Bayern, Deutschland

Unfreiwillige Nacht im Flieger - EntschĂ€digung fĂŒr FluggĂ€ste

23.02.2026 - 15:33:35 | dpa.de

Kein Start wegen Schneechaos - doch statt im Hotel mussten Hunderte FluggĂ€ste ĂŒber Nacht in Fliegern ausharren. Was Airline, Airport und der Aufsichtsratschef des Flughafens dazu sagen.

Am MĂŒnchner Flughafen mussten Passagiere ĂŒber Nacht in mehreren Lufthansa-Maschinen ausharren. (Symbolbild) - Bild: Sven Hoppe/dpa
Am MĂŒnchner Flughafen mussten Passagiere ĂŒber Nacht in mehreren Lufthansa-Maschinen ausharren. (Symbolbild) - Bild: Sven Hoppe/dpa

Nachdem Hunderte Passagiere schneebedingt unfreiwillig eine Nacht in Flugzeugen am MĂŒnchner Flughafen verbringen mussten, sollen Betroffene eine finanzielle EntschĂ€digung der Lufthansa erhalten. Wie hoch diese sein soll, wurde zunĂ€chst nicht bekannt. «Lufthansa hat noch am Freitag mit den betroffenen Passagieren Kontakt aufgenommen. Die GĂ€ste erhalten entsprechende EntschĂ€digungszahlungen», teilte ein Sprecher der Lufthansa Group mit. FĂŒnf der sechs betroffenen FlĂŒge zĂ€hlten zur Lufthansa Group. 

Der Airport und die Lufthansa Group entschuldigten sich bei den Betroffenen fĂŒr die «unzumutbare Situation». Man setze gemeinsam mit dem Flughafen MĂŒnchen alles daran, dass sich solche Fehler nicht wiederholten. 

«Unzumutbare Situation»

Vom Flughafen hieß es, es sei fĂŒr die Passagiere eine schwierige und kaum nachvollziehbare Lage gewesen. «Wir arbeiten derzeit mit unseren Partnern daran, die Sachlage vollstĂ€ndig aufzuklĂ€ren und unmittelbar Prozessverbesserungen umzusetzen», erklĂ€rte ein Flughafensprecher. 

«So etwas darf nicht passieren»

Der Aufsichtsratsvorsitzende des Airports, Finanzminister Albert FĂŒracker (CSU), mahnte eine umfassende AufklĂ€rung an. «Ich erwarte vom Flughafen in Abstimmung mit den Partnern einen zĂŒgigen und detaillierten Bericht, welche Verkettung von UmstĂ€nden und Entscheidungen, auch mit Blick auf die Kommunikationswege, zu dieser Situation gefĂŒhrt hat», sagte er dem Sender Antenne Bayern. «Gleichzeitig erwarte ich unverzĂŒglich eine Strategie mit konkreten Maßnahmen, die klar verhindert, dass sich so etwas wiederholt.» Die Situation fĂŒr die Menschen an Bord der Maschinen sei schlicht inakzeptabel gewesen. «So etwas darf nicht passieren.»

Busse fehlten

Insgesamt waren laut Flughafen in der Nacht zum Freitag sechs FlĂŒge mit rund 600 Passagieren betroffen, die bereits an Bord waren und eigentlich starten sollten. Als die Flugzeuge dann aber wegen des starken Schneefalls wider Erwarten doch nicht abheben durften, fehlten Busse, um die FluggĂ€ste ins FlughafengebĂ€ude zurĂŒckzubringen. 

Nach Angaben der Lufthansa traf es neben drei Lufthansa-FlĂŒgen nach Singapur, Kopenhagen und Danzig auch zwei Air-Dolomiti-FlĂŒge nach Graz und Venedig. Außerdem betroffen war ein Flug einer anderen Airline. 

Zwischen 0.00 Uhr und 5.00 Uhr morgens gilt in MĂŒnchen die Nachtflugregelung. Um trotzdem doch noch möglichst viele FlĂŒge zu ermöglichen, sei in der Nacht eine Sonderfluggenehmigung eingeholt worden und Flugzeuge seien noch bis 1.00 Uhr nachts auf die Rollfelder geschickt worden. Wegen des massiven Schneefalls konnten die betroffenen sechs Flieger in dem Zeitfenster nicht abheben. 

100 FlĂŒge gestrichen - KapazitĂ€ten belegt 

Die SchneefĂ€lle hatten nach Angaben des Flughafens am Donnerstag ĂŒber den gesamten Tag fĂŒr VerspĂ€tungen und AusfĂ€lle gesorgt. 100 FlĂŒge seien gestrichen worden. 

Weil die TerminalkapazitĂ€ten wegen Annullierungen im Tagesverlauf mit abgestellten Flugzeugen belegt waren, mussten die Flugzeuge auf Außenpositionen abgestellt werden. Wegen der nĂ€chtlichen Uhrzeit und wegen Defiziten bei der Kommunikation sei der Busverkehr stark eingeschrĂ€nkt gewesen. Die Passagiere seien bestmöglich versorgt worden, hieß es. Laut Lufthansa hatten die Flugzeuge genug Strom und waren beheizt.

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