Kind missbraucht - Identifizierung von Mann zog sich hin
Veröffentlicht am: 15.08.2025 um 14:32 Uhr | dpa.deIm Fall des mutmaĂlichen Missbrauchs eines kleinen MĂ€dchens, das zuvor aus dem Erlebnisbad Rulantica des Europa-Parks in SĂŒdbaden gelockt wurde, ist die Polizei erst nach Tagen auf die Spur des VerdĂ€chtigen gekommen. Das liege unter anderem an der Menge der Bilder, die erst nach und nach hĂ€tten ausgewertet werden können, sagte ein Polizeisprecher. Der Erlebnispark hatte seine Ăberwachungsvideos zur VerfĂŒgung gestellt. Auf ihnen war letztlich auch zu sehen, wie der Mann das Kind am vergangenen Samstag ansprach.
Ein unbeteiligter Zeuge konnte dann ermittelt, aber am Montagabend nicht angetroffen werden. Er erschien einen Tag spĂ€ter bei der Polizei und identifizierte den 31 Jahre alten RumĂ€nen. In welcher Beziehung er zu dem VerdĂ€chtigen steht, wurde nicht mitgeteilt. Davor hatte ein anderer Mann im Visier der Polizei gestanden, der Verdacht hatte sich nicht erhĂ€rtet.Â
Spuren werden ausgewertet
Die Ermittler hatten nach der Identifizierung des RumĂ€nen dessen Wohnung durchsucht und festgestellt, dass sein Reisepass verschwunden und er geflĂŒchtet war. Auch Familienangehörige wohnen mit ihm in der Wohnung - wer, wurde nicht mitgeteilt.Â
Die Kleidung, die der Mann am Tattag getragen habe, sei dort sichergestellt worden und werde derzeit nach Spuren untersucht. Auch am MĂ€dchen seien Spuren gefunden worden, sagte der Polizeisprecher, ohne Details zu nennen. Das Kind war mit dem Mann mindestens zwei Kilometer zu FuĂ in das WaldstĂŒck gelaufen. Die Polizei sucht nach Zeugen, die den FuĂmarsch beobachtet haben.
VerdÀchtiger ist auf der Flucht
Der VerdÀchtige ist weiter auf der Flucht. Nach ihm wird mit internationalem Haftbefehl gefahndet. «Wir arbeiten mit allem, was wir haben, daran, den Mann zu fassen», sagte ein Polizeisprecher. Man habe gute Möglichkeiten, verdeckt nach ihm zu suchen. «Die Schlinge zieht sich zu», sagte er.
Er könnte sich bisherigen Erkenntnissen zufolge ins Ausland abgesetzt haben - vermutlich in sein Heimatland RumĂ€nien. ErfahrungsgemÀà tauchten Menschen dort unter, wo sie sich gut auskennen und eine vertraute Umgebung haben, sagte der Polizeisprecher. Man stehe in engem Kontakt mit den dortigen und auch anderen Behörden.Â
Es sei aber auch denkbar, dass der 31-JĂ€hrige direkt in ein anderes Land flĂŒchtete - oder sein Heimatland bereits wieder verlassen habe. Ob er bereits am Abend des Tattages flĂŒchtete oder erst spĂ€ter, blieb unklar.
Vorerst keine Suche mit Foto
Auf eine öffentliche Suche mit Foto will die Polizei zunĂ€chst verzichten. DafĂŒr fehlten bisher die dazu notwendigen gesicherten Erkenntnisse, sagte ein Polizeisprecher. Man mĂŒsse beispielsweise die Ergebnisse der Auswertung der Spuren abwarten.Â
Das heiĂe in keiner Weise, dass man die Aussagen der SechsjĂ€hrigen in Zweifel ziehe. Aber bevor man eine Person wegen des Verdachts von Kindesmissbrauch mit einem Foto suche, mĂŒsse man sich seiner Sache sehr sicher sein. «Wenn ein solches Foto einmal in der Welt ist, lĂ€sst sich das nicht mehr zurĂŒcknehmen», sagte der Sprecher.
Der VerdĂ€chtige soll das MĂ€dchen aufgefordert haben, sexuelle Handlungen an ihm vorzunehmen. Hinweise auf eine Vergewaltigung gebe es nicht, auch sei das Kind Ă€uĂerlich so gut wie unverletzt, so der Sprecher.Â
Die SechsjĂ€hrige war von dem 31-JĂ€hrigen alleine und hilflos im Wald zurĂŒckgelassen worden. Sie habe sich verĂ€ngstigt und nur mit Badeschlappen und Bikini bekleidet alleine und in der Dunkelheit durch den Wald gekĂ€mpft.Â
Keine weitere Befragung des Kindes geplant
Erst zwei Stunden nach dem Verschwinden entdeckte ein Zeuge das hilflose Kind fĂŒnf Kilometer vom Schwimmbad entfernt und rief die Polizei. Die Eltern hatten zuvor verzweifelt in dem Bad nach ihrer Tochter gesucht und konnten sie schlieĂlich in die Arme schlieĂen.Â
Die SechsjĂ€hrige wurde noch am Tatabend befragt und schilderte, was ihr widerfahren sei. Eine weitere Befragung sei erstmal nicht vorgesehen. Die Familie sei wieder zu Hause - aus welchem Bundesland oder Land sie kommt, sagte die Polizei nicht. Der Schutz des Kindes mĂŒsse im Vordergrund stehen, sagte der Sprecher.
