Mordserie: Leiche nach 17 Jahren identifiziert
Veröffentlicht: 17.06.2025 um 12:12 Uhr, dpa.deFast zwei Jahrzehnte lang fehlte vom dritten Opfer einer Mordserie in der wĂŒrttembergischen Gemeinde Sontheim an der Brenz jede Spur. Nun ist klar: Eine schon 2008 in SĂŒdtirol gefundene Leiche ohne Kopf gehört zu einem jungen Mann â dem Schwiegersohn des HaupttĂ€ters. Das ergab eine DNA-Analyse, wie die Staatsanwaltschaft Ellwangen auf Anfrage bestĂ€tigte. Zuvor hatten italienische und deutsche Medien darĂŒber berichtet.Â
Die grausame Mordserie aus dem kleinen Ort Sontheim an der Brenz (Kreis Heidenheim) an der Landesgrenze von Baden-WĂŒrttemberg und Bayern beschĂ€ftigte Ermittler und Justiz ĂŒber Jahre. Die Taten wurden laut Staatsanwaltschaft in den Jahren 2008, 2014 und 2019 verĂŒbt. Zu den Opfern gehörte neben dem Schwiegersohn auch ein weiterer Partner der Tochter des HaupttĂ€ters sowie ein Garagenbesitzer.Â
TĂ€ter sitzt lebenslang in HaftÂ
Verurteilt wurde der damals 55-jĂ€hrige italienische StaatsbĂŒrger 2019 und 2020 vom Landgericht Ellwangen wegen zweifachen Mordes und Totschlags zu einer lebenslangen Haftstrafe mit anschlieĂender Sicherungsverwahrung. Auch seine beiden Söhne, die als MittĂ€ter beteiligt gewesen sind, verbĂŒĂen deswegen Haftstrafen. Leichenteile im Garten des Hauses der Familie brachten die Ermittlungen ins Rollen.Â
Bei den Taten ging der streng katholische Familienvater als HaupttĂ€ter laut Gericht immer gleich vor: Erst erdrosselte er seine Opfer, zerstĂŒckelte sie mit KettensĂ€gen und entsorgte zwei der drei Leichen in Italien.Â
Den Garagenbesitzer tötete der Mann 2019 dem Urteil zufolge aus Habgier. Den tĂŒrkischen Schwiegersohn 2008, weil er aus seiner Sicht nicht in die italienische Familie passte. Und den neuen LebensgefĂ€hrten seiner Tochter 2014, weil dieser sie und ihre Kinder körperlich misshandelt haben soll.Â
DNA-Abgleich brachte Gewissheit
Bei einer Vernehmung 2019 hatte der Mann die Taten gestanden. Den Mord an seinem Schwiegersohn dann vor Gericht aber wieder bestritten. Weil damals von der Leiche jede Spur fehlte, wurde diese Tat als Totschlag gewertet. Eine erneute Anklage wird es laut Staatsanwaltschaft Ellwangen nicht geben. Der Mann könne wegen der Tötung seines Schwiegersohnes nicht zweimal verurteilt werden, erklĂ€rte ein Sprecher.Â
Der kopflose Körper des jungen Mannes war von zwei Arbeitern in einem Karton an der Brennerautobahn nahe Klausen in SĂŒdtirol entdeckt worden â und blieb bis zuletzt ein ungelöstes RĂ€tsel. Den Medienberichten zufolge brachte erst ein DNA-Abgleich die Gewissheit. Der Kopf des Mannes wurde demnach bis heute nicht gefunden.
