Jubel in Laos: Goldsucher nach zehn Tagen aus Höhle geborgen
29.05.2026 - 17:11:26 | dpa.deRiesenfreude in Laos: Der erste von fĂŒnf in einer ĂŒberfluteten Höhle in Laos eingeschlossenen Goldsucher ist geborgen worden. Zuvor sei so viel Wasser aus der Höhle abgepumpt worden, dass am Nachmittag (Ortszeit) eine sichere Rettung möglich geworden sei, teilte die laotische Rettungsorganisation Rescue Volunteer for People mit.Â
Auf einem vom US-Sender CNN verbreiteten Video war am Abend zu sehen, wie der mit Schlamm bedeckte Mann langsam und von Helfern gestĂŒtzt aus dem Berg stieg. Die anderen vier MĂ€nner sollen nun nach und nach aus ihrem klaustrophobischen GefĂ€ngnis befreit werden.
Mittlerweile hÀtten sie auch gesundheitliche Probleme. So hÀtten einige Hautprobleme wegen der Feuchtigkeit und andere Darmprobleme, weil sie lange nicht auf Toilette waren, sagte Kengkard Bongkawong aus dem thailÀndischen Rettungsteam, in einem Telefoninterview mit CNN.
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Die Gruppe saà seit zehn Tagen Hunderte Meter vom Eingang entfernt fest, nachdem heftige RegenfÀlle die Goldmine der abgelegenen nördlichen Provinz Xaisomboun geflutet und einen Erdrutsch ausgelöst hatten. Kollegen, die sich retten konnten, hatten Alarm geschlagen.
Obwohl die Goldsucher schon am Mittwoch lebend in einer Kammer der Höhle entdeckt worden waren, dauerte es lange, bis die eigentliche Bergung starten konnte. Die Rettungsaktion galt wegen enger Tunnel, hoher WasserstÀnde und akuter Einsturzgefahr als extrem riskant. Gleichzeitig gibt es mittlerweile kaum noch Hoffnung, zwei weiterhin vermisste MÀnner lebend zu finden.
Ablauf intensiv geĂŒbt
Vor der Bergung hatten die Rettungsteams intensiv den Ablauf der Evakuierung geprobt. Nach Angaben der EinsatzkrĂ€fte wurde jedes Detail durchgespielt, um sowohl die Sicherheit der MĂ€nner als auch der Taucher in den extrem engen Tunneln der Höhle zu gewĂ€hrleisten. Auf veröffentlichten Fotos und Videos war ein Retter zu sehen, der wĂ€hrend der Ăbung auf einer speziell entwickelten Trage befestigt war, die eigens fĂŒr die extrem schmalen Passagen konstruiert wurde.Â
Durch ununterbrochene Pumparbeiten seien die WasserstĂ€nde zuvor deutlich gesunken, hatte die laotische Rettungsorganisation weiter mitgeteilt. Darauf hatten die Teams gehofft. Erfahrene Höhlentaucher hatten zuletzt erklĂ€rt, dass die Goldsucher kaum durch die schmalen Tunnel hĂ€tten tauchen können, weil sie keinerlei Erfahrung hĂ€tten.Â
Offenbar mussten sie nun aber doch zumindest zeitweise tauchen. Der malaysische Höhlentaucher Lee Kian Lie sagte der CNN, die MĂ€nner sollten jeweils das Bein eines voraus schwimmenden Tauchers festhalten, um sicher durch die ĂŒberfluteten Tunnel gefĂŒhrt zu werden. «Es ist nicht einfach», kommentierte ein an der Rettung beteiligter thailĂ€ndischer Taucher in sozialen Netzwerken. Weitere Details wurden zunĂ€chst nicht bekannt.
Angehörige warteten derweil vor der Höhle angespannt auf positive Nachrichten. «Ich bin so froh, dass sie gekommen sind, um uns zu helfen», zitierte der US-Sender CNN Samorn Ian, die Ehefrau eines der MĂ€nner. Sie habe seit dem UnglĂŒck nicht mehr schlafen können. «Aber zu wissen, dass mein Mann lebt, macht mich so glĂŒcklich.»
Keine Spur der zwei Vermissten
FĂŒr zwei weitere Vermisste gibt es hingegen kaum noch Chancen. RettungskrĂ€fte hĂ€tten inzwischen rund 95 Prozent des Tunnelsystems durchsucht, bislang aber keine Spur der beiden entdeckt, sagte der finnische Höhlentaucher Mikko Paasi dem Sender ThaiPBS World. «Wir haben nicht mehr viele Orte ĂŒbrig, an denen wir suchen können», erklĂ€rte er. Die Chancen seien «sehr gering».
Paasi gilt als einer der erfahrensten Höhlentaucher weltweit und unterstĂŒtzt die Koordination der Mission in Laos. Bereits bei der spektakulĂ€ren Rettung eines JugendfuĂballteams aus der Tham-Luang-Höhle in Thailand im Jahr 2018 spielte er eine entscheidende Rolle. Auch diesmal gehörte er zu den Spezialisten an vorderster Front.
Es gebe in den bislang unzugĂ€nglichen Bereichen der Höhle keine trockenen Stellen, an denen Menschen eine Woche lang hĂ€tten ĂŒberleben können, betonte Paasi mit Blick auf die zwei als verschollen geltenden MĂ€nner. Die Suche nach ihnen soll aber fortgesetzt werden.
Die Schwierigkeit bestehe darin, dass das Gebiet, in dem sie sein könnten, noch tiefer liege, als der Ort, an dem die Gruppe gefunden wurde, sagte der Taucher Kengkard Bongkawong CNN. Es bestehe weiter kein Kontakt zu den Vermissten.
«Wir tasten mit Armen und Beinen»
Die Rettung galt von Anfang an als hochriskant. Nach Angaben der Taucher herrscht in den engen Tunneln praktisch keine Sicht. «Unter Wasser tasten wir mit Armen und Beinen», sagte Paasi. Teilweise mĂŒssten Taucher sogar ausatmen, um sich durch die engen Passagen zwĂ€ngen zu können. Zudem bestehe bei Regen jederzeit die Gefahr neuer Ăberflutungen oder EinstĂŒrze.
Die EinsatzkrĂ€fte hatten auch nach alternativen ZugĂ€ngen und natĂŒrlichen SchĂ€chten im Berg gesucht, durch die eine Rettung möglich wĂ€re. Jedoch offenbar erfolglos.
Derweil haben die Behörden mit schwerem GerĂ€t eine StraĂe durch den Dschungel zur Höhle gebaut - denn die abgelegene Region ist extrem schwer zugĂ€nglich. Damit sollte unter anderem Krankenwagen die Anfahrt erleichtert werden. Zudem entstand ein Auffangbecken fĂŒr das abgepumpte Wasser.
Eingeschlossene an enge RÀume gewöhnt
Die fĂŒnf Ăberlebenden seien körperlich und mental erstaunlich stabil, hatte Paasi schon vor der Bergung erklĂ€rt. Als Bergarbeiter seien sie an enge unterirdische RĂ€ume gewöhnt und litten nicht unter Platzangst. Auch hĂ€tten sie Nahrung und Wasser dabeigehabt, weil sie ohnehin mehrere Tage in der Mine verbringen wollten. Jedoch sollen sie zuletzt extrem hungrig gewesen sein und betont haben, sie könnten nicht mehr lange durchhalten, wie Medien unter Berufung auf die Retter schrieben.
Auch weitere internationale Spezialisten waren zuletzt angefordert worden. Unter anderem erreichten Berichten zufolge mittlerweile der australische Tauchspezialist Josh Richards sowie weitere Experten unter anderem aus Japan und Frankreich die UnglĂŒcksstelle, um die Bergung zu unterstĂŒtzen.
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