Philippinen: Drei Schüler nach Schüssen an Schule in South Cotabato tot
Veröffentlicht am: 18.09.2026 um 12:39 Uhr | dpa, AD HOC NEWSBei einem Schusswaffenangriff an der Banga National High School in der philippinischen Provinz South Cotabato sind mindestens drei Schüler getötet worden, darunter der jugendliche Angreifer selbst.
Angriff an Schule in South Cotabato
Nach Angaben der Polizei eröffnete der mutmaßliche Täter, ein Schüler der neunten Klasse, in der Gemeinde Banga auf der Insel Mindanao das Feuer auf seine Mitschüler. Mehrere Jugendliche wurden dabei zum Teil schwer verletzt, eine genaue Zahl lag zunächst nicht vor. Das Sozialministerium hatte zunächst sechs Tote und 17 Verletzte gemeldet, korrigierte diese Angaben später jedoch.
Tatwaffe soll Pistole des Vaters sein
Der Gouverneur der Provinz, Reynaldo Tamayo Jr., erklärte, der Angreifer habe nach den Schüssen auf seine Mitschüler sich selbst mit einem Schuss in den Kopf getötet. Als Tatwaffe soll er eine Pistole seines Vaters benutzt haben. Der Vater ist Mitglied eines örtlichen Schützenvereins. Zu den möglichen Motiven des Jugendlichen machten die Behörden zunächst keine Angaben.
Behörden setzen Unterricht aus
Die Polizei sicherte den Tatort und leitete Ermittlungen ein. Als unmittelbare Reaktion wurde der Unterricht in der gesamten Gemeinde Banga vorerst ausgesetzt. Das Bildungsministerium DepEd teilte mit, man stehe in engem Kontakt mit den lokalen Behörden und der Polizei, um den Vorfall umfassend aufzuklären.
Psychosoziale Hilfe für Betroffene
Das Sozialministerium DSWD berichtete, dass Sozialarbeiter bereits vor Ort seien. Sie leisten den betroffenen Kindern und ihren Familien psychologische Erste Hilfe und psychosoziale Unterstützung. Auch das Bildungsministerium kündigte zusätzliche Hilfen für Schüler, Lehrkräfte und weiteres Schulpersonal an, um die unmittelbaren Folgen des Angriffs abzufedern.
Vergleichbarer Angriff im Juni
Erst im Juni waren bei einem Schusswaffenangriff an einer Schule in Tacloban City im Osten des Landes drei Schüler getötet und etwa 20 weitere verletzt worden. Damals nahmen die Behörden zwei Verdächtige im Alter von 14 und 15 Jahren fest. Es wurde darauf hingewiesen, dass die Jugendlichen möglicherweise zuvor gemobbt worden waren. Der aktuelle Vorfall verstärkt die Sorge vor weiterer Gewalt an philippinischen Schulen.
Gewalt an Schulen auf den Philippinen
Der Schusswaffenangriff an der Banga National High School fügt sich in eine Reihe schwerer Gewalttaten an Bildungseinrichtungen auf den Philippinen ein. Trotz streng wirkender Waffengesetze sind Schusswaffen im Land weit verbreitet, sowohl legal als auch illegal. In ländlichen Regionen wie South Cotabato besitzen viele Familien Waffen, häufig aus sportlichen oder sicherheitsbezogenen Gründen. Der Umstand, dass der mutmaßliche Täter eine Pistole seines Vaters nutzen konnte, verweist auf Lücken bei der sicheren Aufbewahrung privater Waffen.
Strukturelle Probleme und psychische Belastungen
Die Behörden betonen die psychosoziale Unterstützung für die Betroffenen, was auf ein wachsendes Bewusstsein für psychische Folgen solcher Gewalttaten hinweist. Gleichzeitig zeigen die Ereignisse, dass Prävention, Schulsozialarbeit und Konfliktmediation an vielen Schulen begrenzt sind. Bereits im Juni waren bei einem ähnlichen Angriff in Tacloban City ebenfalls Schüler beteiligt, wobei Mobbing als möglicher Faktor genannt wurde. Das legt nahe, dass schulische Konflikte, psychische Belastungen und der Zugang zu Waffen eine gefährliche Kombination bilden.
Politische und gesellschaftliche Folgen
Für Leserinnen und Leser ist bedeutsam, dass die philippinische Regierung und die zuständigen Ministerien nun unter Druck stehen, Sicherheitskonzepte für Schulen zu überprüfen. Dazu gehören strengere Vorgaben für Waffenbesitzer, Schutzkonzepte an Schulen sowie bessere Unterstützungssysteme für gefährdete Jugendliche. Auch wenn der Vorfall geografisch weit entfernt ist, berührt er internationale Debatten über Gewalt an Schulen, den Umgang mit Mobbing und die Verantwortung von Eltern und Behörden für sichere Rahmenbedingungen im Bildungsbereich.
