Messerangriff Polen, Schule Warschau

Messerattacke in Warschauer Schule: Drei Frauen verletzt

Veröffentlicht am: 10.10.2026 um 15:50 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Bei einer Messerattacke in einer Schule für Erwachsene im Warschauer Stadtteil Praga sind drei Frauen verletzt worden. Eine 21-jährige Schülerin wurde festgenommen; die Polizei sieht bislang keinen Zusammenhang mit zwei vorherigen Angriffen an polnischen Schulen.

In Polen hat es zum dritten Mal innerhalb weniger Tage eine Messerattacke in einer Schule gegeben. (Illustration) - Bild: Doris Heimann/dpa
In Polen hat es zum dritten Mal innerhalb weniger Tage eine Messerattacke in einer Schule gegeben. (Illustration) - Bild: Doris Heimann/dpa

Bei einer Messerattacke in einer Schule für Erwachsene im Warschauer Stadtteil Praga sind drei Frauen verletzt worden.

17-Jährige im Krankenhaus

Eine 17 Jahre alte Schülerin wurde mit Schnittwunden an den Unterarmen in ein Krankenhaus gebracht, sagte der Sprecher der Warschauer Polizei dem Sender TVP Info. Eine weitere 17-Jährige und eine 24 Jahre alte Frau konnten vor Ort versorgt werden.

Der Angriff ereignete sich nach Polizeiangaben um die Mittagszeit. Eine 21 Jahre alte Schülerin soll im Sekretariat auf die drei Frauen eingestochen haben, als diese dort Dokumente abgeben wollten.

Mitarbeiter überwältigt Angreiferin

Ein Mitarbeiter der Schule nahm der Tatverdächtigen das Messer ab und übergab sie anschließend den herbeigerufenen Polizisten. Nach Angaben der Polizei kannten sich die 21-Jährige und die Opfer nicht.

Das Motiv war zunächst unklar. Die Ermittlungen zu den Hintergründen der Tat dauerten an.

Polizei sieht keinen Zusammenhang

Der Angriff ist bereits der dritte Messerangriff an einer polnischen Schule innerhalb weniger Tage. Am Donnerstag war bei einem Messerangriff eines 15-Jährigen in Leszczydó?-Nowiny, etwa 70 Kilometer nordöstlich von Warschau, eine Hausmeisterin getötet worden; zwei weitere Menschen wurden verletzt.

Am Mittwoch hatte ein 19-Jähriger an einer Berufsschule in Ostro??ka knapp 100 Kilometer nördlich von Warschau neun Menschen mit einem Messer verletzt, zwei davon schwer. Der Polizeisprecher sagte, es gebe bislang keine Hinweise auf einen Zusammenhang zwischen dem jüngsten Angriff und den beiden anderen Taten.

Serie von Angriffen binnen weniger Tage

Der neue Angriff fällt in eine außergewöhnliche Folge von Messerattacken an polnischen Bildungseinrichtungen. Bereits am Mittwoch wurden an einer Berufsschule in Ostro??ka neun Menschen verletzt; am Donnerstag starb in Leszczydó?-Nowiny eine Schulhausmeisterin, zwei weitere Menschen wurden verletzt. Die Polizei nahm in beiden Fällen Tatverdächtige fest.

Die zeitliche Nähe hat die Sicherheitsdebatte in Polen verschärft. Ministerpräsident Donald Tusk berief eine Krisensitzung ein und kündigte eine stärkere Polizeipräsenz im Umfeld von Schulen an. Zusätzlich sorgten Warnungen in sozialen Netzwerken vor angeblich geplanten Angriffen für Unruhe; Ermittler gingen gegen mutmaßliche Urheber solcher Inhalte vor.

Sicherheitsmaßnahmen und offene Motive

Die aktuellen Fälle unterscheiden sich nach den vorliegenden Angaben bei Tatverdächtigen, Tatorten und Abläufen. Für den jüngsten Angriff sieht die Polizei bislang keinen Zusammenhang mit den vorherigen Taten. Damit bleibt auch offen, ob die Serie Ausdruck einzelner Konflikte oder Teil eines größeren Nachahmungseffekts ist.

Für Schulen und Familien bedeutet die Lage vor allem eine erhöhte Aufmerksamkeit für konkrete Drohungen und auffällige Gegenstände. Zugleich birgt die schnelle Verbreitung unbestätigter Warnungen das Risiko zusätzlicher Panik. Entscheidend sind deshalb überprüfbare Hinweise, eine enge Abstimmung zwischen Schulen und Polizei sowie Hilfsangebote für Betroffene.

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