König Charles III., Karibikreise

König Charles reist neun Tage durch die Karibik

Veröffentlicht am: 27.10.2026 um 05:00 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Die neuntägige Reise führt den britischen Monarchen durch drei Staaten mit unterschiedlicher Beziehung zur Krone. Im Mittelpunkt stehen der Commonwealth-Gipfel, die koloniale Vergangenheit und Forderungen nach Wiedergutmachung.

Charles’ Reise führt durch drei Stationen

  • Der König besucht zunächst die Bahamas, danach Guyana und zuletzt Antigua und Barbuda.
  • Königin Camilla begleitet Charles beim Commonwealth-Gipfel in Antigua und Barbuda.
  • Auf den Bahamas sowie in Antigua und Barbuda gibt es Bestrebungen gegen die Monarchie.
  • Der britische König tritt am heutigen Dienstag eine neuntägige Karibikreise an. (Archivbild) - Bild: Aaron Chown/PA Wire/dpa
  • Die Karibikreise von Prinz William und Kate wurde von Protesten und Kritik begleitet. (Archivbild) - Bild: Paul Edwards/The Sun/PA Wire/dpa
  • Die Karibikreise von Prinz William und Prinzessin Kate endete in einem PR-Desaster. (Archivbild) - Bild: Chris Jackson/PA Wire/dpa
  • 2024 trafen sich die Commonwealth-Regierungschefs in Samoa. (Archivbild) - Bild: Rick Rycroft/AP POOL/dpa
Der britische König tritt am heutigen Dienstag eine neuntägige Karibikreise an. (Archivbild) - Bild: Aaron Chown/PA Wire/dpa Die Karibikreise von Prinz William und Kate wurde von Protesten und Kritik begleitet. (Archivbild) - Bild: Paul Edwards/The Sun/PA Wire/dpa Die Karibikreise von Prinz William und Prinzessin Kate endete in einem PR-Desaster. (Archivbild) - Bild: Chris Jackson/PA Wire/dpa 2024 trafen sich die Commonwealth-Regierungschefs in Samoa. (Archivbild) - Bild: Rick Rycroft/AP POOL/dpa

Charles besucht Bahamas, Guyana und Antigua

König Charles III. reist neun Tage durch die Karibik und besucht dabei die Bahamas, Guyana sowie Antigua und Barbuda. Die Reise führt ihn in eine Region, in der Forderungen nach einer Aufarbeitung der britischen Kolonialgeschichte und nach Wiedergutmachung zuletzt lauter geworden sind.

Commonwealth-Gipfel als heikler Termin

Auf den Bahamas sowie in Antigua und Barbuda ist Charles Staatsoberhaupt, während Guyana seit 1970 eine Republik ist. Königin Camilla begleitet ihn beim letzten Teil der Reise zum Gipfel der Commonwealth-Staaten in Antigua und Barbuda.

In den beiden Inselstaaten gibt es Bestrebungen, die Monarchie abzuschaffen. Zugleich sind in Antigua Proteste angekündigt worden.

Forderungen nach Wiedergutmachung

Karibische Staaten verlangen seit Jahren eine Aufarbeitung der britischen Rolle im transatlantischen Sklavenhandel. Der Vorsitzende der Reparationskommission der Karibischen Gemeinschaft, Hilary Beckles, forderte Charles auf, seinen Einfluss für Gespräche über Wiedergutmachung zu nutzen.

Auch Guyanas Präsident Irfaan Ali und Commonwealth-Generalsekretärin Shirley Botchwey haben eine offizielle Entschuldigung angesprochen. Charles verurteilte 2021 auf Barbados die Grausamkeit der Sklaverei, eine formelle Entschuldigung blieb jedoch aus.

Palast verweist auf Regierungen

Eine offizielle Entschuldigung ist auch diesmal nicht geplant. Der Palast betont, Fragen zu Reparationen und Entschuldigungen seien Sache der Regierungen.

Die britische Regierung lehnt Reparationszahlungen bislang ab. Der König will nach Angaben des Palasts die Vergangenheit nicht ausblenden, den Schwerpunkt der Reise aber auf Gegenwart und Zukunft der besuchten Länder legen.

Erinnerung an Jamaika-Reise

Wie schnell eine königliche Reise von der Kolonialgeschichte überschattet werden kann, zeigte 2022 der Besuch von Prinz William und Prinzessin Kate in Jamaika. Proteste, Kritik und Bilder, auf denen beide Kindern durch einen Drahtzaun die Hände reichten, lösten damals ein PR-Desaster aus.

Für Charles geht es nun darum, diplomatische Fehltritte zu vermeiden und zugleich den Erwartungen an einen offenen Umgang mit der kolonialen Vergangenheit gerecht zu werden.

König Charles III. reist in eine Region, in der die britische Kolonialgeschichte eng mit aktuellen politischen Debatten verbunden bleibt. Besonders die Forderung nach Reparationen für die Beteiligung Großbritanniens am transatlantischen Sklavenhandel hat in den vergangenen Jahren an Gewicht gewonnen.

Die Karibische Gemeinschaft Caricom koordiniert diese Debatte politisch. Ihre Reparationskommission fordert unter anderem eine offizielle Anerkennung des historischen Unrechts, Entschuldigungen und Gespräche über finanzielle oder andere Formen der Wiedergutmachung. Die britische Regierung lehnt Zahlungen bislang ab und verweist auf die Verantwortung heutiger Regierungen.

Monarchie unter politischem Druck

Für Charles ist die Reise deshalb mehr als ein protokollarischer Besuch. Auf den Bahamas sowie in Antigua und Barbuda ist er Staatsoberhaupt; zugleich gibt es dort Bestrebungen, die Monarchie abzuschaffen. Guyana gehört dagegen als Republik nicht mehr zu den Staaten mit dem britischen Monarchen an der Spitze.

Der Commonwealth-Gipfel in Antigua und Barbuda bietet den beteiligten Regierungen Gelegenheit, historische Fragen mit aktuellen Themen wie Klimaschutz, Entwicklung und wirtschaftlicher Zusammenarbeit zu verbinden. Der Palast will den Schwerpunkt auf Gegenwart und Zukunft legen, kann die Debatte über Kolonialismus und Wiedergutmachung damit aber nicht aus dem politischen Raum halten.

Erfahrungen mit früheren Reisen

Die Reise von Prinz William und Prinzessin Kate nach Jamaika im Jahr 2022 zeigte, wie schnell Proteste und unglückliche Bilder einen royalen Besuch überschatten können. Für Charles wird entscheidend sein, ob symbolische Gesten und Gespräche als ausreichender Umgang mit der Vergangenheit wahrgenommen werden.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

stern: „Kolonialismus: König Charles riskiert in der Karibik seinen Thron“ (25.10.2026)

Der Artikel ordne die neuntägige Route über die Bahamas, Guyana sowie Antigua und Barbuda in die Debatte über Kolonialismus und Reparationsforderungen ein. Anders als die dpa-Meldung setze er den möglichen Druck auf die Stellung der Monarchie stärker in den Mittelpunkt.

n-tv: „König Charles steht vor "größtem Risiko" seiner Regentschaft“ (25.10.2026)

Der Beitrag hebe die Einschätzung hervor, die Reise sei das größte Risiko der bisherigen Regentschaft. Er bestätige die Route und den Commonwealth-Gipfel, konzentriere sich jedoch stärker auf die diplomatische Bewährungsprobe als auf die historischen Hintergründe.

Beide Beiträge stellten die Reise als politisch heiklen Termin dar. Unterschiede gebe es vor allem bei der Gewichtung: Während der eine Artikel die Zukunft der Monarchie betone, rücke der andere die diplomatischen Risiken und den Reiseablauf in den Vordergrund.

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