Maximilian Stoppa, Autodiebe

Polizist Maximilian Stoppa: Mutmaßliche Drahtzieher in Polen gefasst

Veröffentlicht am: 28.09.2026 um 15:49 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Mehr als 20 Monate nach dem Tod des Polizisten Maximilian Stoppa sind in Polen neun mutmaßliche Drahtzieher einer Autodiebesbande festgenommen worden. Zwei weitere Beschuldigte stellten sich selbst.

Tod eines Polizisten - mutmaßliche Drahtzieher gefasst. (Archivbild) - Bild: Sebastian Kahnert/dpa
Tod eines Polizisten - mutmaßliche Drahtzieher gefasst. (Archivbild) - Bild: Sebastian Kahnert/dpa

Mehr als 20 Monate nach dem Tod des Dresdner Polizisten Maximilian Stoppa sind in Polen neun mutmaßliche Drahtzieher einer Bande von Autodieben festgenommen worden.

Neun Festnahmen in Polen

Fahnder des Landeskriminalamtes Sachsen verhafteten gemeinsam mit polnischen Spezialeinheiten in der Vorwoche neun Männer im Alter zwischen 19 und 54 Jahren. Zwei weitere Beschuldigte stellten sich nach Angaben des LKA selbst.

Die Verdächtigen sollen zu einer Bande gehört haben, die hochwertige Autos in Deutschland stahl und in Polen gewinnbringend verwertete. Der LKA-Präsident Dirk Lichtenberg sagte, die Drahtzieher seien gefasst. Der Tod seines Kollegen sei ihm sehr nahegegangen; mit den Festnahmen könnten auch Gefahren für andere Polizisten auf der Straße verringert werden.

Polizist bei Kontrolle getötet

Stoppa war im Januar 2025 bei einem Einsatz gegen mutmaßliche Autodiebe in Lauchhammer im Landkreis Oberspreewald-Lausitz von einem Tatverdächtigen angefahren worden. Der 32-Jährige starb.

Ein 27 Jahre alter Pole wurde vom Landgericht Cottbus wegen eines illegalen Autorennens mit Todesfolge zu zehn Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt. Sowohl der Angeklagte als auch die Staatsanwaltschaft legten Revision ein, deshalb überprüft der Bundesgerichtshof das Urteil.

Auslieferung soll geprüft werden

Die neun in Polen Festgenommenen sitzen nach Angaben der Staatsanwaltschaft Dresden in Auslieferungshaft. Über eine Auslieferung soll innerhalb der nächsten 30 Tage entschieden werden. Die beiden Beschuldigten, die sich selbst stellten, befinden sich bereits in Deutschland in Untersuchungshaft.

Die Bande soll zwischen 2017 und Ende 2025 hochwertige Fahrzeuge gestohlen haben. Zugeschlagen habe sie unter anderem in Berlin, Brandenburg, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Sachsen und Baden-Württemberg. Die Ermittler beziffern den Schaden auf mehr als drei Millionen Euro.

Grenzüberschreitende Ermittlungen

Der Fall zeigt die internationale Dimension organisierter Autokriminalität. Die mutmaßliche Bande soll Fahrzeuge in mehreren deutschen Bundesländern gestohlen und nach Polen gebracht haben. Der genannte Schaden von mehr als drei Millionen Euro macht deutlich, dass es nicht um einzelne Gelegenheitsdelikte, sondern um arbeitsteilige Strukturen mit erheblichem wirtschaftlichem Umfang geht.

Für die Ermittler ist die Zusammenarbeit mit polnischen Spezialeinheiten deshalb zentral. Die Festnahmen in mehreren polnischen Städten und die anschließenden Auslieferungsverfahren verbinden deutsche Strafverfolgung mit polnischem Recht. Über die Übergabe der Beschuldigten soll innerhalb von 30 Tagen entschieden werden. Bis dahin bleiben die Verdächtigen in Auslieferungshaft.

Verfahren mit hoher Bedeutung

Der Tod von Maximilian Stoppa steht zugleich im Zentrum eines noch nicht abgeschlossenen Strafverfahrens. Das Urteil gegen den mutmaßlichen Todesfahrer wird vom Bundesgerichtshof überprüft, weil sowohl die Verteidigung als auch die Staatsanwaltschaft Revision eingelegt haben. Damit ist die rechtliche Bewertung der tödlichen Fahrt weiterhin offen.

Für die Angehörigen und die Polizei bedeutet die Festnahme der mutmaßlichen Hintermänner einen wichtigen Ermittlungsfortschritt. Aufgeklärt werden muss nun, welche Rollen die einzelnen Beschuldigten innerhalb der Bande hatten, wer konkrete Taten veranlasste und wie die gestohlenen Fahrzeuge verwertet wurden. Auch die Sicherung möglicher Beweise dürfte für die weiteren Verfahren entscheidend sein.

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