New York verbietet Pferdekutschen im Central Park ab 2028
Veröffentlicht am: 14.10.2026 um 09:36 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Stadtrat soll über Ende der Kutschfahrten entscheiden
- Der Gesetzentwurf soll das Verbot der Pferdekutschen im Central Park am 1. Juni 2028 wirksam machen.
- Das Vorhaben geht auf Bürgermeister Zohran Mamdani und Stadtratschefin Julie Menin zurück.
- Im Juni starb ein 18-jähriger Besucher aus Indien nach einem Unfall mit einer Kutsche.
New Yorks Bürgermeister Zohran Mamdani und Stadtratschefin Julie Menin haben sich auf einen Gesetzentwurf zum schrittweisen Verbot der Pferdekutschen im Central Park geeinigt.
Abstimmung Ende kommender Woche erwartet
Bevor das Verbot in Kraft treten kann, muss der New Yorker Stadtrat den Entwurf billigen. Mit einer Abstimmung wird bereits Ende kommender Woche gerechnet.
Nach dem vorgesehenen Zeitplan sollen die Fahrten am 1. Juni 2028 vollständig beendet sein. Mamdani schrieb, die Pferdekutschenbranche in New York City stehe vor dem Aus. Zugleich solle seine Regierung die Rechte der Kutscher, Betreiber und Tiere schützen.
Gewerkschaft kritisiert Schutz der Beschäftigten
Die Gewerkschaft der Kutscher hält den Gesetzentwurf für zu schwach, um die Beschäftigten ausreichend zu schützen. Menin zeigte sich hingegen überzeugt, dass das Vorhaben bei der anstehenden Abstimmung eine Mehrheit erhalten werde.
Tradition seit rund 150 Jahren
Die Kutschen fahren seit rund 150 Jahren durch den Central Park und zählen für viele Touristen zum Besuch New Yorks. Tierschützer fordern seit Jahren ein Ende der Fahrten.
Sie kritisieren, die Pferde würden überarbeitet und schlecht untergebracht; zudem könnten sie leicht in Panik geraten. Die Betreiber weisen diese Vorwürfe zurück.
Tödlicher Unfall erhöht politischen Druck
Im Juni starb ein 18-jähriger Besucher aus Indien nach einem Unfall. Er war seiner Mutter aus einer Kutsche hinterhergesprungen, nachdem sie herausgeschleudert worden war, und erlag kurz darauf im Krankenhaus seinen schweren Verletzungen.
Nach dem Unfall nahm der Druck zu, die Kutschfahrten im Central Park zu verbieten.
Ein Streit zwischen Tierschutz und Tourismus
Das geplante Aus würde eine seit rund 150 Jahren sichtbare Tradition im Central Park beenden. Für New York geht es damit nicht nur um eine touristische Dienstleistung, sondern auch um die Frage, wie eine weltweit bekannte Stadtkulisse mit modernen Tierschutzanforderungen vereinbar ist.
Die Debatte wird durch zwei Interessen geprägt: Tierschützer verlangen ein Ende der Fahrten und verweisen auf die Belastung der Tiere, während Betreiber und Kutscher ihre wirtschaftliche Existenz verteidigen. Der angekündigte schrittweise Vollzug soll offenbar Zeit für den Übergang geben. Zugleich zeigt die Kritik der Gewerkschaft, dass ein Verbot nicht automatisch alle sozialen Folgen löst.
2028 als Übergangsfrist
Mit dem vorgesehenen Termin am 1. Juni 2028 läge zwischen der angekündigten Einigung und dem Inkrafttreten eine längere Übergangsphase. In dieser Zeit müsste der Stadtrat den Gesetzentwurf beschließen; anschließend wären Regelungen für Beschäftigte, Betreiber und den Umgang mit den Tieren zu klären.
Für Besucher würde eine vertraute Attraktion aus dem Stadtbild verschwinden. Für die Stadtverwaltung steht dagegen die praktische Umsetzung im Mittelpunkt: Dazu gehören die Zukunft der Kutscher, die Interessen der Betreiber und der Schutz der Pferde. Der tödliche Unfall im Juni hat den politischen Druck zusätzlich verstärkt.
