Behörde: Mehr als 670 Verdachts- und 160 Ebola-TodesfÀlle
21.05.2026 - 22:05:34 | dpa.deDie Ebola-Infektionszahlen im Osten der Demokratischen Republik Kongo steigen weiter rasch an. Mittlerweile gibt 671 VerdachtsfĂ€lle und 160 vermutete TodesfĂ€lle, wie das kongolesische Gesundheitsministerium mitteilte. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte zuvor noch von fast 600 VerdachtsfĂ€llen und mehr als 130 vermuteten TodesfĂ€llen gesprochen.Â
Im Nachbarland Uganda meldeten die Behörden keine neuen Infektionen bis auf die zwei bereits bekannten FĂ€lle bei Eingereisten aus dem Kongo. Es gebe derzeit keinen Ausbruch auf ugandischem Territorium, teilte das ugandische AuĂenministerium mit.Â
Die WHO geht allerdings davon aus, dass die tatsĂ€chliche Zahl der Infektionen deutlich höher liegt, weil nicht alle KrankheitsfĂ€lle gemeldet werden. Einige Dutzend FĂ€lle wurden bislang im Labor bestĂ€tigt.Â
US-Patient in der Charité in «stabilem Zustand»
Nachdem ein mit Ebola infizierter US-amerikanischer Arzt zur Behandlung in die Berliner Charité gebracht worden war, trafen in der vergangenen Nacht auch seine Ehefrau und vier Kinder dort ein. Sie wurden in der Sonderisolierstation des UniversitÀtsklinikums aufgenommen, wie das Bundesgesundheitsministerium in der Nacht mitteilte. Hintergrund war ein entsprechendes Hilfeersuchen der US-Behörden.
Der Mann, ein Arzt, hatte sich im Osten der Demokratischen Republik Kongo mit dem Virus angesteckt. Auch seine Familienmitglieder hatten sich den Angaben zufolge dort aufgehalten. Sie gelten als Kontaktpersonen des Infizierten. Sie seien zuletzt symptomfrei gewesen und negativ getestet worden, hieĂ es seitens des Ministeriums.
Der Mann war bereits am frĂŒhen Mittwochmorgen in der geschĂŒtzten Isolierstation der CharitĂ© aufgenommen worden. Dort ist seine Versorgung mittlerweile angelaufen. Nach Angaben der US-Gesundheitsbehörde CDC befindet er sich in einem «stabilen Zustand».
Wie zuvor bereits der Vater erreichten die Mutter und die Kinder Berlin mit einem Spezialflugzeug. Zur Charité erfolgte der Transport mit einem speziell ausgestatteten Fahrzeug. Eskortiert wurde es von zahlreichen MotorrÀdern und Autos der Polizei sowie Feuerwehrfahrzeugen und Krankenwagen. Kurz vor 01.00 Uhr erreichte der Konvoi das Krankenhaus. Das Bundesgesundheitsministerium machte auf Anfrage vorerst keine Angaben zu dem Patienten und seiner Familie.
Arzt mit Kontakt zu einem Ebola-Patienten in Prag
Die Sonderisolierstation der CharitĂ© auf dem Campus Virchow-Klinikum ist eine geschlossene und geschĂŒtzte Einheit, die getrennt vom regulĂ€ren Klinikbetrieb ist, so dass kein Kontakt zu anderen Patientinnen und Patienten entstehen kann. Weder fĂŒr die Bevölkerung noch fĂŒr Patientinnen und Patienten der CharitĂ© bestehe daher Gefahr, betonte das Bundesgesundheitsministerium.
In Prag traf in der Nacht ein US-Amerikaner ein, der in Uganda mit einem Ebola-Patienten in Kontakt gekommen war. Wie das UniversitĂ€tsklinikum Bulovka weiter mitteilte, wurde der Patient in der Nacht zu Donnerstag unter strengen Sicherheitsvorkehrungen vom internationalen Flughafen auf eine Sonderisolierstation der Klinik gebracht. Dort werde er fĂŒr die gesamte Inkubationszeit von ĂŒblicherweise bis zu drei Wochen beobachtet.
Er zeige keine Symptome, hieĂ es. FĂŒr die Ăffentlichkeit und den normalen Betrieb des Krankenhauses bestehe kein Risiko.
Ausbruch im Ostkongo
Der Ebola-Ausbruch begann laut der afrikanischen Gesundheitsbehörde Africa CDC im Kongo in der nordöstlichen Provinz Ituri, die an Uganda und den SĂŒdsudan grenzt. Es handelt sich um den insgesamt 17. registrierten Ebola-Ausbruch im Kongo seit 1976. Der Ausbruch des seltenen Bundibugyo-Typs des Ebolavirus, fĂŒr die es weder einen Impfstoff noch eine Therapie gibt, macht die Lage besonders schwer einzudĂ€mmen.
Ebolafieber ist eine ansteckende und lebensbedrohliche Infektionskrankheit. Das Virus wird durch Körperkontakt und Kontakt mit KörperflĂŒssigkeiten ĂŒbertragen. In den Jahren 2014 und 2015 waren bei einer Ebola-Epidemie in Westafrika mehr als 11.000 Menschen gestorben.
Klinik im Ostkongo angezĂŒndet
Ein Streit um die Leiche eines Ebola-Toten eskalierte nun im Osten der Demokratischen Republik Kongo mit einem Brand zweier Klinikzelte. Vier Patienten hĂ€tten sich retten können, wĂ€hrend in dem anderen Zelt eine Leiche verbrannt sei, sagte der zustĂ€ndige AnfĂŒhrer der Volksgruppe Bahema, Batangura Zamundu, der Deutschen Presse-Agentur.Â
Die Familie des Mannes, der mit Ebola-Symptomen in der Klinik in Rwampara in der Provinz Ituri gestorben war, habe die Leiche fĂŒr eine Bestattung abholen wollen, doch die Ărzte hĂ€tten dies verweigert. Die Leiche eines Menschen, der an Ebola gestorben ist, ist hoch ansteckend und muss daher nach bestimmten Regeln begraben werden. Die Gefahr fĂŒr Angehörige und Bestatter ist sehr hoch, zumal in der Region das Waschen und BerĂŒhren von Toten ĂŒblich ist.
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