Festsitzender Wal: Heute startet Rettungsaktion mit Baggern
26.03.2026 - 04:30:04 | dpa.deEs könnte der letzte Versuch sein, den vor Timmendorfer Strand auf Grund liegenden Buckelwal zu befreien: Nachdem am Mittwochabend ein groĂer Schaufelbagger eingetroffen war, soll dieser zusammen mit einem zweiten Bagger, der noch am Abend ankommen sollte, ins Wasser gelassen werde. Die Rettung des Wals beginne dann voraussichtlich gegen 8.00 Uhr.
Mit den Baggern soll eine 50 Meter lange, sechs Meter breite und 1,20 Meter tiefe Rinne vor dem Kopf des Wals gegraben werden, sagte Baggerfahrer Tim Löhndorf von der Firma Ăkologischer GewĂ€sserdienst Wandhoff der Nachrichtenagentur dpa am Mittwoch. So mĂŒsse sich das Tier nicht drehen, um wegkommen zu können, erklĂ€rte Carsten Mannheimer von der Meeresschutzorganisation Sea Shepherd.
Besonders herausfordernd seien bei der Rettungsaktion Wind und Strömung, sagte Löhndorf. Bei dem Fahrzeug, was heute geliefert wurde, handle es sich um einen schwimmfÀhigen Schaufelbagger. Er könne wie ein Amphibienfahrzeug auf dem Land und im Wasser eingesetzt werden. ZusÀtzlich werden Pontons zur Stabilisierung eingesetzt.
Anders als in den Tagen zuvor war am Mittwoch kein regelmĂ€Ăiges Brummen des Wals mehr zu hören - allein schon wegen des stĂŒrmischen Wetters. Experten hatten auch von HautverĂ€nderungen im Zuge der Strandung gesprochen. Nach EinschĂ€tzung von Experten des Deutschen Meeresmuseums sind die Ăberlebenschancen gering: «Der Gesundheitszustand des Wals ist besorgniserregend, sowohl seine Haut als auch den Allgemeinzustand betreffend», hieĂ es am Dienstag schon.
GröĂer als zunĂ€chst angenommen
Messungen haben ergeben, dass der vor dem Ortsteil Niendorf liegende Buckelwal gröĂer ist als zunĂ€chst angenommen: Er sei wohl zwischen 12 und 15 Meter lang und wiege geschĂ€tzt rund 15 Tonnen, sagte Joseph Schnitzler vom Institut fĂŒr Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung (ITAW). Bei einem so massiven Tier ist es umso schwieriger, es wieder in tieferes Wasser zu bringen. Anders als in der Nordsee gibt es in der Ostsee auch keine deutliche Tide, die den Wal wieder in tieferes Wasser spĂŒlen könnte.
Nicht der erste Rettungsversuch
Der Buckelwal war Montagmorgen auf der Sandbank entdeckt worden. Am Dienstag war ein Rettungsversuch mit einem kleinen Saugbagger gescheitert. «Leider hat sich herausgestellt, dass der Sand zu fest ist», erklĂ€rte ITAW-Walexpertin Stephanie GroĂ. Zuvor waren bereits andere Versuche fehlgeschlagen. Zwar gelang es, den Wal in Richtung der tieferen Fahrrinne zu drehen, frei kam er aber nicht.Â
Auch Versuche, mit Polizeibooten Wellen zu machen, damit sich der Wal freischwimmen kann, brachten nichts. Um den Wal nicht weiter zu stressen, waren die Versuche dann zunĂ€chst abgebrochen worden. Doch auch die Hoffnung, dass sich das Tier mit dem Hochwasser in der Nacht zu Dienstag freischwimmen kann, erfĂŒllte sich nicht.
Vögel lassen sich auf Wal nieder
Etwa hundert Meter vor der SeebrĂŒcke, neben der der Wal gestrandet ist, stehen Absperrungen und Polizei. Auf der Ostsee zeigen sich am Mittwoch weiĂe Schaumkronen. Es ist stĂŒrmisch, eiskalt und regnerisch - vermutlich deshalb sind nur wenige Schaulustige hinter den Absperrungen zu sehen.Â
Etwa jede Minute ist zu sehen, wie der Wal atmet und eine kleine Fontaine von seinem Kopf in die Höhe spritzt. Sein RĂŒcken ragt aus dem Wasser, hin und wieder lassen sich Seevögel nieder, die dem Wal etwas vom RĂŒcken picken.Â
Buckelwale können nach Expertenangaben bis zu etwa 30 Tonnen Gewicht erreichen und haben eine Lebenserwartung von bis zu 90 Jahren. Kennzeichnend fĂŒr die Art sind die langen, Flipper genannten Brustflossen, die ein Drittel der KörperlĂ€nge erreichen.
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