Krakau, Schusswaffenangriff

Krakau: Schütze tötet sechs Menschen, Polizei findet drei weitere Tote

Veröffentlicht am: 08.11.2026 um 10:51 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Bei dem Angriff auf dem Krakauer Marktplatz starben sechs Menschen, 16 weitere wurden verletzt. Die Polizei stoppte den 24-Jährigen und fand später in seinem Wohnhaus drei weitere Tote.

Die Ermittlungen in Ostrowiec Swietokrzyski

  • Die Polizei fand im Wohnort des 24-Jährigen drei weitere Tote.
  • Bei den Toten handelt es sich um seine Eltern und seine Schwester.
  • Für Sonntag war eine erneute Spurensicherung auf dem Krakauer Marktplatz angekündigt.
  • Der Schock in Krakau ist nach der Tat groß. - Bild: Beata Zawrzel/AP/dpa
  • Die polnische Polizei setzt die Spurensicherung bei Tageslicht fort. - Bild: Beata Zawrzel/AP/dpa
  • Am Wohnort des Todesschützen wurden seine Eltern und Schwester tot aufgefunden. - Bild: Piotr Polak/PAP/dpa
  • Der Täter scheint wahllos auf seine Opfer geschossen zu haben. - Bild: Beata Zawrzel/AP/dpa
  • Die Polizei geht von einem Einzeltäter aus. - Bild: Beata Zawrzel/AP/dpa
  • Die ersten Schüsse im Zentrum von Krakau fielen am Nachmittag. - Bild: Art Service/pap/dpa
  • Polizei und Rettungskräfte rückten mit einem Großaufgebot aus. - Bild: Art Service/PAP/dpa
  • Augenzeugen berichteten von chaotischen Szenen nach den Schüssen. - Bild: Beata Zawrzel/AP/dpa
Der Schock in Krakau ist nach der Tat groß. - Bild: Beata Zawrzel/AP/dpa Die polnische Polizei setzt die Spurensicherung bei Tageslicht fort.  - Bild: Beata Zawrzel/AP/dpa Am Wohnort des Todesschützen wurden seine Eltern und Schwester tot aufgefunden. - Bild: Piotr Polak/PAP/dpa Der Täter scheint wahllos auf seine Opfer geschossen zu haben. - Bild: Beata Zawrzel/AP/dpa Die Polizei geht von einem Einzeltäter aus. - Bild: Beata Zawrzel/AP/dpa Die ersten Schüsse im Zentrum von Krakau fielen am Nachmittag. - Bild: Art Service/pap/dpa Polizei und Rettungskräfte rückten mit einem Großaufgebot aus. - Bild: Art Service/PAP/dpa Augenzeugen berichteten von chaotischen Szenen nach den Schüssen. - Bild: Beata Zawrzel/AP/dpa

Sechs Tote nach Schüssen auf Krakauer Marktplatz

Ein 24-Jähriger hat auf dem Marktplatz von Krakau aus einem Auto heraus wahllos auf Passanten geschossen und sechs Menschen getötet. Bei der anschließenden Flucht wurde er von der Polizei gestoppt; später entdeckten Einsatzkräfte in seinem Haus in Ostrowiec Swietokrzyski seine drei getöteten Familienangehörigen.

Polizei geht von Einzeltäter aus

Die Polizei geht von einem Einzeltäter aus und dementierte Berichte über einen möglichen Komplizen. Zum Motiv gibt es weiterhin keine Klarheit. Innenminister Marcin Kierwinski sagte, der Mann habe nach ersten Erkenntnissen sehr radikale Ansichten vertreten und sei möglicherweise von rechtsextremistischen Ideologien fasziniert gewesen.

Regierungschef Donald Tusk bezeichnete den Angriff als Terrorismus. Am Sonntag galt in Polen Staatstrauer. Die Polizei setzte ihre Ermittlungen und die Spurensicherung am Tatort fort.

Auch Ausländer unter den Opfern

Von den sechs Todesopfern stammten vier aus Polen, eines aus Großbritannien; eine weitere getötete Frau war ebenfalls Ausländerin. Die Opfer waren zwischen 32 und 61 Jahre alt. Unter den 16 Verletzten befanden sich Menschen aus Deutschland, Großbritannien, Portugal, Österreich und Russland.

Das Auswärtige Amt bestätigte, dass eine Person mit deutscher Staatsangehörigkeit verletzt wurde. Zu den Verletzten zählen auch zwei Polizisten. Einer von ihnen erlitt drei Schussverletzungen und befand sich in Lebensgefahr.

Polizei bittet um Blutspenden

Die polnische Polizei rief dringend zu Blutspenden für den verletzten Beamten auf. Er habe die seltene Blutgruppe AB Rhesus+. Auch Armee und andere Behörden unterstützten den Aufruf.

Mehrere Droschkenkutscher wurden schwer verletzt, zwei von ihnen kämpften nach Angaben ihres Vereins um ihr Leben. Mehrere Pferde erlitten oberflächliche Verletzungen.

Mehrere Waffen im Fluchtauto

Nach Polizeiangaben benutzte der Täter eine halbautomatische Langwaffe, die einem amerikanischen AR-15-Sturmgewehr ähnelte. Außerdem führte er eine Pistole mit sich. In seinem Auto fanden die Einsatzkräfte weitere Waffen und Munition.

Auf der Flucht stieß das Fahrzeug an einer Kreuzung mit einem anderen Auto zusammen. Der Mann sprang aus dem Wagen und schoss auf Einsatzkräfte, die das Feuer erwiderten und ihn überwältigten. Er wurde lebensgefährlich verletzt in ein Krankenhaus gebracht und mehrfach operiert.

Drohne zeigt Tote im Wohnhaus

Die Polizei suchte das Haus des Mannes in Ostrowiec Swietokrzyski etwa zwei Autostunden nordöstlich von Krakau auf. Wegen des Verdachts auf Sprengsätze nutzten die Einsatzkräfte eine Drohne. Die Aufnahmen zeigten die drei Toten im Gebäude.

Für Sonntag kündigte die Polizei eine erneute Sperrung des Krakauer Marktplatzes an. Bei Tageslicht sollten dort weitere Spuren gesichert werden.

Der Angriff trifft Krakau an einem Ort, der für Polen und den internationalen Tourismus besondere Bedeutung hat. Der historische Hauptmarkt gehört zu den meistbesuchten Plätzen der Stadt; dort konzentrieren sich Cafés, Geschäfte, Kutschfahrten und täglich viele Passanten. Die Tat hat deshalb nicht nur eine lokale, sondern auch eine grenzüberschreitende Dimension, weil mehrere Ausländer unter den Opfern und Verletzten sind.

Die Ermittlungen richten sich neben dem Ablauf der Schüsse vor allem auf das Motiv des 24-Jährigen. Hinweise auf eine mögliche Faszination für rechtsextreme Ideologien geben den Behörden eine erste Ermittlungsrichtung, ersetzen aber keine abschließende Klärung der Vorgeschichte und der Tatplanung. Die Polizei geht zugleich von einem Einzeltäter aus.

Folgen für Sicherheit und Aufarbeitung

Die große Zahl der Opfer, die zusätzliche Entdeckung der drei Toten im Wohnhaus und der Waffenfund im Fahrzeug erhöhen den Ermittlungsdruck. Für die Behörden stehen nun die Rekonstruktion der Tat, die Herkunft der Waffen und mögliche digitale oder persönliche Netzwerke des Schützen im Mittelpunkt.

Für Besucher und Bewohner bedeutet der Angriff zunächst sichtbare Einschränkungen: Der Marktplatz wird für die Spurensicherung erneut gesperrt, während die Stadt trauert und zugleich ihren öffentlichen Betrieb aufrechterhalten will. Politisch dürfte die Tat die Debatte über Waffenbesitz, Extremismusprävention und den Schutz stark frequentierter Orte verschärfen.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

Deutschlandfunk: „Polizei bestätigt: Familie des Todesschützen von Krakau ist tot“ (08.11.2026)

Der Deutschlandfunk bestätige die Identität der drei Toten im Wohnhaus als Eltern und Schwester des Schützen und fasse die Opferzahlen sowie den Hinweis auf rechtsextreme Einflüsse zusammen. Der Schwerpunkt liege auf der polizeilichen Bestätigung und der aktuellen Entwicklung; Einzelheiten zu Tatablauf und Ermittlungsfolgen stünden weniger im Vordergrund.

taz: „Mutmaßlicher Täter tötete zunächst Eltern und Schwester“ (08.11.2026)

Die taz berichte ebenfalls über die drei Toten im Wohnhaus, ordne den Angriff aber breiter in die politische und sicherheitspolitische Lage Polens ein. Sie hebe zusätzlich die internationale Anteilnahme, die Bedeutung Krakaus als Touristenstadt und offene Fragen zu Motiv und Vorgeschichte hervor.

Beide Beiträge stimmten beim zentralen Befund zu, dass neben den sechs Opfern auf dem Marktplatz drei weitere Tote im Umfeld des Schützen gefunden worden seien. Unterschiede ergäben sich vor allem beim Umfang der Einordnung; offen blieben weiterhin das genaue Motiv und die vollständige Rekonstruktion der Tat.

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