Riskantes Manöver: Brennender Frachter nÀhert sich Ziel
31.07.2023 - 09:24:38 | dpa.de
Der brennende Frachter ist beim risikoreichen Transport entlang der niederlĂ€ndischen Wattenmeerinseln seinem neuen Ankerplatz ĂŒber Nacht deutlich nĂ€hergekommen. Der Frachter mĂŒsse noch 18 Meilen (etwa 33 Kilometer) zurĂŒcklegen, teilt die zustĂ€ndige Behörde am Morgen in Den Haag mit.
«Die Ankunftszeit hÀngt noch immer stark vom Wetter, Rauch, Strömungen und Gezeiten ab.» Die «Fremantle Highway» werde «langsam und kontrolliert» von zwei Schleppern gezogen. Der neue vorlÀufige Liegeplatz befindet sich etwa 16 Kilometer im Norden der Wattenmeerinsel Schiermonnikoog.
Umweltverseuchung droht weiterhin
Der Transport wird von Bergungsexperten begleitet. Auch ein Spezialschiff, das Ăl rĂ€umen kann, ist dabei. Bisher lag der Frachter im Norden der Insel Terschelling. Seit gestern Abend wird der Frachter von zwei Schleppern in Richtung Osten weggeschleppt.
Das Unternehmen wird als sehr riskant eingestuft, weil das Schiff mit rund 3800 Autos an Bord immer noch brennt. Entstehen Risse in den StahlwĂ€nden, könnte Ăl ausströmen. Es droht weiterhin eine Umweltverseuchung, sollte der Frachter auseinanderbrechen oder kentern.
Der neue Ankerplatz soll sicherer und auch windgeschĂŒtzter sein. Dort soll der Frachter nach seiner Ankunft so lange bleiben, bis ein Hafen gefunden ist.
Spezialisten hatten den Autofrachter vorher kontrolliert und festgestellt, dass er trotz der groĂen Hitze stabil war und auch unter der Wasserlinie intakt. «Auch andere Schiffe der Wasserbehörde und aus Deutschland stehen auf Abruf zur VerfĂŒgung, sollte es eine Ălverschmutzung geben», teilte die Behörde mit.
Die Schlepper fahren der Behörde zufolge kontrolliert und langsam, etwa 5,5 Kilometer pro Stunde. Die Bergungsexperten schÀtzten, dass der Transport insgesamt 12 bis 14 Stunden dauern sollte.
Ein Mensch gestorben
Der Frachter war auf dem Weg von Bremerhaven nach Singapur, als in der Nacht zum Mittwoch Feuer ausbrach. Zu dem Zeitpunkt lag er vor der Insel Ameland. Bei der Evakuierung der Besatzung starb ein Mensch. Brandherd war möglicherweise die Batterie eines elektrischen Autos. Aber bestÀtigt ist das bisher nicht. Das Schiff hatte auch weitaus mehr E-Autos geladen als zuvor gemeldet worden war, nÀmlich 500 statt 25.
Die Kosten des gesamten Einsatzes muss der japanische EigentĂŒmer des Schiffes bezahlen. Die Behörden des Flaggenstaates Panama sind wiederum fĂŒr die Untersuchung nach der Ursache des Feuers verantwortlich.
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