Sachsen, Notfall

Suche nach Vermissten: «Vielleicht gibt's ja ein Wunder»

20.05.2026 - 10:02:23 | dpa.de

Nach dem Einsturz eines Hauses in Görlitz sind noch immer drei Menschen verschwunden. Wie groß ist die Chance, sie noch lebend zu finden?

  • Die Helfer suchen nach dem Hauseinsturz in Görlitz noch immer nach Vermissten. - Foto: Sebastian Willnow/dpa
    Die Helfer suchen nach dem Hauseinsturz in Görlitz noch immer nach Vermissten. - Foto: Sebastian Willnow/dpa
  • Seit Montagabend suchen die Helfer nach den Vermissten. - Foto: Sebastian Willnow/dpa
    Seit Montagabend suchen die Helfer nach den Vermissten. - Foto: Sebastian Willnow/dpa
  • Das Gas wurde mit Hilfe einer Fackel abgefackelt. Mittlerweile sind die Leitungen leer und die Fackel erloschen. - Foto: Sebastian Willnow/dpa
    Das Gas wurde mit Hilfe einer Fackel abgefackelt. Mittlerweile sind die Leitungen leer und die Fackel erloschen. - Foto: Sebastian Willnow/dpa
Die Helfer suchen nach dem Hauseinsturz in Görlitz noch immer nach Vermissten. - Foto: Sebastian Willnow/dpa Seit Montagabend suchen die Helfer nach den Vermissten. - Foto: Sebastian Willnow/dpa Das Gas wurde mit Hilfe einer Fackel abgefackelt. Mittlerweile sind die Leitungen leer und die Fackel erloschen. - Foto: Sebastian Willnow/dpa

Es ist ein Wettrennen gegen die Zeit: Am zweiten Tag nach dem Einsturz eines Hauses in Görlitz geht die Suche nach den drei Vermissten weiter. Seit den frühen Morgenstunden laufen die Arbeiten auf Hochtouren, wie ein Polizeisprecher einer dpa-Reporterin sagte. Sowohl von der Straßenseite als auch auf der Rückseite des eingestürzten Hauses arbeiten die Einsatzkräfte. Auf der Vorderseite sind ein kleiner sowie ein größerer Kran im Einsatz, auch auf der Rückseite wird mit großem Gerät gearbeitet.

Feuerwehr hofft auf «Glück» bei der Suche

Die Feuerwehr ließ offen, ob sie die drei Vermissten noch lebend finden kann. Bisher gibt es laut Feuerwehr kein Lebenszeichen der Vermissten. «Grundsätzlich gehen wir immer davon aus, dass – so lange, wie wir das Gegenteil nicht bewiesen haben – dass es noch Überlebende gibt», sagte die Leiterin der Feuerwehr Görlitz, Anja Weigel. «Die Chancen sinken natürlich mit jeder Stunde.» Sie betonte aber auch: «Aber wenn wir Glück haben, ist vielleicht eine Person in einem Hohlraum eingeschlossen. Vielleicht gibt's ja ein Wunder.»

Die Einsatzkräfte versuchen nach Angaben der Feuerwehr an bestimmten Stellen zu suchen - in der Hoffnung, genau dort zeitnah zum Erfolg kommen. «Wir müssen auch davon ausgehen, dass es im schlimmsten Fall vielleicht auch nur ein Körperteil ist», sagte Weigel. «Fußgänger können möglicherweise auch im vorderen Bereich noch verschüttet sein.» Es gebe aber keine weiteren Vermisstenmeldungen.

Keine Verletzten oder Toten gefunden

Das Haus war am Montagabend eingestürzt. An der Unglücksstelle wird nach drei vermissten Menschen gesucht. Bei ihnen handelt es sich um zwei rumänische Touristinnen im Alter von 25 und 26 Jahren und einen 48 Jahre alten Mann mit bulgarischer und deutscher Staatsangehörigkeit, der sich aus beruflichen Gründen in Görlitz aufgehalten hatte. Von ihnen fehlt bisher jedes Lebenszeichen. Die Ursache für das Unglück ist weiter unklar.

Oberbürgermeister Octavian Ursu (CDU) steht nach eigenen Angaben im Kontakt mit den Angehörigen der Vermissten. Sie seien «emotional sehr angeschlagen», sagte Ursu. Er versuche, sie um Geduld zu bitten. Er habe auch Kontakt zur zuständigen Botschaft in Berlin aufgenommen.

Gasleitungen geleert - Explosionsgefahr gesunken

In der Nacht waren die Gasleitungen rund um die Unglücksstelle vollständig geleert worden. Dadurch sei die Explosionsgefahr geringer und die Arbeiten seien weniger gefährlich geworden, sagte eine Polizeisprecherin. Die Suche war währenddessen aus Sicherheitsgründen unterbrochen worden. Trotz der geleerten Gasleitungen kann es der Sprecherin zufolge jedoch noch Hohlräume mit Gas geben. 

Die Feuerwehr flammte die restlichen Gasmengen in der Nacht ab. Dadurch sei die Gefahr deutlich minimiert worden, sagte die Leiterin der Feuerwehr. «Wir haben immer noch Gaseinschlüsse möglicherweise, aber das ist eine große Sicherheit, die wir gewinnen konnten», erläuterte sie. Die Maßnahme komme der Suche nach den Vermissten zugute: «Wir gehen davon aus, dass wir jetzt ein klein wenig zügiger auch arbeiten können.» 

Seitenwand zum Nachbarhaus gestützt

In der Nacht wurde laut Polizei darüber hinaus eine Seitenwand zum rechten Nachbarhaus gestützt, um die Helfer bei ihrer Arbeit zu schützen. Bei den Arbeiten gab sich nach Angaben der Feuerwehr allerdings Bewegungen am Mauerwerk. Das führte dazu, dass die Einsatzkräfte im vorderen Bereich zunächst die Einsatzstelle verlassen mussten.

Bereits zuvor war das Gas vorsorglich abgestellt worden. Damit sollte nach Angaben der Stadtwerke die Sicherheit der Anwohner und Einsatzkräfte gewährleistet werden.

Den Bewohnern wurde es freigestellt, ob sie bereits in ihre Wohnungen zurückkehren möchten. «Dann dürfen sie das», sagte Weigel. «Sie müssen aber in Kauf nehmen: kein Strom, kein Wasser, kein Gas.»

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