Mein Schiff 3 muss nach Kollision in Bremerhaven zur Werft
Veröffentlicht am: 26.10.2026 um 15:29 Uhr | dpa, AD HOC NEWSFolgen fĂŒr die beteiligten Schiffe
- Die Polizei leitete gegen den KapitÀn der «Mein Schiff 3» ein Ordnungswidrigkeitsverfahren ein.
- Am Sonntagabend wurden in Bremerhaven drei Schiffe beschÀdigt.
- Zum Unfallzeitpunkt waren 2.428 GĂ€ste und 922 Crewmitglieder an Bord.
Ermittlungen nach Kollision in Bremerhaven
Nach der Kollision der «Mein Schiff 3» mit zwei Containerschiffen in Bremerhaven ermittelt die Polizei gegen den KapitÀn des Kreuzfahrtschiffes. Die geplante Reise zu den Kanaren wurde abgesagt, weil das Schiff wegen erheblicher SchÀden kurzfristig in eine Werft muss.
Polizei prĂŒft Sorgfaltspflicht
Gegen den KapitĂ€n wurde ein Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet. GeprĂŒft werde, ob er gegen die Sorgfaltspflicht verstoĂen habe.
Der Unfall ereignete sich am spĂ€ten Sonntagabend beim Auslaufen aus dem Hafen. Nach Angaben der Polizei erfasste eine Windböe die von Schleppern unterstĂŒtzte «Mein Schiff 3», woraufhin sie auf zwei am Containerterminal Stromkaje liegende Containerschiffe zutrieb.
Millionenschaden an drei Schiffen
Die Polizei schĂ€tzt den Sachschaden auf eine Millionensumme. An dem kleineren Containerschiff entstand ein leichter Schaden, das gröĂere wurde erheblich beschĂ€digt.
Bei dem groĂen Containerschiff wurde die Backbordseite auf mehreren Metern aufgerissen; zudem wurden ContainerfĂŒhrungen deformiert. Auch die «Mein Schiff 3» wurde erheblich beschĂ€digt, unter anderem an Rettungsbooten und der BrĂŒcke.
Keine Verletzten und kein Wassereinbruch
Die SchĂ€den lagen jeweils mehrere Meter ĂŒber der Wasserlinie. Nach Angaben der Polizei drang bei keinem der drei Schiffe Wasser ein, und niemand wurde verletzt.
Das Kreuzfahrtschiff kehrte nach dem Unfall zum Kreuzfahrtterminal zurĂŒck. Alle drei beteiligten Schiffe erhielten zunĂ€chst ein Auslaufverbot. Das Bremer Hafenressort bezeichnete dies als ĂŒbliche Vorgehensweise.
20-tÀgige Kanarenreise abgesagt
Technikexperten untersuchten den Schaden direkt nach dem Unfall. Die Reederei Tui Cruises erklÀrte, die festgestellten SchÀden machten kurzfristige Reparaturarbeiten in einer Werft erforderlich.
Die ursprĂŒnglich fĂŒr Sonntagabend geplante 20-tĂ€gige Reise wurde abgesagt. Tui Cruises bezeichnete die Entscheidung als einzig verantwortungsvoll und verwies auf die Sicherheit von GĂ€sten und Crew.
Mehr als 3.300 Menschen an Bord
Zum Unfallzeitpunkt befanden sich 2.428 GĂ€ste und 922 Crewmitglieder an Bord. Alle konnten zunĂ€chst auf dem Schiff bleiben; anschlieĂend kĂŒmmerte sich die Reederei um ihre Betreuung.
Ob weitere in diesem Jahr geplante Reisen der «Mein Schiff 3» nach der Reparatur stattfinden können, war zunÀchst unklar. Auf den Hafenbetrieb in Bremerhaven hatte der Unfall nach Angaben des Hafenressorts zunÀchst keine Auswirkungen.
Der Unfall zeigt, wie anspruchsvoll das Manövrieren groĂer Schiffe in einem stark genutzten Hafen bei wechselnden WindverhĂ€ltnissen ist. Die «Mein Schiff 3» wurde beim Auslaufen von Schleppern unterstĂŒtzt, geriet nach Angaben der Polizei aber durch eine Böe auf die beiden am Containerterminal liegenden Schiffe.
FĂŒr die Ermittlungen ist entscheidend, ob der KapitĂ€n und die beteiligten SchiffsfĂŒhrungen die Situation rechtzeitig erkennen und angemessen darauf reagieren konnten. Das eingeleitete Ordnungswidrigkeitsverfahren prĂŒft dabei nicht automatisch eine strafrechtliche Verantwortung, sondern zunĂ€chst einen möglichen VerstoĂ gegen die Sorgfaltspflicht.
Folgen fĂŒr Hafen und Passagiere
Der Sachschaden in Millionenhöhe betrifft drei Schiffe, ohne dass Menschen verletzt wurden oder Wasser eingedrungen ist. FĂŒr die Passagiere endet die geplante 20-tĂ€gige Kanarenreise vorzeitig; zugleich muss die Reederei die Reparatur und die Betreuung der mehr als 2.400 GĂ€ste organisieren.
Das Auslaufverbot ermöglicht zunĂ€chst die technische Begutachtung und die Sicherung der Unfallstelle. Ob weitere Reisen der «Mein Schiff 3» stattfinden können, hĂ€ngt vom Umfang der Reparaturen und der anschlieĂenden Freigabe durch die zustĂ€ndigen Stellen ab. FĂŒr den Bremerhavener Hafen blieb der Betrieb nach den vorliegenden Angaben zunĂ€chst weitgehend unbeeintrĂ€chtigt.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
NDR: âMein Schiff 3â: Kreuzfahrtschiff nach Kollision stark beschĂ€digt (26.10.2026)
Der NDR berichte ĂŒber die abgesagte Kanarenreise und die geplante Reparatur in einer Werft. Im Mittelpunkt stĂŒnden auĂerdem die erheblichen SchĂ€den an der «Mein Schiff 3» und die noch offene Dauer der Reparaturen.
tagesschau: âKreuzfahrtschiff rammt zwei Containerschiffe in Bremerhavenâ (26.10.2026)
Die tagesschau stelle neben der Kollision und dem Ermittlungsverfahren gegen den KapitÀn die SchÀden an den Containerschiffen sowie die Versorgung der Passagiere heraus. ZusÀtzlich thematisiere der Beitrag die Kommunikation der Reederei nach dem Unfall.
Beide BeitrĂ€ge bestĂ€tigten die Absage der Reise, die Reparatur in einer Werft und die Ermittlungen. Unterschiede ergĂ€ben sich vor allem bei den Schwerpunkten: Der NDR konzentriere sich auf SchĂ€den und Reiseabwicklung, wĂ€hrend die tagesschau auch den Ablauf des ZusammenstoĂes und die Reaktionen der Passagiere beleuchte.
