Hochriskante Bergung der Goldsucher aus Höhle in Laos
28.05.2026 - 13:19:10 | dpa.deTief im Dschungel von Laos lĂ€uft ein Wettlauf gegen Zeit, Wasser und klaustrophobische Tunnel: FĂŒnf verschollene Goldsucher wurden lebend in einer ĂŒberfluteten Höhle entdeckt â doch ihre Rettung gilt als hochriskant. Wie die laotische Rettungsorganisation Rescue Volunteer for People mitteilte, wurden die Eingeschlossenen inzwischen mit Lebensmitteln und Medikamenten versorgt. Wann die Bergung genau beginnen soll, ist unklar. Gleichzeitig lĂ€uft die Suche nach zwei weiteren Vermissten weiter.Â
Die fĂŒnf Goldsucher waren am Mittwoch nach mehr als einer Woche lebend in der Höhle entdeckt worden. Nach Angaben der EinsatzkrĂ€fte sind sie erschöpft und hungrig, ihr Zustand ist aber stabil. Die Retter pumpten weiter Wasser ab, um den Weg nach drauĂen passierbar zu machen. Auch werde geprĂŒft, ob erneut Wasser eindringen könnte, hieĂ es.
Spezialist aus Australien auf dem Weg
Unterdessen ist der australische Höhlentaucher Josh Richards zur UnterstĂŒtzung der Mission auf dem Weg nach Laos. Er werde dort am Freitag eintreffen, sagte er dem australischen Sender 7News. Die Rettungsaktion sei extrem gefĂ€hrlich und kompliziert. Er sei wegen seiner kleinen Statur angefragt worden, weil er durch die extrem engen Tunnel passe.Â
Die GĂ€nge seien instabil, die Sicht unter Wasser praktisch gleich null, fĂŒgte er unter Berufung auf Angaben der Einsatzteams hinzu: «Das ist wie in Kaffee zu tauchen.» Experten warnten zudem, dass neue heftige RegenfĂ€lle die Lage dramatisch verschĂ€rfen könnten.Â
Sauerstoffmangel erschwert Bergung
Die Eingeschlossenen befinden sich Berichten zufolge Hunderte Meter vom Eingang entfernt. Die GĂ€nge können zumeist nur kriechend passiert werden, teilweise muss durch tiefes Wasser getaucht werden. Medien sprachen von einer «klaustrophobischen Tortur».Â
ZusĂ€tzlich erschwert Sauerstoffmangel die Rettungsaktion erheblich. Experten aus dem Nachbarland Thailand sind im Einsatz und erklĂ€rten, es wĂŒrden zusĂ€tzliche Sauerstoffflaschen gebraucht, da die bisher installierten Luftleitungen nicht alle Bereiche erreichten. «Sicherheit hat absolute PrioritĂ€t â es gibt keinen Raum fĂŒr Fehler», sagte der Leiter des thailĂ€ndischen Rettungsteams, Ting Li Gengkat Bongkawong.
Die MĂ€nner befinden sich seit dem 19. Mai in der Höhle im Bezirk Longchaeng in der nördlichen Provinz Xaisomboun. Insgesamt zehn Dorfbewohner hatten dort nach Gold gesucht, als heftige RegenfĂ€lle die Höhle plötzlich fluteten und ein Erdrutsch den Ausgang blockierte. Drei von ihnen konnten sich retten und Alarm schlagen. Sieben galten tagelang als vermisst, lange war unklar, ob sie noch lebten. FĂŒr die zwei weiterhin vermissten MĂ€nner schwinde langsam die Hoffnung, sagte Richards vor seiner Abreise aus Australien.
Vergleiche mit Rettungsmission in Thailand
Die Bergung könnte sich als Ă€uĂerst schwierig erweisen, hatte auch der finnische Höhlentaucher Mikko Paasi in sozialen Netzwerken geschrieben. Der Experte hatte bereits 2018 die dramatische Rettungsaktion fĂŒr ein eingeschlossenes Jugend-FuĂballteam und ihren Trainer in der Tham-Luang-Höhle in Thailand unterstĂŒtzt und ist auch diesmal in vorderster Front dabei. Auf einem von ihm veröffentlichten Video ist zu sehen, wie er sich in Laos durch extrem enge, mit braunem Wasser geflutete HöhlengĂ€nge kĂ€mpft â und schlieĂlich die fĂŒnf Eingeschlossenen erreicht.
Medienberichten zufolge sollen die MĂ€nner ausreichend VorrĂ€te mit sich gefĂŒhrt haben, um mehrere Tage in der Höhle ĂŒberleben zu können. Auf Videos der RettungskrĂ€fte schienen mindestens zwei von ihnen funktionierende Stirnlampen zu tragen.
Die Höhle gilt als deutlich kleiner und enger als die Tham-Luang-Höhle in Thailand. Wie die Goldsucher genau nach drauĂen gebracht werden sollen, wurde zunĂ€chst nicht bekannt. In Thailand waren die Jugendlichen mit Beruhigungsmitteln betĂ€ubt worden, um sie sicher aus der Höhle zu bringen.
Der Rettungsorganisation Rescue Volunteer for People zufolge stehen Ărzteteams bereit, um die MĂ€nner unmittelbar nach ihrer Bergung medizinisch zu versorgen. FĂŒr den Transport aus dem schwer zugĂ€nglichen Gebiet, das von Bergen und dichtem Dschungel geprĂ€gt ist, sollen weitere Helfer organisiert werden.
