeben immer noch Menschen vermisst.  - Foto: Wason Wanichakorn/AP/dpa Hunderte Menschen in Myanmar wurden bei dem Erdbeben verletzt.  - Foto: Uncredited/The Myanmar Military True News Information Team/AP/dpa

Die Zahl der offiziell bestĂ€tigten Todesopfer nach dem Erdbeben in Myanmar ist auf 694 angestiegen. Die MilitĂ€rfĂŒhrung des sĂŒdostasiatischen Landes gab im Staatsfernsehen zudem bekannt, dass die Zahl der Verletzten bei 1.670 liege. 

Am Freitag hatte die Erde in SĂŒdostasien heftig gebebt und schwere Zerstörungen angerichtet. Das Deutsche Geoforschungsinstitut (GFZ) in Potsdam und die US-Erdbebenwarte (USGS) geben die StĂ€rke mittlerweile mit 7,7 an. Zudem registrierten beide Institute ein paar Minuten spĂ€ter etwas sĂŒdlich ein weiteres Erbeben mit einer StĂ€rke von 6,4. 

Das Epizentrum des stĂ€rkeren Bebens lag in der NĂ€he von Mandalay, der mit 1,6 Millionen Einwohnern zweitgrĂ¶ĂŸten Stadt Myanmars. Das Beben war auch in Thailand, China und Vietnam teils deutlich zu spĂŒren. 

Das Rote Kreuz in Myanmar sprach von verheerenden SchĂ€den. Es bestehe große Sorge, dass DĂ€mme am Fluss Irrawaddy brechen könnten.

Besorgniserregende SchÀtzung

Doch die Lage in Myanmar bleibt unĂŒbersichtlich. Seit einem MilitĂ€rputsch im Februar 2021 versinkt das frĂŒhere Birma ohnehin schon in Gewalt und Chaos, verschiedene Rebellengruppen kĂ€mpfen teils erfolgreich gegen die Armee. Aus dem Land dringen nur wenige Informationen nach außen. Die EuropĂ€ische Kommission teilte am Freitagabend mit, den Copernicus-Satellitendienst zu aktivieren, um die Folgen des Erdbebens besser beurteilten zu können. 

Laut einer SchĂ€tzung der US-Erdbebenwarte USGS könnte die Opferzahl in die Tausende gehen. Das Institut befĂŒrchtet, dass in Myanmar und den anderen betroffenen Regionen insgesamt mehr als 10.000 Menschen ums Leben gekommen sein könnten. 

Hilfe von einem der wenigen VerbĂŒndeten

Aus der chinesischen Provinz Yunnan wurden ebenfalls Verletzte und SchÀden an GebÀuden gemeldet. 

Die Volksrepublik, einer der wenigen VerbĂŒndeten Myanmars, schickte nach Angaben staatlicher Medien ein kleines Team des Katastrophenschutzes mit SpezialgerĂ€ten ĂŒber die Grenze nach Myanmar. Zudem sagte das chinesische Außenamt weitere Hilfe zu. Staats- und Parteichef Xi Jinping sprach MilitĂ€r-Junta-Chef Min Aung Hlaing sein MitgefĂŒhl aus. 

Suche in Thailand geht weiter 

In Thailand wurden bislang drei TodesfÀlle offiziell bestÀtigt. Medienberichten zufolge sollen inzwischen allerdings bis zu zehn Tote geborgen worden sein. Hinzu kommen demnach allein 101 Vermisste in der Millionenstadt Bangkok. 

Die thailĂ€ndische Wetterbehörde verzeichnete einen Tag nach dem schweren Erdbeben außerdem weitere ErdstĂ¶ĂŸe. Von den 77 gemessenen ErdstĂ¶ĂŸen, die sich hauptsĂ€chlich auf dem Gebiet des im Norden angrenzenden Myanmars ereigneten, waren allerdings die meisten deutlich schwĂ€cher und mitunter kaum zu spĂŒren, wie es hieß. 

In Bangkok war am Freitag ein im Bau befindliches Hochhaus in sich zusammengestĂŒrzt. Die Suche nach Vermissten in den TrĂŒmmern lĂ€uft weiter, wie auf Fotos zu sehen war. 

Derweil kehrte wieder etwas Alltag in die thailĂ€ndische Hauptstadt zurĂŒck. Im öffentlichen Nahverkehr nahmen einige U-Bahnlinien wieder den Betrieb auf. Andere wurden noch weiter auf SchĂ€den ĂŒberprĂŒft.

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