Kinder, Deutschland

KindeswohlgefÀhrdungen erneut auf Höchststand

Veröffentlicht am: 13.08.2026 um 09:18 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

VernachlĂ€ssigung und Gewalt: Die Zahl der KindeswohlgefĂ€hrdungen steigt zum vierten Mal in Folge. Was ist ĂŒber die FĂ€lle bekannt.

Mehr als die HÀlfte der betroffenen Kinder war höchstens acht Jahre alt. (Symbolbild) - Bild: Karl-Josef Hildenbrand/dpa
Mehr als die HÀlfte der betroffenen Kinder war höchstens acht Jahre alt. (Symbolbild) - Bild: Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Die Zahl der KindeswohlgefÀhrdungen in Deutschland hat das vierte Mal in Folge einen Rekord seit Beginn der Datenerhebung erreicht. Im Jahr 2025 stellten die JugendÀmter bei rund 79.800 Kindern oder Jugendlichen eine Gefahr durch VernachlÀssigung, psychische, körperliche oder sexuelle Gewalt fest. 

Das waren zehn Prozent mehr als im Vorjahr, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte. Und: Im Vergleich zu der ersten Datenerhebung im Jahr 2012 hatten sich die Fallzahlen mehr als verdoppelt. 

GrĂŒnde fĂŒr das starke Wachstum könnten - neben einer tatsĂ€chlichen Zunahme der FĂ€lle - auch eine höhere Wachsamkeit und Anzeigebereitschaft sein, hieß es. Hinzu kĂ€men Verbesserungen in der Kooperation und Qualifizierung der FachkrĂ€fte sowie gesetzliche Neuerungen.

Was ĂŒber die FĂ€lle bekannt ist: 

  • Mehr als die HĂ€lfte der betroffenen Kinder (51 Prozent) war höchstens acht Jahre alt, etwa jedes vierte maximal vier Jahre. Im Schnitt lag das Alter der Kinder bei 8,5 Jahren. 
  • Die meisten Betroffenen (40 Prozent) wuchsen bei beiden Eltern gemeinsam oder bei einem alleinerziehenden Elternteil (37 Prozent) auf. 
  • Am hĂ€ufigsten wurden Anzeichen von VernachlĂ€ssigung festgestellt (58 Prozent). Danach folgten Hinweise auf psychische Misshandlungen (38). Bei 29 Prozent gab es Indizien fĂŒr körperliche Misshandlungen, bei 5 Prozent fĂŒr sexuelle Gewalt. Dabei wiesen 25 Prozent der betroffenen Kinder nicht nur Anzeichen fĂŒr eine, sondern gleich fĂŒr mehrere dieser GefĂ€hrdungsarten auf. 
  • In 74 Prozent der FĂ€lle ging die GefĂ€hrdung hauptsĂ€chlich oder ausschließlich von einem Elternteil aus
  • Um die GefĂ€hrdungssituation zu beenden, wurde in 91 Prozent der FĂ€lle eine Hilfe oder Schutzmaßnahme vereinbart.
  • Auch die Zahl der Verdachtsmeldungen stieg um 12 Prozent auf 268.300 FĂ€lle - ebenfalls ein neuer Höchststand.
  • Meist kam der Hinweis von Polizei und Justiz. Danach folgten Hinweise aus der Bevölkerung, etwa von Verwandten oder Nachbarn sowie anonymen Personen. Nur in zwei Prozent der FĂ€lle kam der Hinweis von den MinderjĂ€hrigen selbst und in sieben Prozent von den Eltern.

Disclaimer...

de | unterhaltung | 69943312 |