Puma-Sichtung, Oberding

Puma nahe Münchner Flughafen: Polizei sucht weiter im Oberdinger Moos

Veröffentlicht am: 08.10.2026 um 11:00 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Im Notzinger Moos bei Oberding suchen Polizei und Hundeführer weiter nach einer möglichen Raubkatze. Ein Puma ist bislang weder eindeutig identifiziert noch gefunden worden; die Behörden rufen zu Vorsicht auf.

  • Ein Jäger hatte das fragliche Tier im Notzinger Moos durch eine Wärmebildkamera beobachtet. (Archivbild) - Bild: Peter Kneffel/dpa
    Ein Jäger hatte das fragliche Tier im Notzinger Moos durch eine Wärmebildkamera beobachtet. (Archivbild) - Bild: Peter Kneffel/dpa
  • Eigentlich unter anderem in Nordamerika beheimatet: der Puma, auch Berglöwe genannt. (Symbolbild) - Bild: Ronald Wittek/dpa
    Eigentlich unter anderem in Nordamerika beheimatet: der Puma, auch Berglöwe genannt. (Symbolbild) - Bild: Ronald Wittek/dpa
  • Polizisten suchten das Gebiet auch am Donnerstag weiter nach Spuren des Tiers ab. - Bild: Peter Kneffel/dpa
    Polizisten suchten das Gebiet auch am Donnerstag weiter nach Spuren des Tiers ab. - Bild: Peter Kneffel/dpa
Ein Jäger hatte das fragliche Tier im Notzinger Moos durch eine Wärmebildkamera beobachtet. (Archivbild) - Bild: Peter Kneffel/dpa Eigentlich unter anderem in Nordamerika beheimatet: der Puma, auch Berglöwe genannt. (Symbolbild) - Bild: Ronald Wittek/dpa Polizisten suchten das Gebiet auch am Donnerstag weiter nach Spuren des Tiers ab. - Bild: Peter Kneffel/dpa

Polizei und Hundeführer suchen im Naturschutzgebiet Notzinger Moos bei Oberding im Landkreis Erding weiter nach einer möglichen Raubkatze, die dort nahe dem Münchner Flughafen gesichtet worden sein soll.

Aufnahmen liefern bislang den wichtigsten Hinweis

Ausgangspunkt der Suche ist die Beobachtung eines Jägers am Dienstagabend. Er hatte das Tier mit einer Wärmebildkamera aufgenommen. Ein hinzugezogener Experte hält einen Puma für möglich, das Landratsamt Erding betont jedoch, dass die Tierart noch nicht bestimmt ist.

Kreisjägerchef Thomas Schreder schließt nach eigener Betrachtung der Aufnahmen eine heimische Raubkatze wie einen Luchs weitgehend aus. Die Bilder sollen gemeinsam mit weiteren Expertinnen und Experten analysiert werden.

Suche mit Hubschrauber, Drohnen und Hunden

Am Mittwoch durchkämmte die Polizei das Gebiet mit Einsatzkräften, einem Hubschrauber und Wärmebilddrohnen. Dabei wurden weder die vermutete Großkatze noch eindeutig zuordenbare Spuren oder Beute gefunden. Ein weiterer nächtlicher Alarm erwies sich nach Angaben der Polizei als Sichtung einer vermutlich gewöhnlichen Hauskatze.

Am Donnerstag setzte die Polizei zwei Hundeführer mit Schäferhunden ein. Die Tiere sollen vor allem mögliche Beute oder Beuteteile aufspüren. Insgesamt waren rund 15 Beamte vor Ort und sechs weitere im Innendienst mit der Suche befasst.

Herkunft des Tieres bleibt offen

Woher eine mögliche Raubkatze stammen könnte, ist bislang unbekannt. Ein nahe gelegener Zirkus verfügt nach eigenen Angaben nicht über Raubkatzen. Auch bei Tierheimen und der Auffangstation für Reptilien in München ergaben sich keine Hinweise auf ein vermisstes Tier.

Pumas sind in Nord-, Mittel- und Südamerika heimisch, nicht aber in Bayern. Private Halter müssten einen Puma bei der zuständigen Gemeinde melden; konkrete Hinweise auf einen Halter gibt es bisher nicht.

Behörden rufen zu Vorsicht auf

Das Landratsamt bittet die Bevölkerung, Hunde anzuleinen und kleine Kinder nicht unbeaufsichtigt spielen zu lassen. Wer das Tier sieht oder Hinweise zu seinem Aufenthaltsort hat, soll unverzüglich die Polizei in Erding informieren.

Die Behörden raten davon ab, selbst nach der möglichen Raubkatze zu suchen. Auch Spaziergänge im Gebiet sollten insbesondere nachts zunächst vermieden werden. Schreder mahnt zugleich zur Ruhe: Panik sei nicht angebracht, ein Puma könne im Fall einer tatsächlichen Begegnung aber gefährlich sein.

Naturschutzgebiet erschwert die Suche

Das Notzinger Moos liegt in einer flachen, von Feuchtwiesen, Gehölzen und Gräben geprägten Landschaft. Solche Strukturen bieten einem scheuen Tier viele Möglichkeiten, sich dem Blick von Menschen und der Suche aus der Luft zu entziehen. Wärmebildtechnik kann die Fahndung unterstützen, liefert bei dichtem Bewuchs aber nicht zwangsläufig einen eindeutigen Nachweis.

Für die Behörden steht deshalb zunächst nicht die Herkunft, sondern die sichere Bewertung der Beobachtung im Mittelpunkt. Die Aufnahme wird weiter mit fachlicher Unterstützung ausgewertet; zugleich suchen Polizei und Hundeführer nach Beute oder anderen Spuren. Dass bislang weder das Tier noch eindeutig zuordenbare Hinterlassenschaften gefunden wurden, begrenzt die belastbaren Aussagen zur Art und zum Aufenthaltsort.

Was die Warnung für die Region bedeutet

Die Vorsichtsmaßnahmen sind auf eine mögliche Begegnung zugeschnitten: Hunde sollen angeleint bleiben, Kinder nicht unbeaufsichtigt spielen und Menschen das Gebiet nicht eigenständig durchsuchen. Wer eine Großkatze zu sehen glaubt, sollte Abstand halten und die Polizei verständigen. Damit lässt sich das Risiko einer direkten Begegnung ebenso reduzieren wie die Gefahr, dass ein Hund ein möglicherweise wildes Tier provoziert.

Ein Puma wäre in Bayern nicht heimisch. Sollte sich der Verdacht erhärten, müssten die Behörden zusätzlich klären, ob das Tier aus privater Haltung stammt oder auf anderem Weg in die Landschaft gelangt ist. Für Anwohner und Reisende rund um den Flughafen bleibt bis dahin vor allem die behördliche Warnung maßgeblich: keine Annäherung, keine eigene Suche und Hinweise direkt an die Polizei.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

Berliner Zeitung: „Puma bei München: Polizei sucht fieberhaft – PETA sagt, ein Ausbruch wäre „keine Überraschung““ (07.10.2026)

Der Bericht bestätige die mögliche Puma-Sichtung im Notzinger Moos und beschreibe die Suche mit Hubschrauber, Drohnen und Streifenwagen. Anders als die dpa-Meldung richte er einen Schwerpunkt auf die rechtlichen Bedingungen für die Haltung gefährlicher Wildtiere in Bayern sowie auf die Forderungen der Tierrechtsorganisation PETA; offen bleibe weiterhin die tatsächliche Tierart.

Münchner Merkur: „Puma-Alarm am Münchner Flughafen: Auch Hubschrauber und Hunde im Einsatz – neue Details“ (08.10.2026)

Der Bericht schreibe, die Suche sei auch mit Wärmebildtechnik zunächst erfolglos geblieben, und bestätige den Einsatz von zwei Hundeführern sowie die Suche nach möglicher Beute. Einen zusätzlichen Schwerpunkt lege er auf einen nächtlichen Fehlalarm, bei dem sich ein auf einem Kamerabild erkanntes Tier als vermutlich Hauskatze herausgestellt habe; die Bestimmung der beobachteten Raubkatze bleibe offen.

Beide Berichte bestätigten die behördliche Warnung und die laufenden Suchmaßnahmen. Unterschiedliche Akzente lägen bei der rechtlichen Einordnung möglicher privater Haltung und bei den konkreten Einsatzdetails; ungeklärt blieben Art, Herkunft und Aufenthaltsort des Tieres.

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