Manaus im Rauch: Rekordhitze und El Niño verschÀrfen Feuerkrise
Veröffentlicht am: 23.09.2026 um 23:05 Uhr | dpa, AD HOC NEWSDie brasilianische Amazonas-Metropole Manaus ist wegen zahlreicher BrĂ€nde in der Region von dichtem Rauch eingehĂŒllt.
Behörden warnen vor schlechter Luft
Die stÀdtische Gesundheitsbehörde Semsa stufte die LuftqualitÀt als sehr schlecht ein und riet dazu, AktivitÀten im Freien zu reduzieren sowie bei unvermeidbarer Belastung eine geeignete Maske zu tragen.
Hohe Temperaturen, geringe Luftfeuchtigkeit und atmosphĂ€rische Bedingungen begĂŒnstigen nach Angaben der Behörden die Ansammlung von Schadstoffpartikeln. Auch Winde können Rauch aus anderen Regionen in Richtung der Stadt tragen.
38,6 Grad in Manaus gemessen
Am Dienstag erreichte Manaus nach Angaben des brasilianischen Wetterdienstes Inmet mit 38,6 Grad Celsius den höchsten Wert des Jahres.
Die Zahl der registrierten BrÀnde nahm in der Region nach Angaben der Feuerwehr im September im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um mehr als 300 Prozent zu. Fast alle dieser BrÀnde seien demnach von Menschen verursacht.
Brandrodung als eine Ursache
Als Ursachen nannte die Feuerwehr unter anderem Brandrodung, weggeworfene Zigaretten und auĂer Kontrolle geratene kleine Feuer.
El Niño verschÀrft die Trockenheit
Die Entwicklung fĂ€llt in eine ausgeprĂ€gte Trockenphase im Amazonasgebiet. Das brasilianische Gesundheitsministerium fĂŒhrt die Wetterlage auch auf das stark ausgeprĂ€gte MeeresströmungsphĂ€nomen El Niño zurĂŒck und erwartet im Norden eine verlĂ€ngerte Trockenheit sowie ein erhöhtes Risiko fĂŒr BrĂ€nde.
Seit dem 9. September gilt in Amazonas ein 120-tĂ€giges Verbot von gezielten BrĂ€nden fĂŒr die Landwirtschaft. Manaus ist ein wichtiger Ausgangspunkt fĂŒr Reisen in das Amazonasgebiet und auch bei deutschen Urlaubern beliebt.
Rauch als unmittelbare Gesundheitsgefahr
Die Situation in Manaus verbindet eine akute Belastung der Stadtbevölkerung mit einer regionalen Feuerkrise. Feine Partikel aus Wald- und FlÀchenbrÀnden können tief in die Atemwege gelangen und insbesondere bei Kindern, Àlteren Menschen sowie Personen mit Asthma oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen Beschwerden verstÀrken. Die Empfehlung, Aufenthalte im Freien zu reduzieren und bei unvermeidbarer Belastung eine geeignete Maske zu tragen, richtet sich deshalb vor allem an besonders gefÀhrdete Menschen.
Die Ursachen liegen nicht allein im Wetter. Hohe Temperaturen, Trockenheit und geringe Luftfeuchtigkeit erleichtern die Ausbreitung von Feuer und begĂŒnstigen, dass Rauch lĂ€nger in der AtmosphĂ€re bleibt. Zugleich nennt die Feuerwehr ĂŒberwiegend menschlich verursachte Auslöser. Das seit dem 9. September geltende Verbot gezielter BrĂ€nde in Amazonas soll den zusĂ€tzlichen Einsatz von Feuer zur FlĂ€chenbewirtschaftung begrenzen.
Bedeutung fĂŒr Amazonas und Reisende
FĂŒr Manaus ist die Entwicklung auch wirtschaftlich relevant: Die Stadt ist ein zentraler Ausgangspunkt fĂŒr Reisen in das Amazonasgebiet. Anhaltender Rauch kann damit nicht nur den Alltag, sondern auch Verkehr, Tourismus und medizinische Versorgung belasten. FĂŒr Reisende sind aktuelle Behördenhinweise und die lokale LuftqualitĂ€t wichtiger als allein die Temperatur.
