Krefeld, SalpetersÀure

Krefeld: Lkw mit 23 Tonnen SalpetersÀure kippt um

Veröffentlicht am: 06.11.2026 um 14:14 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Ein Gefahrgutunfall legte Teile Krefelds und den regionalen Verkehr lahm. Nach stundenlangem Einsatz konnten Feuerwehr und SpezialkrÀfte die akute Gefahr eindÀmmen.

Rettungseinsatz an der A57

  • Der Gefahrguttransporter verunglĂŒckte gegen 3.00 Uhr an der Auffahrt Krefeld-Zentrum.
  • Etwa 10 der insgesamt 23 Tonnen SalpetersĂ€ure liefen aus und sammelten sich in einer Straßensenke.
  • Rund 200 EinsatzkrĂ€fte dichteten das Leck ab und pumpten den Lastwagen leer.
  • Nur mit Atemschutz konnten sich die EinsatzkrĂ€fte dem Lastwagen nĂ€hern. - Bild: Henning Kaiser/dpa
  • Mitten in der Nacht begann nach dem Gefahrgutunfall der Großeinsatz. - Bild: ----/Nonstopnews/dpa
  • Weil SalpetersĂ€ure so gefĂ€hrlich ist, mussten die EinsatzkrĂ€fte Ă€ußert vorsichtig vorgehen. - Bild: Henning Kaiser/dpa
  • Mit Wasser versuchte die Feuerwehr, eine Ausbreitung der austretenden DĂ€mpfe zu verhindern. - Bild: Henning Kaiser/dpa
Nur mit Atemschutz konnten sich die EinsatzkrĂ€fte dem Lastwagen nĂ€hern. - Bild: Henning Kaiser/dpa Mitten in der Nacht begann nach dem Gefahrgutunfall der Großeinsatz. - Bild: ----/Nonstopnews/dpa Weil SalpetersĂ€ure so gefĂ€hrlich ist, mussten die EinsatzkrĂ€fte Ă€ußert vorsichtig vorgehen. - Bild: Henning Kaiser/dpa Mit Wasser versuchte die Feuerwehr, eine Ausbreitung der austretenden DĂ€mpfe zu verhindern. - Bild: Henning Kaiser/dpa

Gefahrgutunfall legt Teile Krefelds lahm

In Krefeld ist in der Nacht zum Freitag ein Lastwagen mit 23 Tonnen SalpetersĂ€ure umgekippt und auf der Autobahnauffahrt Krefeld-Zentrum liegengeblieben. Die Behörden warnten wegen der ausgelaufenen Ă€tzenden FlĂŒssigkeit mit der höchsten Stufe „extreme Gefahr“ und forderten Menschen im Absperrbereich auf, in GebĂ€uden zu bleiben.

Feuerwehr dichtet Leck ab

Der Unfall ereignete sich gegen 3.00 Uhr an der A57. Der Fahrer wurde verletzt in ein Krankenhaus gebracht; der genaue Unfallhergang war zunÀchst unklar.

Nach Angaben der Gefahrenabwehr liefen etwa 10 Tonnen SalpetersĂ€ure aus. Die FlĂŒssigkeit sammelte sich in einer Senke an der Auffahrt, was die Arbeiten der EinsatzkrĂ€fte erleichterte.

Schulen und Bahnverkehr betroffen

Rund 200 EinsatzkrĂ€fte, darunter Spezialisten der Werkfeuerwehr aus dem Chempark, arbeiteten an der Unfallstelle. Sie nĂ€herten sich dem beschĂ€digten Lastwagen in SchutzanzĂŒgen und mit Atemmasken, dichteten das Leck ab und pumpten den Tank leer.

Die Stadt schloss Schulen und Kitas im Umkreis von 1.000 Metern. Die Bahn unterbrach den Verkehr zwischen Krefeld und Duisburg; auch Busse und Stadtbahnen mussten wegen Sperrungen umgeleitet werden. Auf der A57 und den Ausweichstrecken bildeten sich lange Staus.

Akute Gefahr am Mittag vorbei

Gase zogen zeitweise in Richtung Stadtzentrum. Messungen ergaben nach Angaben der Feuerwehr, dass die wahrnehmbaren DĂ€mpfe trotz des unangenehmen Geruchs keine Gesundheitsgefahr darstellten.

Gegen Mittag gab die Feuerwehr Entwarnung und erklĂ€rte die akute Gefahr fĂŒr beendet. Die A57 wurde wieder freigegeben, wĂ€hrend weitere Sperrungen und EinschrĂ€nkungen im Bahnverkehr zunĂ€chst noch andauerten.

Der Unfall zeigt die besondere Gefahrenlage beim Transport industrieller Grundchemikalien durch dicht besiedelte RĂ€ume. SalpetersĂ€ure wird in großen Mengen fĂŒr die Herstellung von DĂŒngemitteln und Sprengstoffen eingesetzt; bei einem Leck können jedoch Ă€tzende FlĂŒssigkeiten und gesundheitsschĂ€dliche Gase freigesetzt werden.

FĂŒr die Gefahrenabwehr ist entscheidend, dass EinsatzkrĂ€fte zunĂ€chst Abstand halten, Messungen vornehmen und sich nur mit spezieller Schutzkleidung sowie Atemschutz nĂ€hern. Das erklĂ€rt, warum die Sicherung eines beschĂ€digten Tankfahrzeugs deutlich lĂ€nger dauern kann als die Beseitigung eines gewöhnlichen Verkehrsunfalls.

Folgen fĂŒr die Region

Die Auswirkungen reichten ĂŒber die Unfallstelle hinaus: Sperrungen auf der A57 und im Bahnverkehr beeintrĂ€chtigten Verbindungen zwischen Krefeld, DĂŒsseldorf und dem Ruhrgebiet. Geschlossene Schulen und Kitas sowie die Aufforderung, Wohnungen nicht zu verlassen, machten die Warnung fĂŒr viele Menschen unmittelbar spĂŒrbar.

Nach der Entwarnung bleibt die Aufarbeitung des Unfalls. Dazu gehören die Ermittlungen zum Unfallhergang, die PrĂŒfung der SchĂ€den an Fahrbahn und Infrastruktur sowie die KlĂ€rung, wie die ausgelaufene SĂ€ure geborgen und entsorgt wurde. FĂŒr Anwohner und Pendler war damit zwar die akute Gefahr beendet, Verkehrsfolgen konnten jedoch lĂ€nger anhalten.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

Deutschlandfunk: „Verkehrsunfall - Gefahr durch ausgelaufene SalpetersĂ€ure eingedĂ€mmt - Bahnstrecke Krefeld-Duisburg wieder freigegeben“ (06.11.2026)

Der Beitrag habe die EindÀmmung der Gefahr und die Wiederfreigabe der Bahnstrecke Krefeld-Duisburg hervorgehoben. Damit setze er einen Schwerpunkt auf die Entspannung der regionalen Verkehrslage.

Frankfurter Rundschau: „„Extreme Gefahr“: SĂ€ure-Lkw kippt um – Gift-Alarm, Schulen zu“ (06.11.2026)

Die Frankfurter Rundschau habe vor allem die Warnung der Bevölkerung und die Schließung von Schulen aufgegriffen. Gemeinsam sei beiden BeitrĂ€gen die Darstellung des Gefahrgutunfalls; der Deutschlandfunk richte den Blick stĂ€rker auf die anschließende Verkehrsentwicklung.

Übereinstimmend stehen der Gefahrgutunfall und die Schutzmaßnahmen im Mittelpunkt. Unterschiede ergeben sich vor allem beim Schwerpunkt zwischen Bevölkerungsschutz und regionalen VerkehrseinschrĂ€nkungen.

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