Nordrhein-Westfalen, Deutschland

Kölner Dom kostet Touristen ab Juli Eintritt

05.03.2026 - 15:58:32 | dpa.de

Rund sechs Millionen Menschen besuchen jährlich die wohl berühmteste deutsche Kirche, den Kölner Dom. Bislang war das kostenlos. Das soll sich für Touristen bald ändern. Was bisher bekannt ist.

  • Für Touristen ist der Dom bald nicht mehr gratis zu besichtigen. (Archivbild) - Foto: Oliver Berg/dpa
  • Bislang war der Innenraum des Doms für Touristen kostenlos. (Archivbild) - Foto: Federico Gambarini/dpa
  • Die Finanzierung des Kölner Doms ist immer wieder Thema. (Symbolbild) - Foto: Roberto Pfeil/dpa
  • Für Touristen ist der Dom bald nicht mehr gratis zu besichtigen. - Foto: Henning Kaiser/dpa
  • Der Dom ist ein beliebtes Fotomotiv. - Foto: Henning Kaiser/dpa
  • Bislang war der Innenraum des Doms für Touristen kostenlos. (Archivbild) - Foto: Henning Kaiser/dpa
Für Touristen ist der Dom bald nicht mehr gratis zu besichtigen. (Archivbild) - Foto: Oliver Berg/dpa Bislang war der Innenraum des Doms für Touristen kostenlos. (Archivbild) - Foto: Federico Gambarini/dpa Die Finanzierung des Kölner Doms ist immer wieder Thema. (Symbolbild) - Foto: Roberto Pfeil/dpa Für Touristen ist der Dom bald nicht mehr gratis zu besichtigen.  - Foto: Henning Kaiser/dpa Der Dom ist ein beliebtes Fotomotiv.  - Foto: Henning Kaiser/dpa Bislang war der Innenraum des Doms für Touristen kostenlos. (Archivbild) - Foto: Henning Kaiser/dpa

Der Kölner Dom wird jährlich von rund sechs Millionen Menschen besucht, die meisten davon sind Touristen. Genau diese werden für den Besuch des Innenraums ab Juli zur Kasse gebeten. Das teilte das Domkapitel auf einer Pressekonferenz mit. 

Für Gottesdienstbesucher und Betende sowie Mitglieder des Zentral-Dombau-Vereins bleibt das knapp 160 Meter hohe Gotteshaus demnach aber kostenfrei. Ebenso gratis soll der Zugang zu Opferlichtern und zum stillen Gebet in bestimmten Bereichen bleiben. Touristen machen Dompropst Guido Assmann zufolge jedoch etwa 99 Prozent der Dom-Besucher aus.

Wie hoch die sogenannte «Besichtigungsgebühr für touristische Besucherinnen und Besucher» sein wird und wie Kontrollen ablaufen, wollte das Domkapitel noch nicht mitteilen. Mit der Gebühr sollen die gestiegenen Kosten unter anderem für Pflege, Schutz und den laufenden Betrieb des Doms gedeckt werden, die mittlerweile die Einnahmen seit Jahren übersteigen.

Reserven des Doms bald aufgebraucht

Bislang war der große Innenraum des Doms kostenlos, Eintritt wurde aber bereits für die Schatzkammer oder auch den Aufstieg zur Aussichtsplattform verlangt. Nun teilte das Domkapitel mit, dass seit 2019 sechs Jahre in Folge minus gemacht wurde. Über viele Jahre hätte man das noch mit Rücklagen auffangen können. «Wir sind in die Situation gekommen, dass die Reserven des Kölner Doms auf absehbare Zeit aufgebraucht sind», erklärte Domrendant Clemens van de Ven.

Eine Klausurtagung Anfang der Woche habe sich mit der Entwicklung der Wirtschaftslage des Doms befasst und ergeben, dass die gestiegenen Kosten ohne den Eintritt nicht mehr zu stemmen seien. In den kommenden Wochen soll eine Planungsphase weitere Details klären. Diskutiert werden sollen auch Aktionstage mit freiem Eintritt für bestimmte Besucher.

Weltkulturerbe mit 632 Jahren Bauzeit

Der Kölner Dom, dessen Grundstein im Jahr 1248 gelegt aber erst 632 Jahre später im Jahr 1880 vollendet wurde, gilt als eine der bedeutendsten christlichen Kirchen überhaupt und als gotisches Meisterwerk, ist ein in zahlreichen Liedern besungenes Wahrzeichen der Stadt Köln sowie Weltkulturerbe. Jährlich finden bis zu 2.000 Gottesdienste dort statt, die auch weiterhin kostenfrei bleiben.

In den vergangenen Jahren hat man dem Domkapitel zufolge bereits versucht, die Einnahmen durch verschiedene Maßnahmen zu erhöhen. So habe man beispielsweise für Konzerte, die mehr als 500 Stufen lange Turmbesteigung und die Schatzkammer Eintritt verlangt und teils Eingänge zu Randzeiten geschlossen, um Personal zu sparen. Die Maßnahmen hätten jedoch nicht ausgereicht.

Die Eintrittsgebühr für Touristen sei nun «ein Schritt, den wir als Domkapitel wohlüberlegt und im Bewusstsein unserer großen Verantwortung gehen», sagte Dompropst Guido Assmann. «Er mag manchen als Eingriff in liebgewonnene Gewohnheit erscheinen. Aber er ist alternativlos, wenn wir die Pflege, den Schutz und den laufenden Betrieb des Domes in bewährter Weise fortführen möchten.»

Besucherrückgang erwartet - und daraus entstehende Vorteile

Zwar könne es durch die Gebühr zu einem Besucherrückgang kommen, das könne sich aber positiv auf die Atmosphäre im häufig überfüllten Inneren des Doms auswirken. Der Tagesbetrieb könne so beruhigt und der Dom so wieder stärker als Gotteshaus und sakraler Raum erlebt werden.

Es handele sich zudem um einen nicht unüblichen Schritt, «der an vielen anderen Kirchen und Kathedralen ähnlicher Prominenz längst üblich ist», betont Assmann. Tatsächlich sind zwar Kirchen in Deutschland in der Regel kostenfrei, doch ähnlich berühmte Kirchen in Europa nehmen auch Eintrittsgebühren. Der Eintritt in die Sagrada Família in Barcelona beispielsweise kostet mehr als 30 Euro und auch für die berühmte Westminster Abbey in London müssen Besucher rund 35 Euro zahlen. Der Eintritt in die Hauptbereiche vom Petersdom im Vatikan oder dem Dom zu Florenz hingegen ist kostenfrei.

Mitglieder Dombau-Verein bleiben befreit

Barbara Schock-Werner, Präsidentin des Zentral-Dombau-Vereins (ZDV) verweist ebenfalls auf die in großen Kathedralen europaweit übliche Praxis. «Wir erkennen an, dass dieser Schritt notwendig geworden ist», sagt Schock-Werner laut Mitteilung. Laut ihren Angaben bleiben die ZDV-Mitglieder, die pro Jahr rund 60 Prozent der Bauerhaltungskosten tragen, von der Eintrittsgebühr befreit.

So schätzen die Börsenprofis Aktien ein!

<b>So schätzen die Börsenprofis Aktien ein!</b>
Seit 2005 liefert der Börsenbrief trading-notes verlässliche Anlage-Empfehlungen – dreimal pro Woche, direkt ins Postfach. 100% kostenlos. 100% Expertenwissen. Trage einfach deine E-Mail Adresse ein und verpasse ab heute keine Top-Chance mehr. Jetzt abonnieren.
So schätzen die Börsenprofis Aktien ein!
de | unterhaltung | 68638445 |

Weitere Meldungen

Klage gegen Extra-Rabatte in Penny-Bonus-App abgewiesen. Verbraucherschützer halten das für ungerecht - vor Gericht unterliegen sie jedoch erneut. Der Discounter Penny lockt in seiner App mit zusätzlichen Rabatten, aber nur für angemeldete Kunden. (Wirtschaft, 16.04.2026 - 12:17) weiterlesen...

Rewe will bis zu 40 Tegut-Märkte übernehmen. Eigentümer Migros sucht Käufer für die Standorte der Supermarktkette. Einig ist man sich nun auch mit der Rewe-Gruppe - ein Vertrag wurde bereits unterzeichnet. Die Marke Tegut verschwindet. (Wirtschaft, 16.04.2026 - 09:01) weiterlesen...

Erster Prozess um Sparkassen-Einbruch startet Mitte Juni. War der Tresorraum ausreichend gesichert? Die Sparkasse weist die Vorwürfe zurück, ein Gericht prüft nun die Forderungen. Nach dem Gelsenkirchener Millionen-Einbruch klagen Kunden auf volle Haftung. (Unterhaltung, 16.04.2026 - 05:00) weiterlesen...

Alphaville wehrt sich gegen Songnutzung durch Trump Sie wollen «dafür sorgen, dass dieser Beitrag unverzüglich aus dem Internet entfernt wird»: Die Band Alphaville möchte nicht, dass Donald Trump ihren Hit «Forever Young» für politische Zwecke nutzt. (Unterhaltung, 15.04.2026 - 22:20) weiterlesen...

Club-Ranking: Wuppertal neu dabei, Köln fällt aus Top Ten. Auch Berlin rutscht ab. Dafür gesellt sich Wuppertal dazu. Wo feiert es sich 2026 am besten? Die angesagteste Club-Adresse Deutschlands liegt laut «DJ Mag» in Köln - aber nicht mehr in den Top 10. (Unterhaltung, 15.04.2026 - 19:54) weiterlesen...

Verdi droht Deutsche Bank mit Warnstreiks bei Postbank. Doch die Tarifrunde mit der Konzernmutter Deutsche Bank stockt. Nun droht Verdi mit Warnstreiks, die auch Kunden treffen könnten. Die Gewerkschaft fordert deutliche Gehaltszuwächse bei der Postbank. (Wirtschaft, 15.04.2026 - 18:40) weiterlesen...