Schwere Überschwemmungen Vietnam: Drei Tote, zehntausende Häuser überflutet
Veröffentlicht am: 18.09.2026 um 07:01 Uhr | dpa, AD HOC NEWSHeftige Regenfälle haben in Vietnam teils schwere Überschwemmungen ausgelöst und mindestens drei Menschen das Leben gekostet.
Weitreichende Schäden in Nordvietnam
In den nördlichen Provinzen und rund um die Hauptstadt Hanoi wurden nach Angaben staatlicher Behörden fast 20.000 Häuser überflutet. Tausende Menschen mussten in Sicherheit gebracht werden. Wie in vielen Teilen Südostasiens herrscht in Vietnam noch bis Oktober Monsunzeit, in der starke Niederschläge häufiger auftreten.
Todesopfer bei Erdrutsch in Provinz Phu Tho
Die drei Todesopfer starben dem Katastrophenschutz zufolge bei einem Erdrutsch in der Provinz Phu Tho östlich von Hanoi. Die Wassermassen überschwemmten den Angaben zufolge fast 25.000 Hektar Reisfelder und andere Anbauflächen. 15 Schulen wurden überflutet, in der schwer betroffenen Provinz Thanh Hoa fiel der Unterricht aus.
Verkehrswege und Bahnstrecke beeinträchtigt
Auch der Verkehr wurde durch die Regenfälle erheblich beeinträchtigt. Erdrutsche blockierten Straßen und wichtige Fernverkehrsverbindungen, an mehreren Stellen stand die Bahnstrecke quer durchs Land bis zu einem Meter unter Wasser. Mehrere Flüsse erreichten gefährliche Pegelstände.
Hanoi: Straßen bis zu zwei Meter überflutet
Allein in Hanoi wurden mehr als 600 Häuser überflutet. Nach starken Regenfällen seit Donnerstag standen Straßen teilweise mehr als zwei Meter unter Wasser. Anwohner nutzten Boote, um sich fortzubewegen. In besonders betroffenen Vierteln mussten sich Bewohner und Ladenbesitzer mit ihren Habseligkeiten in obere Stockwerke retten.
Weitere Regenfälle erwartet
Das Wetteramt rechnete mit weiteren Regenfällen. Überschwemmungen, Erdrutsche und tropische Wirbelstürme haben in den vergangenen Jahren wiederholt schwere Schäden verursacht. Vietnam gehört zu den Ländern, die besonders stark von den Folgen des Klimawandels betroffen sind.
Überschwemmungen im Kontext von Vietnams Monsunklima
Die aktuellen Überschwemmungen in Nordvietnam treffen das Land mitten in der Monsunzeit, die gewöhnlich bis in den Oktober hinein andauert und regelmäßig heftige Niederschläge mit sich bringt. Das Ausmaß der jetzigen Fluten mit zehntausenden überfluteten Häusern und großflächigen Ernteschäden verdeutlicht, wie verwundbar dicht besiedelte Regionen wie Hanoi und die nördlichen Provinzen gegenüber Starkregenereignissen sind. Gerade dort verlaufen Flüsse und Verkehrsachsen durch flaches Tiefland, das bei anhaltenden Regenfällen schnell überschwemmt wird.
Hohe Schäden für Landwirtschaft und Infrastruktur
Besonders einschneidend sind die Folgen für die Landwirtschaft: Wenn fast 25.000 Hektar Reisfelder und andere Anbauflächen unter Wasser stehen, bedeutet dies erhebliche Verluste für Bauernfamilien und lokale Märkte. Reis ist eines der wichtigsten Grundnahrungsmittel und Exportgüter Vietnams, sodass regionale Ernteausfälle langfristig auch die Einkommen vieler Haushalte beeinträchtigen können. Gleichzeitig zeigen blockierte Straßen, unterspülte Bahnstrecken und gefährlich hohe Flusspegel, wie schnell zentrale Infrastruktur in Mitleidenschaft gezogen wird. Solche Schäden erfordern aufwendige Reparaturen und können Lieferketten und Reiseverkehr über Tage oder Wochen stören.
Klimawandel und steigende Verwundbarkeit
Vietnam gilt seit Jahren als besonders anfällig für die Folgen des Klimawandels, weil weite Teile des Landes niedrig liegen und Flussdeltas sowie Küstenregionen stark besiedelt sind. Fachleute warnen, dass häufigere und intensivere Starkregen, Überschwemmungen und tropische Wirbelstürme langfristig zu steigenden wirtschaftlichen und sozialen Kosten führen können. Die aktuellen Ereignisse fügen sich in diese Entwicklung ein und unterstreichen den Bedarf an besserem Hochwasserschutz, robusterer Infrastruktur und Frühwarnsystemen. Für die Menschen vor Ort bedeutet dies, dass sie sich immer wieder auf kurzfristige Evakuierungen, Schäden an Häusern und Geschäften sowie Unterbrechungen im Alltag einstellen müssen.
