Nordrhein-Westfalen, Deutschland

«Extrem gefÀhrlich»: Polizei entdeckt riesiges Waffenarsenal

27.10.2025 - 17:15:00 | dpa.de

In Remscheid bei Wuppertal haben Polizisten ein gewaltiges Arsenal mutmaßlicher Kriegswaffen ausgehoben. TĂ€ter hĂ€tten mit ihnen eine Vielzahl von Menschen töten können, sagen die Ermittler.

  • Mit den Waffen hĂ€tten Kriminelle verheerende Verbrechen verĂŒben können, sagt Oberstaatsanwalt Wolf-Tilman Baumert. - Bild: Federico Gambarini/dpa
    Mit den Waffen hĂ€tten Kriminelle verheerende Verbrechen verĂŒben können, sagt Oberstaatsanwalt Wolf-Tilman Baumert. - Bild: Federico Gambarini/dpa
  • UnzĂ€hlige Weltkriegswaffen, Wehrmachtsuniformen und auch aktuellere Kriegswaffen fanden die Beamten im Keller eines Hauptbeschuldigten. - Bild: --/Polizei Wuppertal/dpa
    UnzÀhlige Weltkriegswaffen, Wehrmachtsuniformen und auch aktuellere Kriegswaffen fanden die Beamten im Keller eines Hauptbeschuldigten. - Bild: --/Polizei Wuppertal/dpa
Mit den Waffen hĂ€tten Kriminelle verheerende Verbrechen verĂŒben können, sagt Oberstaatsanwalt Wolf-Tilman Baumert. - Bild: Federico Gambarini/dpa UnzĂ€hlige Weltkriegswaffen, Wehrmachtsuniformen und auch aktuellere Kriegswaffen fanden die Beamten im Keller eines Hauptbeschuldigten. - Bild: --/Polizei Wuppertal/dpa

Sturmgewehre, PanzerfĂ€uste, Mörsergranaten und Maschinenpistolen: EinsatzkrĂ€fte haben in Remscheid bei Wuppertal ein riesiges Arsenal mit Kriegswaffen sichergestellt. Es könnte sich um einen der grĂ¶ĂŸten Funde von Kriegswaffen in Nordrhein-Westfalen handeln, sagte Oberstaatsanwalt Wolf-Tilman Baumert. Drei mutmaßliche WaffenhĂ€ndler kamen in Untersuchungshaft.

Es werde noch Tage dauern, um einen endgĂŒltigen Überblick ĂŒber die vielen Waffen zu bekommen. Erst dann könne man auch mit Sicherheit sagen, ob alle Waffen scharf und schussfĂ€hig seien, sagte Baumert.

Viele Modelle stammen aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs. Aber es gab auch neuere Waffen, mit denen Kriminelle schwere Straftaten hĂ€tten verĂŒben können. «Diese Sachen sind extrem gefĂ€hrlich», betonte Baumert. Mit den sichergestellten Handgranaten und Sprengmitteln hĂ€tte man «eine Vielzahl von Menschen töten und verletzen können», betonte der Oberstaatsanwalt am Rande der Pressekonferenz. «Das geht bis hin zum Amoklauf oder Terroranschlag, oder sie können damit sogar kriegerische Auseinandersetzungen aller Art fĂŒhren.»

Wer die Kunden der WaffenhÀndler waren, dazu sagen die Ermittler bislang nichts. Die drei HauptverdÀchtigen im Alter von 34, 37 und 59 Jahren sitzen in Untersuchungshaft.

Lange Ermittlungen im Voraus

Mehr als ein Jahr lang hatten die Fahnder die Bande im Visier. Entscheidende Hinweise hÀtten zwei verdeckte Ermittler gebracht, die man in das Netzwerk einschleusen konnte. Mehrmals sei es den beiden gelungen, scharfe Waffen wie Maschinenpistolen bei den VerdÀchtigen zu kaufen. «SpÀtestens in dem Moment wussten wir, dass es nicht nur Gerede war, sondern dass tatsÀchlich scharfe Waffen gehandelt wurden», sagte der Oberstaatsanwalt.

Als am Sonntagabend dann ein 59-JĂ€hriger mutmaßlich Waffen ausliefern wollte, griffen SpezialkrĂ€fte zu. Man habe schnell handeln mĂŒssen, um mögliche Gefahren durch den Weiterverkauf der Kriegswaffen zu verhindern, sagte PolizeifĂŒhrer Daniel Sternemann.

Auf der Autobahn 1 bei Remscheid stoppten SpezialkrĂ€fte den Wagen des 59-JĂ€hrigen und nahmen ihn fest. Mithilfe eines RöntgengerĂ€ts wollen die Fahnder nun genau schauen, wo in dem Auto ĂŒberall Waffen versteckt sein könnten. Bei den beiden anderen mutmaßlichen HauptverdĂ€chtigen klickten die Handschellen wenig spĂ€ter bei Hausdurchsuchungen in Remscheid. 

Keller voller Waffen

Die grĂ¶ĂŸten Funde machte die Polizei im Keller des 59-JĂ€hrigen. Er habe dort eine Art Museum mit Waffen und Relikten aus dem Zweiten Weltkrieg errichtet, sagte Michael Vagnsoe, der Leiter der Ermittlungskommission. Darunter seien Relikte aus dem Nationalsozialismus gewesen, aber auch GegenstĂ€nde aus der frĂŒheren Sowjetunion sowie Waffen neuerer Produktionsjahre. 

Handgranaten und Mörsergranaten, die potenziell besonders gefÀhrlich sind, seien von EntschÀrfungs-Experten in einen Steinbruch transportiert und dort gesprengt worden.

Auch auf zahlreiche Hakenkreuz-Flaggen und SS-Uniformen stießen die Fahnder in dem Keller. «Aufgrund der NS-Relikte und dem zumindest militĂ€rgeschichtlichen Interesse an der NS-Zeit haben wir auch Ermittlungen durch den hiesigen Staatsschutz durchfĂŒhren lassen und zum jetzigen Zeitpunkt konnten noch keine Anhaltspunkte fĂŒr eine rechtsextreme Gesinnung festgestellt werden», fĂŒhrte Vagnsoe aus. Es sei davon auszugehen, dass fĂŒr die Beteiligten das finanzielle Interesse im Vordergrund gestanden habe, ergĂ€nzte Oberstaatsanwalt Baumert.

Elf DurchsuchungsbeschlĂŒsse vollstreckt

Am Sonntagabend und Montag seien die Haftbefehle und insgesamt elf DurchsuchungsbeschlĂŒsse vollstreckt worden, sagte PolizeifĂŒhrer Sternemann. Neben GebĂ€uden in Remscheid wurden demnach auch Objekte in Hamm und in Borxleben in ThĂŒringen durchsucht. 200 EinsatzkrĂ€fte seien daran beteiligt gewesen, auch Drogen und Bargeld seien sichergestellt worden. 

Neben den drei hauptbeschuldigten MĂ€nnern wurde laut Ermittlern eine weitere Person festgenommen, hier laute der Vorwurf auf Verstoß gegen das BetĂ€ubungsmittelgesetz.

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