Münchner Oktoberfest 2026: Erster Wiesn-Ansturm mit verzögertem Einlass
Veröffentlicht am: 19.09.2026 um 09:23 Uhr | dpa, AD HOC NEWSMit der Öffnung des Festgeländes kurz nach 9.00 Uhr haben die ersten Gäste das Münchner Oktoberfest gestürmt und sind im Laufschritt zu den Festzelten geeilt, um sich die begehrten Plätze zu sichern.
Verzögerte Öffnung und entzerrter Andrang
In diesem Jahr öffnete das Gelände mit einigen Minuten Verzögerung. Die Besuchergruppen wurden am Haupteingang mehrfach kurz zurückgehalten, sodass nicht alle Wiesn-Fans gleichzeitig auf die Theresienwiese strömten. Der Ansturm verlief dadurch deutlich entzerrter, ohne das traditionelle Rennen zu den Zelten völlig zu verhindern.
Bier wird zunächst noch nicht ausgeschenkt: Erst nach dem offiziellen Anstich um 12.00 Uhr dürfen die Maßkrüge in den Festhallen mit dem eigens gebrauten Oktoberfestbier gefüllt werden.
Lange Schlangen und ausgelassene Stimmung
Bereits Stunden vor Öffnung der Tore hatte sich eine lange Schlange vor dem Haupteingang des größten Volksfests der Welt gebildet. Gegen 7.00 Uhr reichte sie bereits Hunderte Meter vom Einlass bis zur Ecke Alter Messeplatz. Die Wartenden nutzten die Zeit für letzte Handgriffe an Frisuren, stärkten sich mit Brezn und sorgten mit knallenden Sektkorken, Jubelrufen und Applaus für ausgelassene Stimmung.
In der Menge fielen schrille Hüte, Plastik-Lederhosen und bunte Dirndl ins Auge. Die Vorfreude war deutlich hör- und sichtbar.
Nachtschicht für die besten Plätze
Die erste Gruppe in der Schlange hatte sich nach eigenen Angaben bereits am Vorabend um 19.00 Uhr positioniert, um einen Platz in einem der Festzelte zu sichern und den Anstich im Schottenhamel mitzuerleben. Wenige Meter dahinter überbrückten Besucher die Nacht mit Rettungsdecken, Campingstühlen und Schlafsäcken.
Ein 19-jähriger Münchner schilderte, das Warten mache ihm Spaß und steigere die Freude auf die erste Maß. Seine Strategie beim Öffnen der Tore sei, so schnell wie möglich zu rennen; traditionell gehe es für ihn ins Hacker-Zelt „Himmel der Bayern“.
Vorfreude auf Bier und gemeinsames Feiern
Andere junge Besucher berichteten, sie freuten sich vor allem auf das Bier und planten, pünktlich zur Öffnung nach vorne zu drängen, um schnell ins Festgelände zu gelangen. Mitgebrachte Getränke und das gemeinsame Warten mit Freunden sollten die Zeit bis zum Einlass verkürzen. Die Stimmung in der Schlange wurde durchweg als sehr gut beschrieben.
In den frühen Morgenstunden liefen derweil auf dem Gelände die letzten Vorbereitungen für den Auftakt.
Wiesn als Magnet für Millionen Gäste
Das Oktoberfest dauert in diesem Jahr 16 Tage bis zum 4. Oktober. Insgesamt werden an die sechs Millionen Besucher erwartet. Die Mehrheit kommt aus München und dem Umland, doch reisen auch Millionen Gäste aus anderen Teilen Deutschlands und aus der ganzen Welt an, um die Wiesn mitzuerleben.
Traditioneller Ansturm mit neuen Regeln
Der stürmische Auftakt auf der Theresienwiese zeigt, wie ungebrochen die Anziehungskraft des Oktoberfests ist. Schon am frühen Morgen drängen Tausende Richtung Festgelände, um sich Sitzplätze in den großen Zelten zu sichern. Die in diesem Jahr leicht verzögerte Öffnung der Eingänge und das gestaffelte Einlassen stehen zugleich für ein Bemühen, den Andrang sicherer und geordneter zu gestalten. Sie sollen verhindern, dass sich zu viele Menschen gleichzeitig durch die Zugänge drängen.
Sicherheit und Organisation im Fokus
Im Vorfeld war mehrfach betont worden, dass das Oktoberfest angesichts großer Besucherzahlen mit einem verstärkten Sicherheitskonzept arbeitet. Rund um das Gelände sind zahlreiche Einsatzkräfte unterwegs, zudem gelten Zutrittsregeln und Kontrollpunkte, um Ströme besser zu lenken und Zwischenfälle zu vermeiden. Der entzerrte Einlass am Morgen fügt sich in diese Linie: Das bekannte Bild der rennenden Besucher bleibt, wird aber stärker kanalisiert. Für Gäste bedeutet dies etwas mehr Geduld am Start, zugleich mehr Bewegungsfreiheit beim Betreten des Geländes.
Wirtschaftliche Bedeutung und internationale Strahlkraft
Mit erwarteten sechs Millionen Besuchern ist die Wiesn nicht nur ein Massenereignis, sondern auch ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für München und die Region. Hotels, Gastronomie, Einzelhandel und Verkehrsbetriebe profitieren von den überregional und international anreisenden Gästen. Der frühe Andrang, lange Schlangen und nächtliches Warten vor den Toren unterstreichen den Stellenwert des Festes als globales Symbol bayerischer Lebensart. Für viele Besucher gehört gerade das Warten und der Wettlauf zu den Zelten fest zur Ritualisierung des Wiesn-Besuchs, was die besondere Atmosphäre des Eröffnungstages prägt.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
gmx.net: „Wiesn-Countdown läuft: München freut sich aufs Oktoberfest“ (17.09.2026)
Der Beitrag stelle heraus, dass sich die Theresienwiese vom 19. September bis 4. Oktober erneut in das größte Volksfest der Welt verwandeln werde und betone die Vorfreude in der Stadt. Er bestätige die erwartete Dauer und Dimension der Wiesn, setze den Schwerpunkt jedoch stärker auf die allgemeine Stimmung und den touristischen Charakter als auf den konkreten morgendlichen Andrang zum Festgelände.
gmx.net: „So soll das Oktoberfest sicherer werden“ (17.09.2026)
Der Bericht hebe hervor, dass nach chaotischen Szenen im Vorjahr das Oktoberfest 2026 mit einem verstärkten Sicherheitskonzept und rund 600 Polizeibeamten rund um das Festgelände stattfinden solle. Er bestätige den großen Besucherandrang, richte den Blick jedoch vor allem auf Sicherheitsfragen und polizeiliche Präsenz, während der Agenturbericht vor allem die Stimmung und den Lauf zu den Zelten schildere.
Medienübergreifend werde deutlich gemacht, dass die Wiesn sowohl als fröhliches, internationales Volksfest als auch als großes organisatorisches und sicherheitsrelevantes Ereignis gesehen werde, bei dem Vorfreude und Sicherheitsvorkehrungen gleichermaßen eine Rolle spielten.
