Kaisergebirge: Vermisste Frau aus Thüringen nach Absturz tot aufgefunden
Veröffentlicht am: 24.09.2026 um 19:34 Uhr | dpa, AD HOC NEWSEine 58-jährige Urlauberin aus dem Saale-Holzland-Kreis ist im österreichischen Kaisergebirge rund 80 Meter tief abgestürzt und tödlich verletzt worden.
Kontakt zu Verwandten abgebrochen
Die Frau hatte in Going am Wilden Kaiser Urlaub gemacht und war am Dienstag zu einer Bergtour aufgebrochen. Als ihre Verwandten sie anschließend nicht mehr erreichen konnten, alarmierten sie am Mittwoch die Polizei.
Bergretter, Alpinpolizisten und zwei Hubschrauber suchten nach der Vermissten. Zunächst blieb die Suche ohne Erfolg.
Leiche auf knapp 2.000 Metern entdeckt
Am Donnerstag wurde ein weiterer Suchflug gestartet. Dabei wurden die Aufstiegswege zur Ellmauer Halt abgesucht, einem rund 2.300 Meter hohen Gipfel.
Schließlich sichteten die Einsatzkräfte auf knapp 2.000 Metern Seehöhe eine leblose Person. Die Leiche wurde mit einem Seil geborgen und identifiziert.
Sturz von Klettersteig vermutet
Nach Angaben der Tiroler Polizei gehen die Ermittler davon aus, dass die Frau von einem markierten, aber anspruchsvollen Klettersteig abgekommen war. Sie sei über steiles Felsengelände gestürzt und habe sich dabei tödlich verletzt.
Anspruchsvolles Gelände
Der Unfall ereignete sich an der Ellmauer Halt, dem mit rund 2.300 Metern höchsten Gipfel des Kaisergebirges. Der Zugang führt über alpines, teils ausgesetztes Gelände; ein markierter Klettersteig kann deshalb trotz Wegführung erhebliche technische und konditionelle Anforderungen stellen.
Beim Klettersteiggehen sichern sich Bergsteiger normalerweise mit einem Gurt und einer Verbindung an einem Stahlseil. Diese Sicherung verhindert jedoch nicht jeden Absturz: Wer vom Weg abkommt, kann in steilem Felsgelände den Halt verlieren oder sich schwer verletzen. Orientierung, Wetterbeobachtung und eine realistische Einschätzung der eigenen Fähigkeiten bleiben daher entscheidend.
Wachsende Bedeutung der Bergrettung
Die Suchaktion zeigt zugleich, wie wichtig eine rasche Alarmierung ist, wenn eine Person nach einer Bergtour nicht zurückkehrt. Angehörige verständigten am Mittwoch die Polizei; Bergretter, Alpinpolizisten und Hubschrauber suchten anschließend nach der Vermissten. Die Bergung aus knapp 2.000 Metern Höhe erforderte schließlich einen Hubschraubereinsatz mit Seil.
Für Urlauber im Kaisergebirge hat der Fall eine konkrete Bedeutung: Auch markierte Wege sind nicht automatisch leicht oder risikofrei. Touren sollten an Tageslicht, Wetterlage, Ausrüstung und Erfahrung angepasst werden; Angehörige sollten über Route und geplante Rückkehr informiert sein.
