Schwimmen lernen: Bund fördert Kinder mit 20 Millionen Euro
Veröffentlicht am: 04.11.2026 um 13:53 Uhr | dpa, AD HOC NEWSFörderantrag bis Januar 2027
- Bundeskanzleramt, DSV und DLRG stellten das Programm in Berlin vor.
- Die Förderung umfasst vier Jahre und insgesamt 20 Millionen Euro.
- AntrÀge nicht-öffentlicher Einrichtungen sind bis zum 31. Januar 2027 möglich.
Bund startet Programm fĂŒr mehr Schwimmkurse
Bundeskanzleramt, Deutscher Schwimm-Verband und Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft wollen mehr Kindern in Deutschland den Zugang zu Schwimmangeboten ermöglichen. DafĂŒr stehen jĂ€hrlich fĂŒnf Millionen Euro bereit, insgesamt ist das Programm âDeutschland lernt Schwimmenâ mit 20 Millionen Euro ĂŒber vier Jahre ausgestattet.
AntrÀge bis Ende Januar 2027 möglich
Nicht-öffentliche Einrichtungen wie Vereine, Kitas oder Schwimmschulen können ab sofort FörderantrÀge stellen. Die Frist endet am 31. Januar 2027.
Vertreter der Bundesregierung, des DSV und der DLRG stellten das Programm in Berlin vor. Es konzentriert sich nicht auf den Bau neuer SchwimmbÀder, sondern auf bessere Vernetzung und Koordination vor Ort.
60 Prozent schwimmen nicht sicher
Nach SchÀtzungen können rund 40 Prozent der Grundschulkinder am Ende ihrer Grundschulzeit nicht sicher schwimmen. Weitere 20 Prozent können gar nicht schwimmen.
Als sicheres Schwimmen gilt nach der Definition der DLRG, 15 Minuten eigenstĂ€ndig ĂŒber tiefem Wasser schwimmen zu können. Staatsminister fĂŒr Sport und Ehrenamt Ronald Rauhe verwies auf die Bedeutung fĂŒr Sicherheit, Selbstvertrauen, Teilhabe und Bewegung.
Förderung soll Wege und Kurse erleichtern
In einer ersten SÀule kann beispielsweise ein Bus finanziert werden, der Kinder zur nÀchsten Schwimmhalle bringt. Das soll besonders in lÀndlichen Regionen helfen, in denen lange Wege die Teilnahme erschweren.
Eine zweite SÀule ermöglicht unter anderem hauptamtliche Schwimmlotsen. Sie sollen Schulen und Vereine zusammenbringen, freie KapazitÀten ermitteln und Ehrenamtliche entlasten.
Ausbildung bildet dritte ProgrammsÀule
Das Modellvorhaben sieht auĂerdem eine dritte SĂ€ule zur Ausbildung qualifizierter Schwimmlehrerinnen und Schwimmlehrer vor. Der aktuelle Förderaufruf bezieht sich jedoch nicht auf diesen Bereich.
SchwimmfĂ€higkeit gilt im Grundschulalter nicht nur als sportliche Fertigkeit, sondern vor allem als Bestandteil der Sicherheit im Alltag. Das geplante Programm setzt deshalb bei den Zugangsbedingungen an: Wenn Kinder wegen langer Wege, fehlender KursplĂ€tze oder mangelnder Abstimmung zwischen Schulen und Vereinen nicht teilnehmen können, sollen lokale Netzwerke diese HĂŒrden verringern.
Die Förderung folgt einem Ansatz, der vorhandene Infrastruktur besser nutzen will, statt kurzfristig neue BĂ€der zu bauen. Fahrdienste können Entfernungen im lĂ€ndlichen Raum ĂŒberbrĂŒcken, zusĂ€tzliche Kurse freie KapazitĂ€ten schaffen. Schwimmlotsen sollen dabei koordinieren, welche Schulen, Vereine und Schwimmschulen zusammenarbeiten können.
Schwimmen als Bildungs- und Sicherheitsfrage
FĂŒr Familien bedeutet das Programm vor allem dann einen praktischen Nutzen, wenn vor Ort tatsĂ€chlich Kurse entstehen und dauerhaft qualifiziertes Personal verfĂŒgbar ist. Die dritte SĂ€ule zur Ausbildung weiterer SchwimmlehrkrĂ€fte ist daher fĂŒr die langfristige Wirkung zentral, auch wenn sie nicht Teil des aktuellen Förderaufrufs ist.
Ăber die unmittelbare UnfallprĂ€vention hinaus kann regelmĂ€Ăige Bewegung im Wasser motorische Entwicklung, Selbstvertrauen und Teilhabe an Klassenfahrten oder Ferienangeboten unterstĂŒtzen. Ein aktueller Medienbeitrag hebt zudem mögliche ZusammenhĂ€nge zwischen frĂŒhem Schwimmen, Bewegungserfahrungen und kognitiver Entwicklung hervor. Entscheidend bleibt, dass das Angebot Kinder erreicht, die bisher keinen verlĂ€sslichen Zugang zu Schwimmunterricht haben.
