Kolosseum in Rom nach tödlichem Sturz eines Arbeiters geschlossen
Veröffentlicht am: 23.09.2026 um 12:06 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Ein 22 Jahre alter Arbeiter ist bei Arbeiten an einer neuen Beleuchtungsanlage im Kolosseum in Rom aus zehn Metern Höhe gestĂŒrzt und ums Leben gekommen.
Tödlicher Sturz nach Mitternacht
Der Unfall ereignete sich kurz nach Mitternacht, als das fast 2.000 Jahre alte Amphitheater fĂŒr Besucher bereits geschlossen war. Nach Angaben der Polizei verlor der Arbeiter aus zunĂ€chst ungeklĂ€rter Ursache das Gleichgewicht und stĂŒrzte in die Tiefe.
RettungskrĂ€fte versuchten, den Mann wiederzubeleben. Die MaĂnahmen blieben erfolglos.
Ermittlungen wegen fahrlÀssiger Tötung
Die Staatsanwaltschaft Rom leitete Ermittlungen wegen fahrlÀssiger Tötung gegen Unbekannt ein. ZusÀtzlich wurde die Arbeitsaufsicht eingeschaltet.
Sie soll prĂŒfen, ob bei den Arbeiten Sicherheitsvorschriften missachtet wurden. Das Kolosseum war am Mittwoch zunĂ€chst fĂŒr wenige Stunden geöffnet, blieb fĂŒr den Rest des Tages jedoch fĂŒr Touristen geschlossen.
Kulturminister spricht von Tragödie
Kulturminister Alessandro Giuli sprach von einem «tragischen Ereignis, das uns bestĂŒrzt und fassungslos macht».
Das Kolosseum wurde im ersten Jahrhundert nach Christus als Schauplatz fĂŒr GladiatorenkĂ€mpfe und andere Spektakel errichtet. Mit mehr als 15 Millionen Besuchern pro Jahr ist es die meistbesuchte SehenswĂŒrdigkeit Italiens. Seit 1980 gehört das Amphitheater zum Unesco-Weltkulturerbe.
Arbeitsschutz an historischen Orten
Der tödliche Unfall ereignete sich wĂ€hrend nĂ€chtlicher Arbeiten, also auĂerhalb des regulĂ€ren Besuchsbetriebs. Gerade bei Bau-, Installations- und Wartungsarbeiten in denkmalgeschĂŒtzten Anlagen treffen hohe Anforderungen an den Arbeitsschutz auf schwierige rĂ€umliche Bedingungen und den Schutz der historischen Substanz.
Die eingeschaltete Arbeitsaufsicht muss nun klĂ€ren, welche Sicherungen fĂŒr die Arbeiten an der neuen Beleuchtungsanlage vorgesehen waren und ob sie eingehalten wurden. Die Ermittlungen wegen fahrlĂ€ssiger Tötung gegen Unbekannt richten sich zunĂ€chst nicht gegen eine konkret benannte Person. Erst die Untersuchung des Unfallorts, der ArbeitsablĂ€ufe und möglicher Verantwortlichkeiten kann zeigen, ob daraus weitere strafrechtliche Schritte folgen.
Bedeutung fĂŒr Rom und Besucher
Das Kolosseum ist nicht nur ein archĂ€ologisches Wahrzeichen, sondern auch ein stark frequentierter Besuchermagnet. Mit mehr als 15 Millionen Besuchern jĂ€hrlich haben selbst kurzfristige SchlieĂungen eine sichtbare Bedeutung fĂŒr den Tourismus und den Betrieb der römischen KulturstĂ€tten. Die vorĂŒbergehende SchlieĂung dient zugleich der Unfallaufnahme und der PrĂŒfung, ob der Ort sicher betrieben werden kann.
FĂŒr Besucher ist entscheidend, dass Ăffnungszeiten und ZugĂ€nge nach Abschluss der behördlichen Untersuchungen bekanntgegeben werden. FĂŒr die Betreiber steht darĂŒber hinaus die Frage im Mittelpunkt, wie notwendige Modernisierungen wie eine neue Beleuchtung sicher umgesetzt werden können, ohne den Schutz der BeschĂ€ftigten oder des Denkmals zu gefĂ€hrden.
