Krefeld, SalpetersÀure

Krefeld: 23 Tonnen SalpetersÀure laufen aus

Veröffentlicht am: 06.11.2026 um 20:18 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Ein Gefahrgutunfall auf der A57 hat in Krefeld stundenlang Schutzmaßnahmen, Schulschließungen und weitreichende Verkehrsbehinderungen ausgelöst. Gegen Mittag wurde die akute Gefahr beendet, der Großeinsatz lief bis 18 Uhr.

Folgen fĂŒr Krefeld und die Region

  • Der Unfall ereignete sich gegen 3.00 Uhr in der Autobahnauffahrt Krefeld-Zentrum an der A57.
  • Rund 200 EinsatzkrĂ€fte dichteten das Leck ab und saugten die ausgelaufene SĂ€ure mit einem Spezialfahrzeug auf.
  • Sechs Bahnlinien waren von Umleitungen oder AusfĂ€llen betroffen, bevor sich der Verkehr schrittweise entspannte.
  • Nur mit Atemschutz konnten sich die EinsatzkrĂ€fte dem Lastwagen nĂ€hern. - Bild: Henning Kaiser/dpa
  • Mitten in der Nacht begann nach dem Gefahrgutunfall der Großeinsatz. - Bild: ----/Nonstopnews/dpa
  • Weil SalpetersĂ€ure so gefĂ€hrlich ist, mussten die EinsatzkrĂ€fte Ă€ußert vorsichtig vorgehen. - Bild: Henning Kaiser/dpa
  • Mit Wasser versuchte die Feuerwehr, eine Ausbreitung der austretenden DĂ€mpfe zu verhindern. - Bild: Henning Kaiser/dpa
Nur mit Atemschutz konnten sich die EinsatzkrĂ€fte dem Lastwagen nĂ€hern. - Bild: Henning Kaiser/dpa Mitten in der Nacht begann nach dem Gefahrgutunfall der Großeinsatz. - Bild: ----/Nonstopnews/dpa Weil SalpetersĂ€ure so gefĂ€hrlich ist, mussten die EinsatzkrĂ€fte Ă€ußert vorsichtig vorgehen. - Bild: Henning Kaiser/dpa Mit Wasser versuchte die Feuerwehr, eine Ausbreitung der austretenden DĂ€mpfe zu verhindern. - Bild: Henning Kaiser/dpa

SalpetersĂ€ure-Lkw löst Großeinsatz in Krefeld aus

In Krefeld ist in der Nacht zum Freitag ein mit 23 Tonnen SalpetersĂ€ure beladener Lastwagen auf der A57 umgekippt. Wegen der ausgelaufenen Ă€tzenden FlĂŒssigkeit warnten die Behörden vor „extremer Gefahr“, wĂ€hrend Anwohner in der NĂ€he ihre Wohnungen nicht verlassen durften.

Feuerwehr dichtet Leck ab

Der Unfall ereignete sich gegen 3.00 Uhr in der Autobahnauffahrt Krefeld-Zentrum. Der Fahrer wurde verletzt in ein Krankenhaus gebracht, der genaue Unfallhergang war zunÀchst unklar.

Etwa zehn Tonnen SalpetersĂ€ure liefen aus und sammelten sich in einer Senke an der Auffahrt. Rund 200 EinsatzkrĂ€fte, darunter Spezialisten der Werkfeuerwehr aus dem Chempark, nĂ€herten sich dem beschĂ€digten Lastwagen in SchutzanzĂŒgen und mit Atemmasken.

Warnung erreicht höchste Stufe

Die Feuerwehr forderte die Bevölkerung innerhalb des Absperrbereichs auf, in GebĂ€uden zu bleiben sowie Fenster und TĂŒren geschlossen zu halten. Der Wind trieb aufsteigende Gase in Richtung Stadtzentrum, weshalb die Behörden die höchste Warnstufe ausgaben.

Im Umkreis von 1.000 Metern um die Unfallstelle blieben vier Schulen und zwei Kitas geschlossen. Auch die MĂŒllabfuhr fiel stadtweit aus, weil der Betriebshof im Sperrbereich lag.

Verkehr kommt schrittweise zurĂŒck

Die A57 blieb stundenlang gesperrt, in Krefeld und auf Umleitungsstrecken bildeten sich lange Staus. Busse und Stadtbahnen mussten ihre Routen Ă€ndern; im Bahnverkehr waren sechs Linien betroffen, mit Auswirkungen bis nach DĂŒsseldorf und ins Ruhrgebiet.

Gegen Mittag wurde die Autobahn wieder freigegeben. Nach Messungen stufte die Feuerwehr die Warnungen schrittweise herunter und erklĂ€rte die akute Gefahr fĂŒr beendet. Der Großeinsatz endete nach Angaben der Feuerwehr um 18 Uhr; der Lastwagen wurde aufgerichtet und abtransportiert.

Der Unfall zeigt die besondere Reichweite eines Gefahrgutereignisses in einem dicht besiedelten Industriestandort. SalpetersĂ€ure wird in großen Mengen fĂŒr industrielle Anwendungen wie die Herstellung von DĂŒngemitteln eingesetzt. Bei einem Austritt können jedoch Ă€tzende FlĂŒssigkeiten und gesundheitsschĂ€dliche DĂ€mpfe entstehen.

Entscheidend fĂŒr die Gefahrenlage waren mehrere Faktoren: der Unfallort an einer wichtigen Autobahnauffahrt, die NĂ€he zu Wohnungen, Schulen und Kitas sowie der Wind in Richtung Stadtzentrum. Dadurch mussten die Behörden nicht nur die Unfallstelle absichern, sondern auch den Alltag in Teilen Krefelds unterbrechen und Verkehrswege in der Region sperren.

Aufwendige Bergung und regionale Folgen

Bei GefahrgutunfĂ€llen zĂ€hlt zunĂ€chst, den Stoffaustritt zu begrenzen und EinsatzkrĂ€fte zu schĂŒtzen. DafĂŒr kamen SpezialausrĂŒstung, SchutzanzĂŒge und besonders geschulte KrĂ€fte zum Einsatz. Dass sich die ausgelaufene SĂ€ure in einer Straßensenke sammelte, erleichterte die EindĂ€mmung.

FĂŒr die Bevölkerung bedeutete die Warnung vor extremer Gefahr vor allem, in GebĂ€uden zu bleiben und Fenster sowie TĂŒren geschlossen zu halten. Auch nach der Entwarnung blieben EinschrĂ€nkungen bestehen: Schulen und Kitas öffneten nicht wieder, und der Bahn- sowie Straßenverkehr normalisierte sich erst schrittweise. Der Vorgang macht damit sichtbar, wie schnell ein einzelner Gefahrguttransport Auswirkungen auf eine ganze Stadt und das Umland haben kann.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

Stern: „Unfall in Krefeld: Lkw mit 23 Tonnen SĂ€ure - EinsatzkrĂ€fte kĂ€mpfen gegen Leck“ (06.11.2026)

Der Beitrag habe den Unfall, die Menge der geladenen SalpetersĂ€ure und den Kampf der EinsatzkrĂ€fte gegen das Leck geschildert. Im Mittelpunkt habe zunĂ€chst die akute Gefahrenabwehr gestanden, wĂ€hrend der weitere Ablauf und die Folgen fĂŒr Verkehr und Anwohner weniger ausfĂŒhrlich behandelt worden seien.

Deutschlandfunk: „Verkehrsunfall - Gefahr durch ausgelaufene SalpetersĂ€ure eingedĂ€mmt - Bahnstrecke Krefeld-Duisburg wieder freigegeben“ (06.11.2026)

Der Deutschlandfunk habe die EindĂ€mmung der Gefahr und die Wiederfreigabe der Bahnstrecke Krefeld-Duisburg hervorgehoben. Damit liege der Schwerpunkt stĂ€rker auf der schrittweisen RĂŒckkehr zum normalen Verkehr, wĂ€hrend der Stern die Gefahrenabwehr am Unfallort betont habe.

Beide BeitrĂ€ge hĂ€tten den Gefahrgutunfall und die anschließende EindĂ€mmung der Lage bestĂ€tigt. Unterschiede ergĂ€ben sich vor allem beim Fokus: Einsatz und LeckbekĂ€mpfung auf der einen, Verkehrsentwicklung und Freigaben auf der anderen Seite.

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