SchuldsprĂŒche, Prozess

SchuldsprĂŒche in Prozess um gefĂ€lschte Abnehmspritzen

16.12.2024 - 20:09:04 | dpa.de

Nach DiĂ€t-Mitteln herrscht eine große Nachfrage. Zwei Unternehmer vertrieben mehr als 200 Injektions-Pens an einen Schönheitschirurgen. Statt Markenware lieferten sie gefĂ€hrliche Nachahmer-Produkte.

In den vorgeblichen Ozempic-Pens war nicht das drin, was draufstand. (Bild: Illustration) - Foto: Rolf Vennenbernd/dpa

Zwei Unternehmer sind in Österreich wegen des Vertriebs von gefĂ€lschten Abnehmspritzen verurteilt worden. Sie wurden am Landgericht Steyr wegen VerstĂ¶ĂŸen gegen das Arzneimittelgesetz und grob fahrlĂ€ssiger schwerer Körperverletzung schuldig gesprochen. Über beide MĂ€nner wurden Geldstrafen sowie BewĂ€hrungsstrafen von sechs Monaten Haft verhĂ€ngt. 

Die Staatsanwaltschaft warf den GeschĂ€ftsleuten vor, 225 Injektions-Pens zum StĂŒckpreis von 205 Euro an einen Schönheitschirurgen in Salzburg verkauft zu haben. Die Angeklagten im Alter von 57 und 46 Jahren sollen die Medikamente ĂŒber einen Kontakt in Nordrhein-Westfalen bezogen haben.

GefÀlschte Ozempic-Pens

Die Pens waren wie das bekannte Arzneimittel-Produkt Ozempic gestaltet. Doch statt des Originalwirkstoffes Semaglutid enthielten sie Insulin. Drei Patientinnen erlitten deshalb nach Selbst-Injektionen gesundheitliche Probleme.

Ozempic ist nur zur Behandlung von Diabetes zugelassen. Dennoch ist es auch als DiĂ€tmittel begehrt. Denn Ozempic enthĂ€lt den gleichen Wirkstoff wie das ebenfalls von Novo Nordisk produzierte Mittel Wegovy, das zur Behandlung von Adipositas zugelassen ist. Nach Angaben des österreichischen Bundesamtes fĂŒr Sicherheit im Gesundheitswesen (BASG) nutzen Kriminelle die hohe Nachfrage nach Ozempic, um mit FĂ€lschungen Geld zu machen. 

Laut dem noch nicht rechtskrĂ€ftigen Urteil muss der erste Angeklagte eine Strafe von 720 Euro zahlen (180 TagessĂ€tze zu je 4 Euro), der zweite 6.600 Euro (120 TagessĂ€tze zu je 55 Euro). Eines der involvierten Unternehmen wurde zu einer Geldstrafe von 4.250 Euro verurteilt - teils auf BewĂ€hrung. Gegen den mutmaßlich beteiligten Arzt hat die Staatsanwaltschaft ein gesondertes Verfahren eingeleitet.

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