Hersteller von gesunkener Jacht erwÀgen Klage
22.09.2024 - 17:36:53 | dpa.de
Nach dem Untergang der Luxusjacht «Bayesian» vor Sizilien mit sieben Todesopfern will die italienische Herstellerfirma des Schiffs einem Medienbericht zufolge jetzt mehr als 200 Millionen Euro EntschĂ€digung verlangen. Die Klage richte sich auch gegen die Witwe des ertrunkenen britischen MilliardĂ€rs Mike Lynch, Angela Bacares, meldete die Tageszeitung «Giornale di Sicilia».Â
BegrĂŒndet werde die Forderung ĂŒber insgesamt 222 Millionen Euro von den AnwĂ€lten der Firma The Italian Sea Group (TISG) damit, dass ihr durch die Auswahl einer ungeeigneten Besatzung und deren Handeln ein schwerer Imageschaden entstanden sei. TISG betonte spĂ€ter jedoch, dass den AnwĂ€lten bislang nur ein allgemeines Mandat erteilt worden sei. Eine formelle Klage sei bislang weder genehmigt noch unterzeichnet worden.
Staatsanwaltschaft ermittelt gegen KapitÀn
Die als «unsinkbar» deklarierte Jacht war Mitte August wĂ€hrend eines Unwetters untergegangen. Die genauen UmstĂ€nde sind noch unklar. Dabei kamen sieben Menschen ums Leben, auch Lynchs 18-jĂ€hrige Tochter und vier GĂ€ste des schwerreichen Software-Unternehmers.Â
Die Besatzung konnte sich bis auf den Schiffskoch retten. Inzwischen ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen den KapitĂ€n der «Bayesian», einen NeuseelĂ€nder mit groĂer Erfahrung, sowie zwei weitere Mitglieder der Besatzung. Bei den Ermittlungen geht es aber auch um die Frage, ob die Herstellerfirma eine Schuld trĂ€gt.
Noch kein Termin fĂŒr Bergung
Das 15 Jahre alte Schiff liegt nun seit mehr als einem Monat 900 Meter vor dem kleinen sizilianischen Hafen Porticello im Mittelmeer auf Grund. FĂŒr die Bergung gibt es bislang immer noch keinen Termin.Â
Die 56 Meter lange und mit einem 75 Meter hohen Mast ausgestattete «Bayesian» gehörte zu den gröĂten Segeljachten weltweit. Gebaut wurde sie 2008 von der italienischen Werft Perini Navi, die spĂ€ter von der börsennotierten Sea Group ĂŒbernommen wurde.Â
Deren AnwÀlte vertreten dem Zeitungsbericht zufolge die Meinung, dass der KapitÀn der Aufgabe, die Jacht zu steuern, nicht gewachsen war. Die Forderung richte sich gegen die von der Witwe verwaltete britische Firma Revtom Limited sowie gegen einen internationalen Betreiber von Luxusjachten, Camper & Nicholsons. Von deren Seite gab es zunÀchst keinen Kommentar.
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