Palisades-Feuer, Brandstiftungsprozess

Palisades-Feuer: Neuer Brandstiftungsprozess in Los Angeles

Veröffentlicht am: 03.11.2026 um 01:05 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
In Los Angeles hat die Auswahl der Geschworenen für den neuen Strafprozess begonnen. Die Staatsanwaltschaft verfolgt den Fall nach einer gescheiterten ersten Verhandlung mit zwei Anklagepunkten weiter.

Die Folgen der Brände für das Verfahren

  • Die Geschworenen konnten sich im ersten Prozess mit zehn zu zwei Stimmen nicht auf ein einstimmiges Urteil einigen.
  • Die Richterin erklärte den Prozess im Juni wegen der fehlenden Einigung zum Fehlverfahren.
  • Im neuen Verfahren geht es um zwei Vorwürfe im Zusammenhang mit Brandstiftung.
Im Januar 2025 hatten verheerende Brände ganze Viertel von Los Angeles verwüstet. (Archivbild) - Bild: Jae C. Hong/AP/dpa

Neuer Prozess zum Palisades-Feuer beginnt

In Los Angeles hat am Montag die Auswahl der Geschworenen im neuen Strafprozess gegen einen 30-Jährigen begonnen, dem Brandstiftung im Zusammenhang mit dem Palisades-Feuer vorgeworfen wird. Ein erster Prozess war im Juni geplatzt, weil sich die Jury nicht auf ein einstimmiges Urteil einigen konnte.

Erste Jury bleibt ohne Entscheidung

Zehn Juroren stimmten für einen Freispruch, zwei dagegen. Die zuständige Richterin erklärte daraufhin ein Fehlverfahren; die Bundesstaatsanwaltschaft kündigte an, den Fall neu aufzurollen.

Der Angeklagte hatte seine Schuld bereits im ersten Verfahren bestritten. Damals drohte ihm bei einem Schuldspruch in drei Anklagepunkten eine Höchststrafe von 45 Jahren Haft. Im neuen Prozess geht es um zwei Vorwürfe im Zusammenhang mit Brandstiftung.

Staatsanwaltschaft sieht vorsätzliche Brandlegung

Nach Darstellung der Anklage soll der Mann am Neujahrstag 2025 in einer Hügelregion am Stadtrand von Los Angeles ein Feuer absichtlich gelegt haben. Das zunächst kleinere Lachmann-Feuer sei von der Feuerwehr gelöscht worden, habe aber unterirdisch weitergeschwelt und sich am 7. Januar bei heftigen Winden zum verheerenden Palisades-Feuer ausgebreitet.

Die Ermittler verweisen unter anderem auf Aufnahmen von Überwachungskameras und Zeugenaussagen, die den Angeklagten mit dem Ursprungsort des Feuers in Verbindung bringen sollen. Die Verteidigung hält dagegen, es gebe keine konkreten Beweise für Brandstiftung; auch Silvesterfeuerwerk könne den Brand ausgelöst haben.

Großbrände zerstörten mehr als 16.000 Gebäude

Das Palisades-Feuer am Westrand von Los Angeles und das Eaton-Feuer nahe Pasadena und Altadena wüteten im Januar 2025 wochenlang. Mehr als 16.000 Gebäude wurden zerstört, 31 Menschen kamen ums Leben.

Der erneute Prozess folgt auf ein Fehlverfahren im ersten Verfahren. Eine Jury muss nun erneut prüfen, ob die von der Anklage vorgetragenen Indizien für eine vorsätzliche Brandlegung ausreichen.

Im Mittelpunkt steht die Frage, ob das zunächst kleinere Lachmann-Feuer tatsächlich den Ausgangspunkt des späteren Palisades-Feuers bildete und ob der Angeklagte dieses Feuer absichtlich entzündete. Dabei geht es um die Bewertung von Überwachungsvideos, Zeugenaussagen und alternativen Erklärungen wie Silvesterfeuerwerk.

Juristische und praktische Folgen

Der Fall steht zugleich im Schatten der außergewöhnlichen Schäden der Brände im Januar 2025. Mehr als 16.000 zerstörte Gebäude und 31 Tote geben dem Verfahren eine große öffentliche Bedeutung, ändern aber nichts an der juristischen Aufgabe der Geschworenen: Entscheidend sind die Beweise zu den konkret angeklagten Vorwürfen.

Der neue Prozess kann mit einem Schuldspruch, einem Freispruch oder erneut ohne einstimmige Entscheidung enden. Die gegenüber dem ersten Verfahren veränderte Zahl der Anklagepunkte zeigt, dass die Staatsanwaltschaft den Fall nach dem Fehlverfahren in angepasster Form weiterverfolgt.

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