New York, Central Park

New York schafft Pferdekutschen im Central Park bis 2028 ab

Veröffentlicht am: 22.10.2026 um 23:12 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Der New Yorker Stadtrat beschließt das schrittweise Aus für eine rund 150 Jahre alte Touristenattraktion. Das Verbot soll nach einer Übergangsphase am 1. Juni 2028 vollständig gelten.

Stadtrat legt Ende der Kutschen fest

  • Der New Yorker Stadtrat beschloss die schrittweise Abschaffung der Pferdekutschen im Central Park.
  • Das Gesetz soll bis zum 1. Juni 2028 umgesetzt werden.
  • Das Verbotsgesetz trägt im Gedenken an den Unfalltod eines 18-Jährigen den Namen „Romanch's Law“.
  • In New York können Touristen bald nicht mehr mit Pferdekutschen durch den Central Park fahren. - Bild: Christina Horsten/dpa
  • Die Kutschen rollen seit rund 150 Jahren durch den Central Park. (Archivbild) - Bild: Bianca Otero/ZUMA Press Wire/dpa
In New York können Touristen bald nicht mehr mit Pferdekutschen durch den Central Park fahren.  - Bild: Christina Horsten/dpa Die Kutschen rollen seit rund 150 Jahren durch den Central Park. (Archivbild) - Bild: Bianca Otero/ZUMA Press Wire/dpa

New York beendet Pferdekutschen im Central Park

Nach rund 150 Jahren geht die Ära der Pferdekutschen im New Yorker Central Park zu Ende. Der Stadtrat stimmte für ein Gesetz, das die traditionsreiche Attraktion schrittweise bis zum 1. Juni 2028 abschaffen soll.

Einigung zwischen Stadtspitze und Stadtrat

Auf den Gesetzentwurf hatten sich Bürgermeister Zohran Mamdani und die Vorsitzende des New Yorker Stadtrats, Julie Menin, geeinigt. Zuvor hatte auch ein Gesundheitsausschuss des Stadtrats dem Papier zugestimmt.

Touristenattraktion seit rund 150 Jahren

Für viele Besucher gehören die Kutschenfahrten zu einem New-York-Aufenthalt. Tierschützer fordern dagegen seit Langem ein Ende. Sie kritisieren, die Pferde seien überarbeitet, schlecht untergebracht und könnten leicht in Panik geraten.

Kutscher fordern weitere Regeln

Die rund 150 Kutscherinnen und Kutscher weisen die Vorwürfe zurück. Bis zuletzt forderten sie mehr Regulierung anstelle einer vollständigen Abschaffung.

Auch Trump äußert Bedauern

US-Präsident Donald Trump hatte sich in die Diskussion eingeschaltet. Das Ende der „fundamentalen New-York-Erfahrung“ sei „so traurig“, schrieb der in der Millionenmetropole geborene Trump bei Truth Social. Es handle sich um eine großartige Tradition und ein weiteres Stück Geschichte, das verschwinde und vermisst werde.

Unfall erhöht Druck auf den Stadtrat

Immer wieder kam es zu Unfällen mit den Kutschen. Im Juni starb ein 18-Jähriger aus Indien, der mit seiner Familie New York besuchte. Er war seiner Mutter aus einer Kutsche hinterhergesprungen, nachdem sie herausgeschleudert worden war.

Nach dem Unfall nahm der Druck zu, die Fahrten zu verbieten. Im Gedenken an den Gestorbenen trägt das Verbotsgesetz den Namen „Romanch's Law“.

Der Beschluss beendet einen jahrzehntelangen politischen und gesellschaftlichen Streit um eine der bekanntesten touristischen Aktivitäten New Yorks. Die Kutschenfahrten stehen dabei exemplarisch für den Konflikt zwischen dem Erhalt historischer Stadtkultur und strengeren Anforderungen an den Tierschutz.

Für die rund 150 Kutscherinnen und Kutscher bedeutet die schrittweise Abschaffung einen tiefen Einschnitt in ihre berufliche Existenz. Sie hatten die Vorwürfe gegen die Haltungs- und Arbeitsbedingungen zurückgewiesen und statt eines Verbots zusätzliche Regeln gefordert. Bis zum endgültigen Aus bleibt damit offen, wie die Stadt den Übergang für die Beschäftigten und die betroffenen Betriebe gestaltet.

Streit um Sicherheit und Tierwohl

Die Debatte wurde durch wiederholte Unfälle und die Diskussion über die Belastung der Pferde verschärft. Der Tod eines 18-jährigen Besuchers im Juni erhöhte den politischen Druck zusätzlich. Mit dem Namen „Romanch's Law“ verbindet der Stadtrat das Verbot mit diesem konkreten Unfall.

Die Umsetzung bis zum 1. Juni 2028 lässt Zeit für einen geordneten Übergang, verlängert aber zugleich die Auseinandersetzung über die verbleibende Betriebsphase. Für Besucherinnen und Besucher bleibt die Attraktion zunächst bestehen; langfristig wird sich das touristische Angebot im Central Park verändern.

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