Amokfahrt in Leipzig: Ermittlungen laufen weiter
05.05.2026 - 10:22:36 | dpa.deKerzen, Blumen und stille Anteilnahme prĂ€gen das Bild in der Leipziger Innenstadt nach der tödlichen Amokfahrt. WĂ€hrend die Stadt der Opfer gedenkt, laufen die Ermittlungen zu der Tat weiter. Der 33-jĂ€hrige deutsche TĂ€ter soll im Laufe des Tages einem Haftrichter vorgefĂŒhrt werden. Er war am Montagabend unmittelbar nach der Tat festgenommen worden.
Zahl der Verletzten weiter unklar
Die genaue Zahl der Verletzten ist weiterhin unklar. «Das war gestern sehr schwierig. Viele Leute haben den Ort selbststÀndig verlassen und sich zum Arzt begeben», sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft. Sicher ist bislang nur: Drei Menschen wurden schwer verletzt, hinzu kommen zahlreiche weitere Betroffene. Insgesamt sollen rund 80 Menschen von den Ereignissen betroffen sein.
Die Polizei geht nach bisherigen Erkenntnissen nicht von einem politischen oder religiösen Motiv des TĂ€ters aus. Sachsens Innenminister Armin Schuster hatte bereits am Abend von einem mutmaĂlichen EinzeltĂ€ter gesprochen. «Wenn wir von einer Amokfahrt sprechen, dann spricht das fĂŒr eine Tat, die in wĂŒtendem, rasendem Zustand geschieht und oft auch mit einer psychischen LabilitĂ€t. Ob das in diesem Fall zutrifft, werden Polizei und Staatsanwaltschaft klĂ€ren», sagte der CDU-Politiker. Nach dpa-Informationen war der Mann vor der Tat polizeibekannt.
Zwei Tote - Ermittlungen wegen Mordes
Bei der Amokfahrt wurden eine 63-jÀhrige Frau und ein 77-jÀhriger Mann getötet. Beide waren deutsche Staatsangehörige. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Mordes in zwei FÀllen sowie wegen versuchten Mordes in mindestens zwei FÀllen.
Der 33-jĂ€hrige TĂ€ter war am spĂ€ten Montagnachmittag mit einem weiĂen Auto vom Augustusplatz kommend ĂŒber die Grimmaische StraĂe bis zum Markt gefahren, der Wagen erfasste dabei mehrere Menschen. Der Mann wurde noch im Fahrzeug von der Polizei festgenommen und lieĂ sich widerstandslos festnehmen.
Trauer in der Stadt - Gedenken geplant
In der Stadt hat inzwischen die Trauer begonnen. Am Tatort legen Menschen Blumen und Kerzen nieder, die Flaggen am Neuen Rathaus wurden auf halbmast gesetzt.
Sachsens MinisterprĂ€sident Michael Kretschmer (CDU) zeigte sich tief betroffen. «Ich bin in Gedanken bei den Opfern und ihren Familien», teilte er mit. Sachsens Opferbeauftragte Iris Kloppich bot den Betroffenen UnterstĂŒtzung an. Sie sei Anlaufstelle fĂŒr Opfer schwerer Gewalttaten und verstehe sich als Lotsin zu Hilfsangeboten.
FĂŒr den Nachmittag ist eine zentrale Gedenkandacht geplant. In der Nikolaikirche soll um 17.00 Uhr eine ökumenische Feier stattfinden, an der MinisterprĂ€sident Michael Kretschmer (CDU) teilnehmen will. Nach Angaben des Innenministeriums werden auch Innenminister Armin Schuster (CDU) und Leipzigs OberbĂŒrgermeister Burkhard Jung (SPD) an der Gedenkandacht teilnehmen. Auch die Thomaskirche ist fĂŒr Trauernde geöffnet.
Teile der Innenstadt weiter abgesperrt
Die Polizei sichert unterdessen weiter Spuren. Die Grimmaische StraĂe und der Bereich rund um den Markt bleiben voraussichtlich den gesamten Dienstag ĂŒber gesperrt. Wie lange die Ermittlungen andauern, ist noch unklar.
Die Stadt Leipzig will zudem die Sicherheitsvorkehrungen in der Innenstadt ĂŒberprĂŒfen. Nach Angaben eines Sprechers konnte der TĂ€ter offenbar ĂŒber den Augustusplatz in die FuĂgĂ€ngerzone einfahren, ohne auf Hindernisse wie Poller zu treffen. Nun solle das gesamte Sicherheitskonzept der Innenstadt auf den PrĂŒfstand gestellt werden.
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