Nebelgefahr, MĂŒnchberger Senke

Nebel in Deutschland: Brocken verzeichnete 330 Nebeltage

Veröffentlicht am: 05.11.2026 um 06:30 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Nebel kann die Sichtweite unter einen Kilometer drĂŒcken und dadurch Straßen- und Flugverkehr beeintrĂ€chtigen. Das PhĂ€nomen hat in Deutschland zudem markante Spuren in Geschichte und Sprache hinterlassen.

Nebel prÀgt Sicht und Sprachgebrauch

  • Der DWD zĂ€hlt den Brocken zu den nebelreichsten Orten Deutschlands.
  • Auf der A9 waren 1990 rund 100 Fahrzeuge in die Massenkarambolage verwickelt.
  • Der Ausdruck „Nacht und Nebel“ geht auf einen geheimen Erlass vom 7. Dezember 1941 zurĂŒck.
  • Nebelschwaden ziehen bei Sonnenaufgang um den Brocken. (Archivbild) - Bild: Julian Stratenschulte/dpa
  • Nebel ist kondensierter Wasserdampf. (Archivbild) - Bild: Harald Tittel/dpa
  • An der MĂŒnchberger Senke auf der A9 kam es im Nebel zu einer katastrophalen Massenkarambolage. (Archivbild) - Bild: picture alliance / dpa
Nebelschwaden ziehen bei Sonnenaufgang um den Brocken. (Archivbild) - Bild: Julian Stratenschulte/dpa Nebel ist kondensierter Wasserdampf. (Archivbild) - Bild: Harald Tittel/dpa An der MĂŒnchberger Senke auf der A9 kam es im Nebel zu einer katastrophalen Massenkarambolage. (Archivbild) - Bild: picture alliance / dpa

Nebel macht Sichtweiten gefÀhrlich kurz

Der Morgen beginnt grau, Felder sind feucht und Straßenlaternen verschwimmen im Dunst: Nebel kann die Sicht in Deutschland auf weniger als einen Kilometer reduzieren. Das WetterphĂ€nomen birgt Gefahren fĂŒr den Verkehr, prĂ€gt Redewendungen und ist mit einer belasteten Geschichte verbunden.

Wasserdampf wird zu sichtbaren Tröpfchen

Nebel besteht aus winzigen Wassertröpfchen, die in BodennĂ€he schweben und die Sicht behindern. Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes entsteht er unter anderem, wenn die Luft abkĂŒhlt, durch Verdunstung mehr Wasserdampf enthĂ€lt oder feuchtwarme und kalte Luft aufeinandertreffen.

Der Brocken hÀlt den Nebelrekord

Zu den nebelreichsten Orten Deutschlands zÀhlt der Gipfel des Brockens im Harz. Dort wurden 1958 an 330 Tagen eines Jahres Nebeltage registriert.

Massenkarambolage auf der A9

Im Oktober 1990 bildete sich in der MĂŒnchberger Senke auf der A9 in Oberfranken plötzlich eine dichte Nebelwand. Rund 100 Autos waren in UnfĂ€lle verwickelt.

Die Katastrophe verschÀrfte sich, als ein fast 40 Tonnen schwerer Milchlaster mit zu hoher Geschwindigkeit in die Unfallstelle fuhr und Fahrzeuge zusammenschob. Zehn Menschen starben, 122 wurden verletzt, darunter 38 schwer. Weil der Nebel HubschraubereinsÀtze verhinderte, mussten Verletzte mit Krankenwagen oder in Arztpraxen versorgt werden. Die Senke wurde spÀter entschÀrft.

FlughÀfen arbeiten mit Mindestwerten

Bei dichtem Nebel helfen Funksignale vom Boden Piloten bei der Orientierung zur Landebahn. Ob ein Anflug möglich ist, hÀngt von der Sichtweite und den jeweiligen Mindestwerten des Flughafens ab.

Ist die Sicht zu schlecht, können Flugzeuge zunÀchst kreisen. Reicht der Treibstoff nicht aus, wird zu einem Ausweichflughafen umgeleitet oder der Flug am Boden verschoben.

Nebel steckt in vielen Redewendungen

Das Wort Nebel lĂ€sst sich bis ins Althochdeutsche des 8. Jahrhunderts zurĂŒckverfolgen und ist mit dem lateinischen Begriff „nebula“ fĂŒr Dunst, Nebel oder Wolke verwandt. Wer im Nebel stochert, sucht ohne klare Informationen nach einer Lösung; Nebelkerzen stehen fĂŒr Ablenkung und Verschleierung.

„Nacht und Nebel“ bezeichnet im Alltag etwas Heimliches. Der Ausdruck geht jedoch auf einen geheimen Erlass Adolf Hitlers vom 7. Dezember 1941 zurĂŒck. VerdĂ€chtige aus den besetzten Gebieten wurden, wenn sie nicht rasch vor ein Sondergericht kamen, heimlich nach Deutschland gebracht und meist in Konzentrationslager eingewiesen. Ihre Familien blieben ĂŒber ihr Schicksal im Unklaren.

Nebel entsteht, wenn Wasserdampf in bodennaher Luft zu winzigen Tröpfchen kondensiert und dadurch die Sichtweite unter einen Kilometer sinkt. Besonders hĂ€ufig tritt das bei feuchter Luft, nĂ€chtlicher AbkĂŒhlung und schwachem Wind auf. Im aktuellen ruhigen Herbstwetter kann sich die Sicht deshalb regional stark unterscheiden: WĂ€hrend sich Nebelfelder tagsĂŒber vielerorts auflösen, bleiben manche Gebiete lĂ€nger trĂŒb.

FĂŒr den Straßenverkehr ist vor allem die plötzliche Verschlechterung der Sicht gefĂ€hrlich. Wer in eine Nebelbank fĂ€hrt, muss die Geschwindigkeit anpassen, ausreichend Abstand halten und die vorgeschriebene Beleuchtung nutzen. Die Massenkarambolage auf der A9 von 1990 zeigt, welche Folgen eine dichte Nebelwand in Verbindung mit zu hohem Tempo haben kann. Dass die MĂŒnchberger Senke spĂ€ter entschĂ€rft wurde, verweist zudem auf die Bedeutung baulicher und verkehrlicher Konsequenzen nach schweren UnfĂ€llen.

Nebel beeinflusst Verkehr und Alltag

Auch die Luftfahrt arbeitet bei eingeschrĂ€nkter Sicht mit festen Mindestwerten fĂŒr AnflĂŒge. Reichen die Bedingungen nicht aus, können Umleitungen oder Verzögerungen die Folge sein. FĂŒr den Alltag bedeutet die Wetterlage daher nicht nur graue Morgenstunden, sondern regional lĂ€ngere Fahrzeiten und eine erhöhte Aufmerksamkeitspflicht. Die aktuelle Vorhersage nennt nach der Nebelauflösung vielfach heitere oder sonnige Abschnitte, zugleich aber örtlich weiterhin zĂ€hen Nebel und Hochnebel.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

Deutschlandfunk: „Wetter - Nach Nebelauflösung heiter oder sonnig“ (05.11.2026)

Der Deutschlandfunk beschreibe fĂŒr den 5. November örtlichen Nebel sowie dessen teils zĂ€he Auflösung. Der Schwerpunkt liege auf der Wetterentwicklung mit heiteren Abschnitten und Temperaturen zwischen 5 und 11 Grad.

n-tv: „Nebel und Frost in Berlin und Brandenburg“ (05.11.2026)

Der Bericht ordne die Wetterlage regional fĂŒr Berlin und Brandenburg ein und beschreibe Nebel, anschließende heitere Abschnitte sowie Frost in der Nacht. Anders als der Deutschlandfunk konzentriere er sich auf eine konkrete Region und die dortige Entwicklung bis zum Wochenende.

Beide BeitrĂ€ge stimmten darin ĂŒberein, dass Nebel regional begrenzt sei und sich tagsĂŒber teilweise auflösen könne. Der Deutschlandfunk setze den Schwerpunkt auf die bundesweite Wetterlage, wĂ€hrend n-tv die Auswirkungen fĂŒr Berlin und Brandenburg konkretisiere.

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