Puma-Sichtung nahe Münchner Flughafen: Polizei sucht weiter im Notzinger Moos
Veröffentlicht am: 08.10.2026 um 14:48 Uhr | dpa, AD HOC NEWSPolizei und Behörden suchen im Notzinger Moos bei Oberding nahe dem Münchner Flughafen nach einer möglichen Raubkatze, die dort am Dienstagabend von einem Jäger mit einer Wärmebildkamera beobachtet wurde.
Wärmebildaufnahme liefert bislang einzigen Hinweis
Das Landratsamt Erding spricht von einer Raubkatzensichtung. Ein nicht namentlich genannter Experte hielt nach Auswertung der Aufnahme einen Puma für möglich. Bei einer Pressekonferenz am Donnerstag sagte die Sprecherin Claudia Fiebrandt-Kirmeyer jedoch, es könne derzeit nicht sicher gesagt werden, ob es sich um einen Puma oder ein anderes Tier handle.
Die Aufnahmen sollen gemeinsam mit weiteren Fachleuten, darunter Vertretern von Zoos und Umweltbehörden, analysiert werden. Kreisjägerchef Thomas Schreder erklärte, er halte das Tier nach eigener Betrachtung zumindest nicht für eine heimische Raubkatze wie einen Luchs.
Suche mit Hubschrauber, Drohnen und Hunden
Polizistinnen und Polizisten durchkämmten das Naturschutzgebiet mit Wärmebilddrohnen, einem Hubschrauber und Hunden. Gefunden wurden bislang weder das Tier noch eindeutig zuordenbare Spuren oder Beute. Ein nächtlicher Fehlalarm stellte sich nach Angaben der Polizei vermutlich als Hauskatze heraus.
Bei der Polizei gingen 30 Hinweise aus der Bevölkerung ein, vier davon werden genauer geprüft. Sie beziehen sich auf vermeintliche Sichtungen einer Katzenart im größeren Bereich um Oberding.
Herkunft des Tieres bleibt offen
Zu einem möglichen Halter gibt es nach Angaben des Landratsamts keine neuen Erkenntnisse. Ein nahe gelegener Zirkus besitzt nach eigenen Angaben keine Raubkatzen. Auch ein Tierheim und die Auffangstation für Reptilien in München meldeten kein vermisstes oder zuletzt betreutes Tier dieser Art.
Pumas sind in Bayern nicht heimisch; ihr natürliches Verbreitungsgebiet liegt in Nord-, Mittel- und Südamerika. Bereits 2022 war in Bayern ein Puma entdeckt worden, allerdings in einer Holzkiste in einem Auto in der Oberpfalz.
Polizei entscheidet über weitere Suche
Das Notzinger Moos ist rund 30 Quadratkilometer groß. Eine vollständige Absuche sei weder möglich noch das Ziel der Polizei, sagte Polizeiinspektionsleiter Sebastian Pinta. Die Einsatzkräfte wollten vor allem Hinweise aus der Bevölkerung auswerten und die Suche daran ausrichten.
Das Landratsamt rief dazu auf, aufmerksam zu sein und Auffälligkeiten direkt zu melden. Hunde sollen nicht frei laufen, kleine Kinder nicht unbeaufsichtigt spielen. Spaziergänge in dem Gebiet sollten vorerst besonders nachts vermieden werden; aktiv nach dem Tier zu suchen, sei nicht ratsam.
Die Polizei warnte außerdem davor, mit künstlicher Intelligenz erzeugte Bilder von Raubkatzen in der Region zu verbreiten. Falsche Hinweise könnten Ermittlungen auslösen und die Bevölkerung verunsichern.
,Ungewöhnliche Sichtungen, hoher Suchaufwand
Die Suche im Notzinger Moos zeigt, wie schnell eine einzelne Wärmebildaufnahme einen umfangreichen Polizeieinsatz auslösen kann. Das etwa 30 Quadratkilometer große Gebiet mit Feuchtwiesen, Gehölzen und Wald ist schwer vollständig zu kontrollieren. Wärmebilddrohnen und Hubschrauber können Schwerpunkte setzen, ersetzen aber keine flächendeckende Suche.
Für die Behörden steht deshalb nicht die Jagd auf ein möglicherweise gefährliches Tier im Mittelpunkt, sondern die Gefahrenabwehr. Entscheidend wären eine eindeutige erneute Sichtung, verwertbare Spuren oder eine genaue Bestimmung der Aufnahme. Bis dahin bleiben die Hinweise an die Bevölkerung eine vorsorgliche Maßnahme: Abstand halten, Hunde anleinen, Kinder beaufsichtigen und Beobachtungen der Polizei melden.
Herkunft und mögliche Folgen
Pumas gehören in Nord-, Mittel- und Südamerika zur natürlichen Tierwelt, nicht jedoch nach Bayern. Sollte sich die Aufnahme als Puma oder eine andere exotische Großkatze bestätigen, müsste zunächst geklärt werden, ob das Tier aus privater Haltung, einer Einrichtung oder auf anderem Weg in die Region gelangt ist. Daraus könnten ordnungsrechtliche und tierschutzrechtliche Prüfungen folgen.
Für Anwohner und Spaziergänger ist die konkrete Bedeutung derzeit vor allem praktisch: Das Naturschutzgebiet sollte nicht eigenständig nach dem Tier abgesucht werden. Zugleich zeigt der Fall, dass Behörden bei unklaren Tierbeobachtungen auch die Möglichkeit von Fehlalarmen berücksichtigen müssen, ohne eine potenzielle Gefahr zu ignorieren.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
DER SPIEGEL: „Oberding/München: Puma in Flughafennähe gesichtet? Landkreis Erding rät zur Vorsicht“ (07.10.2026)
Der Bericht bestätige die Sichtung einer möglichen Raubkatze im Notzinger Moos und die Suche mit Hubschrauber und Drohnen. Er hebe zusätzlich allgemeine Angaben zum Verhalten und zur Größe von Pumas hervor, während die Herkunft des Tieres offenbleibe.
Berliner Zeitung: „Puma-Alarm nahe Münchner Flughafen: Polizei sucht mit Hubschrauber und Drohnen“ (07.10.2026)
Die Berliner Zeitung bestätige den laufenden Einsatz und betone, dass die Tierart weiterhin nicht abschließend bestimmt sei. Der Artikel ordne den Vorgang in frühere Fehlalarme mit vermeintlichen Wildtieren ein und stelle die offene Herkunft sowie das Ausbleiben einer erneuten Sichtung heraus.
Beide Berichte stimmten darin überein, dass die Behörden vorsichtig warnten und bislang weder das Tier eindeutig bestimmt noch gefunden hätten. Unterschiede lägen vor allem in der zusätzlichen Einordnung möglicher Gefahren und früherer vergleichbarer Suchaktionen.
