Vielerorts, Minus-Rekorde

Vielerorts Minus-Rekorde bei Schneehöhen in den Alpen

17.06.2025 - 11:57:59 | dpa.de

Nach einem niederschlagsreichen Sommerhalbjahr war Schnee in den Wintermonaten auf vielen Bergen Mangelware. FĂŒr Skifahrer machte sich das unter anderem an Deutschlands höchstem Berg bemerkbar.

  • An vielen Bergen fiel im Winterhalbjahr deutlich weniger Schnee als im langjĂ€hrigen Mittel. (Archivbild) - Foto: Sabine Dobel/dpa
  • Zum Saisonstart sah es schneemĂ€ĂŸig auf der Zugspitze nicht schlecht aus. (Archivbild) - Foto: Angelika Warmuth/dpa
An vielen Bergen fiel im Winterhalbjahr deutlich weniger Schnee als im langjĂ€hrigen Mittel. (Archivbild) - Foto: Sabine Dobel/dpa Zum Saisonstart sah es schneemĂ€ĂŸig auf der Zugspitze nicht schlecht aus. (Archivbild) - Foto: Angelika Warmuth/dpa

Ein ungewöhnlich trockener Winter hat an vielen Bergen in den Alpen fĂŒr Minus-Rekorde bei den höchsten gemessenen Schneehöhen gesorgt. So seien im Winterhalbjahr 2024/25 auf Deutschlands höchstem Skigebiet an der Zugspitze die bisher niedrigsten Maximalwerte bei Schneehöhen aus dem Winter 1971/72 noch etwas unterboten worden, teilten der Deutsche Wetterdienst, Geosphere Austria und das Bundesamt fĂŒr Meteorologie und Klimatologie MeteoSchweiz mit. Die Zahl der Schneedeckentage sei zwischen 10 und 40 Prozent niedriger gewesen als in einem durchschnittlichen Winter.

Trockener war der Winter zuletzt vor gut 90 Jahren

Nur Ende November und Anfang Dezember habe es ergiebiger geschneit. Den Schneemangel nachhaltig verringert habe das aber nicht. Noch trockener sei das Winterhalbjahr im bayerischen Alpenraum nur von November 1933 bis April 1934 gewesen, teilten die Meteorologen mit. Damals seien weniger als 400 Liter Niederschlag pro Quadratmeter gefallen, im vergangenen Winterhalbjahr waren es demnach etwa 470 Liter. 

Niederschlag unter dem vieljÀhrigen Durchschnitt 

Das ist deutlich unter dem Mittelwert der Jahre 1991 bis 2020, der bei etwa 730 Litern liegt. Allerdings waren neben dem Winterhalbjahr 1971/72 auch die Winter 2010/11 mit knapp 480 Litern oder 1948/49 mit 485 Litern auf Àhnlichem Niveau, wie der Deutsche Wetterdienst auf Anfrage mitteilte. Die Niederschlagsarmut im Winter, wenn Verdunstung sowie Wasserbedarf der Pflanzen niedrig sei, habe weniger Auswirkungen als eine lÀngere sommerliche Trockenperiode. 

Durch weniger Schnee in den Bergen gebe es auch weniger Schmelzwasser. Das spiele aber fĂŒr Hochwasser im Nordalpenraum vor allem dann eine Rolle, wenn andauernde NiederschlĂ€ge dazu kĂ€men. 

Wieder Verlust bei den Gletschern befĂŒrchtet 

Je nach weiteren Sommerverlauf könnte es den Wetterdiensten zufolge in diesem Jahr fĂŒr die Gletscher wieder zu einem grĂ¶ĂŸeren Verlust kommen. Feucht-milde Winter und nasskalte Sommer sind fĂŒr den Gletschererhalt wichtig. VerhĂ€ltnisse, die wir – bedingt durch den Klimawandel – seit dem Temperatursprung um 1990 in Verbindung mit sonnigeren Bedingungen im FrĂŒhjahr und Sommer allerdings kaum noch haben. 

Statt Regen und Schnee gab es in den Zentral- und Ostalpen demnach im Winter durch viel Hochdruck-Einfluss ungewöhnlich viele Sonnenstunden. Dazu sei es in Gipfellagen etwa zwei Grad wÀrmer gewesen als im langjÀhrigen Schnitt, in TÀlern dagegen teils sogar etwas kÀlter. Das habe auch mit vielen Inversionswetterlagen im November zu tun gehabt. Dabei blieb kÀltere Luft in den TÀlern und wÀrmere Luft in höheren Lagen. 

Weiter westlich fÀllt die Bilanz anders aus

Weiter westlich, in der Schweiz, sei die Situation mit Blick auf die Trockenheit weniger dramatisch gewesen, teilten die Meteorologen mit. Im Bereich der Berner und Walliser Alpen hÀtten «insgesamt mindestens durchschnittliche Niederschlags- und SchneeverhÀltnisse» geherrscht.

Der Alpenraum hat sich Umweltorganisationen zufolge seit dem spĂ€ten 19. Jahrhundert deutlich stĂ€rker erwĂ€rmt wie der globale Durchschnitt – die Alpen sind also besonders stark von der Klimakrise betroffen.

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